Duke Nukem 3D: Fazit und Vermächtnis - Hail to the King, Baby...?

Special Felix Schütz
Duke Nukem 3D: Fazit und Vermächtnis - Hail to the King, Baby...?
Quelle: Gearbox

Duke Nukem genießt zwar seinen Ruhestand, doch seine Auswirkungen spüren wir noch heute.

20th Anniversary World Tour

Im Oktober 2016 wird dann auch klar, warum. Da veröffentlicht Gearbox nämlich die 20th Anniversary World Tour, eine weitere Neuauflage, diesmal aus der Feder von Nerve Software. (Hier geht's zu unserem Test Switch-Version!)

Für diese Fassung hat man die Build Engine noch mal überarbeitet und mit einem neuen Renderer ausgestattet, der die Level nun als echte 3D-Umgebungen berechnet. Dadurch sind Features wie eine dynamische Beleuchtung oder Umgebungsverdeckung möglich. Wer mag, kann aber auch jederzeit zum altmodischen Look der Atomic Edition umschalten. Neben den technischen Verbesserungen umfasst diese Edition auch eine brandneue fünfte Episode namens "Alien World Order", in der ihr bekannte Städte wie Paris, Amsterdam oder Moskau aufmischt.

Das Besondere daran: Speziell für diese Maps konnte Gearbox noch mal Allen Blum und Richard "Levelord" Gray anheuern, also die Original-Leveldesigner der ersten drei Episoden! Ein paar frische Gegner gibt's natürlich auch und sogar einen neuen Endboss, der aber sehr enttäuschend ausfällt - das Vieh ist nämlich nur ein Reskin eines alten Bossmonsters und noch dazu kinderleicht zu besiegen.

20th Anniversary World Tour: Die aktuelle Fassung

Deutlich cooler ist da schon der Incinerator, eine brandneue Feuer-Waffe, die sich einen Slot mit dem Eiswerfer teilt. Außerdem ist die hervorragende Rückspul-Funktion der Xbox-360-Version an Bord. Obendrauf gibt's neue Musikstücke, eine frische Sprachausgabe von Jon St. John und optionale Audiokommentare der Entwickler. Dafür fehlen hier aber die Erweiterungen wie Duke It Out in D.C. und Duke Caribbean: Life's a Beach. Auch die Atomic Edition, die noch in der Megaton-Version enthalten war, sucht man hier vergebens. Und weil Gearbox die Megaton-Fassung aus dem Verkehr gezogen hat, genießt die 20th Anniversary Edition bei manchen Fans nicht den besten Ruf. Für sich betrachtet ist sie aber ein absolut gelungenes Paket und damit ideal für alle, die den Kult-Shooter zum ersten Mal erleben wollen, ganz egal ob auf PC oder aktuellen Konsolen.

Hail to the King, Baby... oder doch nicht?

Gratulation, ihr habt es bis zum Ende geschafft! Und dabei gäbe es eigentlich noch mehr zu erzählen. Man könnte zum Beispiel noch über die ganzen eingestellten Duke-Projekte sprechen, die im Laufe der Jahre durchgesickert sind. Über den gescheiterten Versuch, ein inoffizielles Remake in 3D zu entwickeln. Oder über das späte Comeback von 3D Realms, das mit einem glatten Bauchklatscher begann, später aber auch Überraschungserfolge hervorgebracht hat - ganz besonders für Fans von Duke Nukem 3D.

Und vielleicht müsste man auch mal über den Duke selbst reden. Und warum heute scheinbar niemand mehr Bock hat, den Anabolika-Opa noch mal aus dem Ruhestand zu zerren. Schließlich hat man schon bei Duke Nukem Forever deutlich gemerkt, dass sein Humor längst nicht mehr so zieht wie früher. Die Zeiten haben sich geändert.

Der Battlelord ist der Bossgegner von Episode 1. Quelle: PC Games Der Battlelord ist der Bossgegner von Episode 1. In späteren Episoden taucht er als starker Standardgegner auf. Andererseits gibt es heute wieder viele Action-Fans, die sich nach satten, schnörkellosen Shootern der alten Schule sehnen! Solchen, die sich aufs Wesentliche konzentrieren und sich dabei auch nicht so ernst nehmen müssen. Spiele wie Ion Fury, Dusk oder Turbo Overkill sind auch deshalb so erfolgreich, weil ihre Entwickler erkannt haben, was die Shooter der 90er auszeichnet. Warum sie selbst heute noch gekauft, gemoddet und remastered werden - und warum wir ihnen viel zu lange Retro-Specials wie dieses hier widmen.

Duke Nukem 3D hat jedenfalls nicht die Jahrzehnte überdauert, weil es damals so kontrovers oder bahnbrechend war. Es hat sich gehalten, weil es einfach ein verdammt guter Shooter war, der genau zur richtigen Zeit kam. Denn während Quake, Unreal & Co. ab 1997 mit Riesenschritten ins 3D-Zeitalter marschierten, bildeten Duke Nukem 3D und die anderen Build-Engine-Titel so etwas wie eine gemeinsame Nachhut.

Von all den Fortschritten, die Half-Life und Halo brachten, wollten die gar nichts wissen! Denn sie waren im Grunde schon "retro", noch bevor der Begriff überhaupt in Mode kam. Und sie blieben im Gedächtnis. So sehr, dass sich Studios wie Nightdive heutzutage mit Neuauflagen eine goldene Nase verdienen.

Ganz zu schweigen von all den jungen Indie-Entwicklern, die sich redlich bemühen, den Reiz von damals einzufangen, und dabei erstaunlich oft ins Schwarze treffen. Immer wieder erscheinen da richtig hübsche Shooter mit 2,5D-Optik, zum Beispiel Boltgun, Projekt Warlock, Cultic oder das famose Nightmare Reaper. Sie alle stehen auf den Schultern von Spielen wie Wolfenstein 3D, Doom - und von Duke Nukem 3D.

Dabei hat Duke Nukem 3D das Genre weder revolutioniert noch erfunden. Aber es hat ihm verdammt viel gegeben. Genug, um selbst heute noch (!) richtig Spaß zu machen. Und wie viele Shooter können das nach 30 Jahren noch von sich behaupten? Der Duke kann das. Und das ist schon etwas ganz Besonderes. Vielen Dank fürs Lesen!

  1. Seite 1 Duke Nukem 3D: Rückblick auf einen Shooter, den es so nie wieder geben wird
  2. Seite 2 Duke Nukem 3D: Die Build-Engine macht's möglich!
  3. Seite 3 Duke Nukem 3D: Coole Details und interaktive Levels
  4. Seite 4 Duke Nukem 3D: Clevere Tricks und Easter Eggs
  5. Seite 5 Duke Nukem 3D: Atomic Edition und Konsolenumsetzungen
  6. Seite 6 Duke Nukem 3D: Source Ports, EDuke32 und die Megaton Edition
  7. Seite 7 Duke Nukem 3D: Fazit und Vermächtnis - Hail to the King, Baby...?
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk