Duke Nukem 3D: Clevere Tricks und Easter Eggs

Special Felix Schütz
Duke Nukem 3D: Clevere Tricks und Easter Eggs
Quelle: Gearbox

Duke Nukem 3D steckt voller Details, die den Shooter zu etwas Besonderem machen. Für manches davon mussten die Entwickler tief in die Trickkiste greifen.

Clever getrickst

Damit das Leveldesign mit seinen vielen Hüpfpassagen, Luftschächten, Zerstörungselementen und Taucheinlagen in der Build-Engine funktioniert, greifen die Entwickler zu einem cleveren Trick: Sie bauen den Level nicht zusammenhängend auf, sondern zerstückeln ihn im Editor so, wie es für sie gerade passt.

Die Engine erlaubt es nämlich, die Spielfigur nahtlos von einem Sektor zu einem anderen zu teleportieren, ganz egal wo auf der Map. Wenn man das richtig kaschiert, merkt der Spieler davon praktisch nichts.

Ein gutes Beispiel findet sich gleich zu Spielbeginn im ersten Level. Hier startet der Duke auf einem Dach, lässt sich dann durch einen Schacht fallen und landet so unten auf der Straße. Tatsächlich sind das Dach und die Straße überhaupt nicht miteinander verbunden. Während der Duke durch den Schacht fällt, wird er einfach in einen völlig anderen Levelbereich teleportiert. So was machen die Entwickler erstaunlich oft, zum Beispiel bei Aufzügen oder wenn der Duke ins Wasser springt - ganz schön clever!

Auch bei Spiegeln haben die Entwickler kreativ um die Limitierungen der Build Engine herumgetrickst. Die reflektieren natürlich nicht die tatsächliche Szene, so wie man es heutzutage mit aufwendigem Raytracing darstellen kann. Streng genommen schaut man nicht mal auf eine spiegelnde Oberfläche!

Witziges Detail: Wenn ihr mit dem Shrinker gegen einen Spiegel schießt, könnt ihr euch selbst schrumpfen. Quelle: PC Games Witziges Detail: Wenn ihr mit dem Shrinker gegen einen Spiegel schießt, könnt ihr euch selbst schrumpfen! Stattdessen blickt der Spieler durch eine transparente Wand in einen speziellen, unpassierbaren Raum dahinter. In dem werden die Umgebung, der Held, Gegner und andere sichtbare Elemente einfach noch mal gerendert, nur eben gespiegelt. Das Ergebnis ist nicht nur ressourcenschonend, es sieht für das Jahr 1996 auch überraschend gut aus und lässt damals so manche Kinnlade runterklappen.

Blut? Gut!

Neben den Umgebungen punktet auch die Action mit jeder Menge Details. Standard-Aliens gehen zum Beispiel röchelnd zu Boden, bevor sie das Zeitliche segnen oder sich noch einmal aufrappeln. Waffen hinterlassen Einschusslöcher in den Wänden. Manchmal gehen auch Objekte wie Glasscheiben, Hydranten oder Flaschen zu Bruch.

Ab und zu sorgen Treffer sogar für Blutspritzer an den Wänden, die dann langsam herabfließen. Und gelegentlich bilden sich richtige Blutlachen unter besiegten Feinden - wer da durchstiefelt, hinterlässt dann für kurze Zeit rote Fußabdrücke am Boden. Da vergisst man schnell, dass die Build Engine nur altmodische 2D-Sprites wie in Doom oder Wolfenstein 3D verwendet! (Und die BPjM hat sicher ihre helle Freude dran. Duke Nukem 3D bleibt übrigens bis zum Jahr 2017 indiziert.)

Wer durch Blutpfützen läuft, hinterlässt für kurze Zeit farbige Fußspuren. Quelle: PC Games Wer durch Blutpfützen läuft, hinterlässt für kurze Zeit farbige Fußspuren.

Kreatives Arsenal

Auch die Waffen haben es in sich und jede von ihnen erfüllt einen Zweck. Selbst die Standardpistole kann in vielen Situationen nützlich sein, außerdem gibt's den Mighty Foot (mächtiger Fuß) als brauchbaren Nahkampfangriff. Die Shotgun, eure Allzweckwumme, fühlt sich zwar nicht ganz so wuchtig an wie in Doom, spielt sich aber trotzdem sehr befriedigend. Für einen guten Shooter ein Muss!

Neben dem Standardzeug hat Duke Nukem 3D auch ein paar besondere Kampfgeräte auf Lager, zum Beispiel Rohrbomben oder Laser-Minen, mit denen man Hinterhalte legen kann. Die mächtigste Wumme ist aber der ikonische Devastator, im Grunde so was wie ein Doppel-Raketenwerfer, der Munition und Gegner zum Frühstück frisst.

Später findet ihr dann noch einen Eiswerfer, der Gegner zuverlässig einfriert - dann braucht's nur noch einen Treffer oder Tritt, um die Burschen in blutige Eiswürfel zu verwandeln. Richtig originell ist außerdem die Shrinker-Kanone, die eure Gegner putzig schrumpfen lässt. Dadurch werden selbst dicke Brocken schlagartig ungefährlich und lassen sich einfach zerstampfen. Auch im Multiplayer ein großer Spaß!

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Easter Eggs: Von Indy bis Star Trek

Easter Eggs in Shootern sind schon 1996 nichts Besonderes, doch Duke Nukem 3D treibt es auf die Spitze: Im Spiel wimmelt es nur so von Seitenhieben, egal ob auf Star Wars, Tanz der Teufel oder andere Videospiele. Schon im dritten Level könnt ihr zum Beispiel hinter der Gefängniskapelle einen übel zugerichteten Marine in grüner Rüstung entdecken - natürlich der Held aus Doom. Ehre, wem Ehre gebührt!

Im Level L.A. Rumble (E3M4) stoßt ihr dann auf ein Schild mit der Aufschrift "Quake Site". Kurz danach gibt's ein verheerendes Erdbeben, was der Duke passend kommentiert: "I ain't afraid of no Quake!" Natürlich ist das nicht respektlos gemeint, ganz im Gegenteil: 3D Realms ist absolut bewusst, dass der Release von Quake vor der Tür steht und das gesamte Genre aufmischen wird.

Easter Eggs in Duke Nukem 3D

In anderen Levels werdet ihr einen platt gedrückten Terminator entdecken, eine Anspielung auf Indiana Jones - und wer die Augen offen hält, betritt sogar die Brücke der Enterprise. Aber nicht alle Witze beziehen sich auf Filme und Spiele. Im zweiten Level hängt zum Beispiel ein Fernseher in einer Bar. Darauf zu sehen: eine Helikopteraufnahme von einer Straße und einem weißen Fahrzeug. Das ist natürlich eine Anspielung auf die berüchtigte Verfolgung von O. J. Simpson aus dem Jahr 1994 - ein Thema, das in vielen US-Medien zu der Zeit allgegenwärtig ist.

Nützliche Ausrüstung

Anders als in Doom habt ihr in Duke Nukem 3D auch ein kleines Inventar, in das besondere Verbrauchsgegenstände wandern, die ihr erst bei Bedarf verwendet. Zum Beispiel eine Taucherausrüstung, mit der ihr unter Wasser atmen könnt, eine holografische Attrappe oder ein Heilpaket für unterwegs. Das mit Abstand coolste Item ist aber das Jetpack, mit dem ihr bequem Abgründe überwinden, Secrets erreichen oder eure Gegner aus der Luft plattmachen könnt. Das Teil ist damit nicht nur verdammt praktisch, sondern spielt sich auch überraschend gut.

Bosse und Kontroversen

Am Ende jeder Episode wartet ein dicker Bossgegner auf seine Abreibung. Das Muster ist dabei immer gleich: In Bewegung bleiben, schwere Waffen auspacken und das Beste hoffen. Gutes Boss-Design sieht natürlich anders aus, aber 1996 geht das noch voll in Ordnung. Als "Belohnung" gibt's hinterher kurze Rendervideos, in denen der Duke triumphierend einen Alien-Augapfel durch ein Tor kickt - oder einem toten Bossmonster fröhlich pfeifend in den Hals scheißt. Als würde 3D Realms noch einmal sagen wollen: Bitte nehmt das Ganze bloß nicht ernst!

Am Ende von Episode 2 kämpft ihr gegen den Overlord. Quelle: PC Games Am Ende von Episode 2 kämpft ihr gegen den Overlord. Trotzdem sorgt gerade die Art und Weise, wie Frauen in dem Spiel dargestellt werden, immer wieder für Kontroversen. Halb nackte, wehrlose Opfer, offensichtlich von Aliens geschwängert, dazu zeigefreudige Stripperinnen, Besuche am Porno-Set - das muss man nicht cool finden. Wer solche Inhalte ausblenden will, kann es aber immerhin tun: Im Optionsmenü gibt's eine Parental-Lock-Funktion, die Sex und drastische Gewalt weitestgehend ausblendet. Habt ihr garantiert alle benutzt, stimmt's?

Dass Duke Nukem 3D so viele Jahre erfolgreich ist, liegt aber nicht nur an seinem umfangreichen Singleplayer. Auch der launige Mehrspielermodus für bis zu acht Spieler, anfangs nur über Netzwerk, Modem oder Nullmodem-Kabel, findet jede Menge Fans. Dazu trägt auch der Build-Editor bei, den 3D Realms klugerweise gleich mitliefert. Denn damit kann die Community sofort loslegen, eigene Maps basteln und das Spiel immer wieder mit Leben füllen. Das Erfolgsrezept von Doom funktioniert also auch hier.

  1. Seite 1 Duke Nukem 3D: Rückblick auf einen Shooter, den es so nie wieder geben wird
  2. Seite 2 Duke Nukem 3D: Die Build-Engine macht's möglich!
  3. Seite 3 Duke Nukem 3D: Coole Details und interaktive Levels
  4. Seite 4 Duke Nukem 3D: Clevere Tricks und Easter Eggs
  5. Seite 5 Duke Nukem 3D: Atomic Edition und Konsolenumsetzungen
  6. Seite 6 Duke Nukem 3D: Source Ports, EDuke32 und die Megaton Edition
  7. Seite 7 Duke Nukem 3D: Fazit und Vermächtnis - Hail to the King, Baby...?
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