Mods und Source Ports hauchen Duke Nukem 3D neues Leben ein, der Community sei Dank. Ohne sie hätten wir die Megaton Edition vielleicht nie bekommen!
Shadow Warrior und Blood
Während sich andere Studios um die Konsolenfassungen von Duke Nukem 3D kümmern, schiebt 3D Realms gleich mehrere Projekte gleichzeitig an. Noch vor der Fertigstellung von Duke Nukem 3D beginnt zum Beispiel ein zweites, internes Team damit, Shadow Warrior zu entwickeln. Der derbe Shooter ist darum schon 1997 fertig und setzt auf eine verbesserte Build Engine, die nun auch Voxeldarstellung, benutzbare Leitern, transparentes Wasser und verbesserte Raum-über-Raum-Fähigkeiten mitbringt.
Trotz des neuen Settings ist Shadow Warrior das Spiel, das einem geistigen Nachfolger von Duke Nukem 3D am nächsten kommt. Trotz positiver Wertungen fallen die Verkaufszahlen im Vergleich zum Duke deutlich niedriger aus. Kein Wunder, schließlich gibt's im selben Jahr mächtig Shooter-Konkurrenz auf dem PC - allen voran Quake 2, Jedi Knight und Turok, die bereits voll auf moderne 3dfx-Karten setzen.
Ein weiteres, wichtiges Projekt mit der Build Engine wird der düstere Horror-Shooter Blood. Das Spiel entsteht ursprünglich bei einem externen Entwicklerteam namens Q Studio, das aber im Laufe der Entwicklung von Monolith Productions übernommen wird, später tritt Apogee dann auch die Markenrechte ab. Das Spiel erscheint zwar im umkämpften Jahr 1997, verkauft sich aber anständig und entwickelt eine treue Fangemeinde. Damit gilt Blood bis heute als einer der besten Titel mit der Build Engine.
Quelle: PC Games
Blood nutzt die gleiche Engine wie Duke Nukem 3D und gilt als einer der besten 2,5D-Titel überhaupt.
Parallel entstehen noch weitere Spiele mit der Build Engine bei anderen Studios, darunter die PC-Fassung von PowerSlave oder Redneck Rampage. Danach wird's aber sehr lange ruhig um die Engine, was aber auch kein Wunder ist - ab 1997 wollen die Spieler eben lieber modernes 3D anstelle von flachen Sprites sehen.
Dieser Trend zeigt sich dann auch in den vielen Duke-Nukem-Spielen, die in den Jahren danach entstehen: Manhattan Project oder Zero Hour, Time to Kill, Land of the Babes oder Critical Mass, die größtenteils nur für Konsolen erscheinen. Sie alle verzichten auf Build und nutzen stattdessen lieber andere Technik mit echtem 3D. Aber das heißt nicht, dass bei der Build Engine oder Duke Nukem 3D deswegen schon die Luft raus ist!
In diesem Artikel
- Seite 1 Duke Nukem 3D: Rückblick auf einen Shooter, den es so nie wieder geben wird
- Seite 2 Duke Nukem 3D: Die Build-Engine macht's möglich!
- Seite 3 Duke Nukem 3D: Coole Details und interaktive Levels
- Seite 4 Duke Nukem 3D: Clevere Tricks und Easter Eggs
- Seite 5 Duke Nukem 3D: Atomic Edition und Konsolenumsetzungen
- Seite 6 Duke Nukem 3D: Source Ports, EDuke32 und die Megaton Edition
- Seite 7 Duke Nukem 3D: Fazit und Vermächtnis - Hail to the King, Baby...?
- Seite 8 Bildergalerie
Source Code und EDuke32
Im Jahr 1997 veröffentlicht id Software den Source Code von Doom, zur Begeisterung der Fans, die dem Shooter damit neues Leben einhauchen. Kurz danach drängen viele Hobby-Entwickler, Modder und Fans darauf, auch den Source Code von Duke Nukem 3D in die Hände zu bekommen. Leider hat 3D Realms zu der Zeit den Kopf ganz woanders.
So beginnen schon 1997 die ersten Arbeiten an Duke Nukem Forever, zunächst noch auf Basis der Quake 2 Engine. Auch die Produktion des vielversprechenden Shooters Prey wird zu der Zeit wieder hochgefahren. Zig Duke-Nukem-Portierungen und Ableger wollen jongliert werden. Und nebenbei ist man auch als Publisher mächtig eingespannt und hilft dabei, Spiele wie Max Payne über die Ziellinie zu bringen. Kurz gesagt: Bei 3D Realms hat keiner mehr so richtig Zeit für Duke Nukem 3D. Darum soll es noch bis zum 1. April 2003 dauern, bis man sich endlich dazu durchringt, den Source Code ins Netz zu stellen.
Quelle: PC Games
Dank EDuke32 sind tolle Mods wie diese möglich. Hier werden alle 2D-Sprites durch schicke Voxel-Objekte ersetzt.
Doch von nun an geht es Schlag auf Schlag. In den kommenden Jahren entstehen in der Community nicht nur jede Menge Mods, Maps und ganze Kampagnen. Es werden auch mehrere Source Ports entwickelt, die Duke Nukem 3D für moderne Systeme lauffähig machen und verbessern. Einer der wichtigsten Source Ports ist dabei JFDuke3D von Jonathan Fowler, für den er sogar Unterstützung von Ken Silverman erhält. So bekommt die Build Engine unter anderem Polymost verpasst, einen modernen OpenGL-Renderer, der Hardware-Unterstützung, 3D-Modell-Support, 32-Bit-Farben, hochauflösende Texturen, Perspektivenkorrektur und vieles, vieles mehr ermöglicht. Ein Jahr später erscheint dann die erste Version von EDuke32, das auf JFDuke3D aufbaut. EDuke32 wird auch heute noch aktiv weiterentwickelt und gilt weitläufig als die beste Art, um heutzutage Duke Nukem 3D zu spielen. Alles, was ihr dafür braucht, ist eine legale Version der Atomic Edition. Die gibt es mittlerweile aber leider nur noch über Zoom zu kaufen - warum auch immer.
Quelle: PC Games
Dank Voxel-Mod könnt ihr Figuren und Gegner nun von allen Seiten betrachten. Trotzdem bleibt der pixelige Look des Originals erhalten.
Wer das alte Duke Nukem 3D aber noch parat hat, kann sich freuen. Dank EDuke32 gibt's nämlich modernen Spielkomfort, Support für hohe Auflösungen und die Möglichkeit, verschiedenste Grafikmods zu installieren. Manche davon krempeln den Look des Spiels gewaltig um, verlieren dabei aber etwas den Charme des Originals. Das beliebte High Resolution Pack fügt zum Beispiel scharfe Texturen ein und ersetzt alle Sprites durch 3D-Modelle. Andere Mods fallen subtiler aus, wie zum Beispiel Voxel Duke Nukem 3D. Das behält den alten Grafikstil perfekt bei, verwandelt die alten 2D-Sprites aber in richtig hübsche Voxelobjekte, die man von allen Seiten betrachten kann. Und das gilt für alles, von Waffen und Items über Gegner und Umgebungsobjekte bis hin zu den NPCs. Die perfekte Symbiose aus "modern" und "retro".
Quelle: PC Games
Mit der Voxel-Grafikmod wirken sogar flache Objekte wie diese Toiletten plastisch und greifbar.
Megaton Edition
Im Jahr 2011 findet das legendäre Entwicklungsdrama um Duke Nukem Forever endlich ein Ende. Und würden wir das alles jetzt auch aufrollen, wären Artikel und Video locker doppelt so lang, darum die Kurzfassung: 3D Realms bastelt fast 14 Jahre an dem Ding, verbrennt unfassbar viel Geld, verliert 2009 sein Entwicklerteam und letztendlich auch die komplette Marke. Die Laune war also schon mal besser, ganz zu schweigen von den miserablen Wertungen, die das fertige Spiel kassiert. Von der Marke Duke Nukem ist zu diesem Zeitpunkt kaum mehr übrig als ein Running Gag ("when it's done").
Doch zumindest geht es danach wieder ein bisschen bergauf: Zwei Jahre nach Duke Nukem Forever kehrt Duke Nukem 3D überraschend zurück, diesmal in der verbesserten Megaton Edition.
Gut und vergriffen: Die Megaton-Edition von Duke Nukem 3D
Diese Version entsteht im Auftrag von Devolver Digital und wird von General Arcade entwickelt, einem Studio mit Sitz in Singapur und Malaysia, das sich auf Portierungen spezialisiert hat. Die Megaton Edition basiert auf dem JFDuke3D-Source-Port und kommt unter anderem mit einer frischen Benutzeroberfläche, Online-Multiplayer, Steam-Support und vielen Komfortverbesserungen. Neben dem PC werden diesmal außerdem die PS3 und die PS Vita bedient.
Zusätzlich sind mehrere Expansion Paks enthalten, die in den späten 90ern ohne Mitwirken von 3D Realms entstanden sind. Eines davon ist zum Beispiel Duke Caribbean: Life's a Beach, in dem ihr euch durch frische Level in einem sonnigen Urlaubssetting ballert, inklusive neuer Skins für Waffen und Gegner. Und als Bonus ist in dem Megaton-Paket auch gleich noch die klassische Atomic Edition enthalten, so wie es sich gehört. Alles in allem kommt die Megaton-Neuauflage damit super bei den Fans an.
Doch die Freude hält nicht lange an, denn schon 2016 endet das Lizenzabkommen zwischen Devolver und Gearbox Software, die 2010 die Rechte an Duke Nukem erworben haben. Kurz darauf wird die Megaton Edition aus sämtlichen Stores entfernt. Wer sie schon besitzt, darf sie natürlich auch weiterhin runterladen, allerdings lässt sie sich seither nicht mehr nachkaufen.
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