Duke Nukem 3D: Atomic Edition und Konsolenumsetzungen

Special Felix Schütz
Duke Nukem 3D: Atomic Edition und Konsolenumsetzungen
Quelle: Gearbox

Mit der Atomic Edition erhält Duke Nukem 3D ein starkes Add-on. Aber auch die Konsolenumsetzungen können sich sehen lassen.

Plutonium Pak und Atomic Edition

Nach dem Launch lassen die Entwickler nichts anbrennen und veröffentlichen schon im November 1996 das Plutonium Pak. Es ist das erste und einzige Add-on für Duke Nukem 3D, das offiziell von 3D Realms stammt.

Die Erweiterung wertet das Spiel zur Atomic Edition auf und erweitert das Spiel um eine vierte Episode, mit brandneuen Locations wie Area 51, einem Duke-Burger-Lokal oder einem Freizeitpark. Zwei neue Gegnertypen werten die Kämpfe etwas auf, außerdem bekommt ihr mit dem Expander eine neue, sehr starke Hitscan-Waffe, die Gegner kurzerhand explodieren lässt.

Neue Gags und noch mehr hohle Sprüche gibt's natürlich auch. Und wer mag, kann im Multiplayer nun auch gegen Bots antreten. Alles in allem ein sehr gutes Paket, an dem auch ein paar neue Entwickler beteiligt waren. Einer davon ist kein Geringerer als Randy Pitchford, also der gleiche Mann, der drei Jahre später Gearbox Software gründen wird. Viele Jahre vor Borderlands beginnt der junge Randy hier seine Gaming-Karriere, indem er Maps für die vierte Episode von Duke Nukem 3D bastelt.

PSX, Saturn, N64: Duke Nukem 3D auf Konsolen

Weil sich die PC-Fassung hervorragend verkauft, will 3D Realms das Spiel auch auf möglichst vielen Konsolen sehen. Das Team ist zu der Zeit aber bereits mit zig anderen Projekten beschäftigt. Darum heuert man schnell mehrere Studios an, um die Konsolenfassungen umzusetzen. Weil die Teams unabhängig voneinander arbeiten, unterscheiden sich auch die Konsolenfassungen in wichtigen Punkten. Die drei wichtigsten Ports erscheinen bereits 1997 für die erste Sony Playstation, das Sega Saturn und das Nintendo 64.

Auch unter Wasser wird erkundet und gekämpft. Die Build Engine macht's möglich. Quelle: PC Games Auch unter Wasser wird erkundet und gekämpft. Die Build Engine macht's möglich.

Duke Nukem 3D auf Playstation

Den Anfang macht die Playstation-Umsetzung, die als "Duke Nukem: Total Meltdown" erscheint. Der Port wird von Aardvark Software entwickelt und umfasst die drei Episoden des Hauptspiels sowie eine vierte, exklusive Episode namens "Plug 'N' Pray". Die bringt sechs Level mit, die zwar brandneu, aber leider nicht besonders gut sind. Dazu gibt's aber immerhin ein paar frische Gegnertypen und einen aufgepeppten Soundtrack, der sehr gut bei den Fans ankommt. Auch die praktische Quicksave-Funktion wird überaus positiv bewertet. In Sachen Sex und Gewalt ist diese Fassung unzensiert und auch technisch bleibt man sehr nahe am PC-Original, hier kommt nämlich die klassische Build-Engine zum Einsatz. Allerdings hat der Port mit einer umständlichen Steuerung und teils heftigen Performance-Einbrüchen zu kämpfen, was den Spielspaß empfindlich schmälert. Der Port findet zwar trotzdem viele Fans, doch von einer idealen Umsetzung ist Total Meltdown noch ein gutes Stück entfernt.

Duke Nukem 3D auf Sega Saturn

Die Portierung für Sega Saturn wird von Lobotomy Software gestemmt. Das Team hat davor den gelungenen Shooter Powerslave entwickelt und für die Konsolenfassung bereits eine eigene Engine namens SlaveDriver gebaut. Dieser Grafikmotor kommt nun auch im Saturn-Port von Duke Nukem 3D zum Einsatz. Dazu müssen die Level der PC-Fassung allerdings mühsam nachgebaut werden, weshalb es auch einige Abweichungen in den Umgebungen gibt. Optisch hat diese Version aber einiges zu bieten, zum Beispiel eine solide Framerate, echte 3D-Umgebungen mit Perspektivenkorrektur und eine deutlich bessere Beleuchtung, hier sogar schon mit farbigen Lichtquellen. Zwar ist die Steuerung auch auf dem Saturn mehr als gewöhnungsbedürftig, doch alles in allem ist das trotzdem ein sehr anständiger Port. Und als nettes, kleines Extra liegt auch noch Death Tank Zwei als verstecktes Bonusspiel bei.

Duke Nukem 3D auf dem Nintendo 64

Auch für das Nintendo 64 wurde überraschend viel Aufwand betrieben. Diese Portierung stammt vom Entwickler Eurocom und nutzt eine kräftig veränderte Build Engine, die mit weich gefilterten Texturen, Perspektivenkorrektur und schöneren Explosionen überzeugt. Es gibt sogar einen Bossgegner, der komplett als 3D-Modell auftritt. Auch die Waffen wurden neugestaltet, außerdem können manche Knarren nun zwischen zwei Munitionstypen wechseln. Es kommen sogar ein paar neue Wummen hinzu, darunter beispielsweise ein gelungener Granatwerfer! Weil Nintendo bei sexuellen Inhalten aber die Rote Karte zückt, müssen viele Inhalte angepasst werden, angefangen von Postern und NPCs über Dukes Kommentare bis hin zu ganzen Levelabschnitten. Die Videothek aus E1M2 wird beispielsweise durch ein Waffengeschäft ersetzt. Und anstelle eines Tabledance-Schuppens kämpft ihr euch durch ein Burger-Lokal.

Trotz der Zensur spielt sich Duke Nukem 64 sehr ordentlich, auch wenn es leider keine Möglichkeit gibt, während eines Levels zu speichern. Auch das Fehlen von Musik fällt negativ auf und schadet der Atmosphäre. Dafür kommt der Port aber mit einem Vier-Spieler-Deathmatch und Splitscreen-Koop für zwei Spieler. Eine der interessantesten Änderungen betrifft allerdings die entführten Babes: Im Gegensatz zum PC-Original könnt ihr die wehrlosen Frauen hier nämlich problemlos retten, was einem dann auch am Levelende in der Statistik angezeigt wird. Da stellt sich eigentlich nur die Frage, warum das nicht auch schon in der PC-Version ging.

Bildergalerie

Noch mehr Ports und Ableger

Zusätzlich wird Duke Nukem 3D auch für andere Plattformen umgesetzt, die aber mit dem Original nur noch sehr wenig zu tun haben.

  • So erscheint 2002 zum Beispiel Duke Nukem Advance für den Game Boy Advance, das eine andere Engine, neue Level und vereinfachtes Gameplay mitbringt. Aus Duke Nukem 3D werden nur ein paar Grafiken und Sounds übernommen, sonst haben die Spiele kaum was miteinander am Hut.
  • Am schrägsten ist aber die Umsetzung für das Sega Mega Drive, entwickelt von Tec Toy im Jahr 1998. Die Rechtslage hinter dem Spiel ist bis heute nicht so ganz geklärt, es erschien zunächst nur in Südamerika, angeblich ohne Segen von 3D Realms, wurde dann aber 2015 überraschend weltweit veröffentlicht. Auch das Spiel selbst ist ein absolutes Kuriosum. Es umfasst nämlich gerade mal neun Level, die auf der zweiten Episode Lunar Apocalypse basieren, und bietet nur sehr simple Levellayouts. Darum spielt sich das Ganze eher wie Wolfenstein 3D und auch grafisch ist diese Version nur mit viel Wohlwollen zu ertragen. Für die steinalte Mega-Drive-Hardware kann sich das Ergebnis aber trotzdem noch sehen lassen!
  • Eine erfreuliche Umsetzung gibt's im Jahr 2008, diesmal für die Xbox 360. Die XBLA-Version entspricht der klassischen Atomic Edition, hat aber eine deutlich bessere Controller-Steuerung, mit der das Spiel endlich richtig Spaß macht. Ein Online-Koop wertet den Multiplayer auf, außerdem gibt's hier eine äußerst praktische Rückspulfunktion, die manuelles Speichern praktisch überflüssig macht.
  1. Seite 1 Duke Nukem 3D: Rückblick auf einen Shooter, den es so nie wieder geben wird
  2. Seite 2 Duke Nukem 3D: Die Build-Engine macht's möglich!
  3. Seite 3 Duke Nukem 3D: Coole Details und interaktive Levels
  4. Seite 4 Duke Nukem 3D: Clevere Tricks und Easter Eggs
  5. Seite 5 Duke Nukem 3D: Atomic Edition und Konsolenumsetzungen
  6. Seite 6 Duke Nukem 3D: Source Ports, EDuke32 und die Megaton Edition
  7. Seite 7 Duke Nukem 3D: Fazit und Vermächtnis - Hail to the King, Baby...?
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