Doom neu definiert - dank Source Ports!

Special Felix Schütz
Doom neu definiert - dank Source Ports!
Quelle: Bethesda

Doom ist nicht irgendein Shooter. Es ist DER Shooter, der ein ganzes Genre geprägt hat. Unser Report zeigt, wie Doom entstanden ist, warum es seiner Zeit voraus war - und wie viel Spaß es heute noch macht. Mit 57 Minuten Video-Special!

Die Quelle aller Mods

Ende 1997, also kurz nach dem Release von Quake 2, geht id Software wieder einen Riesenschritt auf die Doom-Fangemeinde zu: Am 23. Dezember veröffentlichen die Texaner ganz offiziell den Quellcode der alten Spiele. Damit hat die Modding-Szene plötzlich so viel mehr Möglichkeiten, um mit Doom die wildesten Sachen anzustellen - und das tut sie bis heute, denn das Spiel wird mittlerweile auf so ziemlich alles portiert, was Strom verbraucht.

Von der Waschmaschine bis zum Auto, auf Ticketautomaten, Digitalkameras und sogar auf Schwangerschaftstests - die uralte Frage "Can it run Doom?" wurde schon unzählige Male mit "Ja!" beantwortet.

Was aber viel wichtiger ist: Durch die Veröffentlichung des Source Codes haben Hobby-Entwickler endlich die Möglichkeit, eigene Source Ports der Doom-Engine zu basteln. Chocolate Doom, Zandronum, GZDoom, Boom und so viele andere sind daraus entstanden und für viele Fans heute gar nicht mehr wegzudenken. Die Source Ports erlauben nämlich Dinge, die im originalen Doom unmöglich waren. Man kann zum Beispiel ohne Verzerrung in alle Richtungen blicken, springen, sich ducken und so vieles mehr.

Die Mod "Rekkar" für Dom Quelle: PC Games Rekkar ist eine der vielen Total Conversions, die mit der Doom Engine völlig neue Spielerlebnisse liefern. Manche Mods auf Basis dieser Engines fügen auch völlig neue Gegner, Waffen und Spielmechaniken hinzu. Andere dagegen schrauben an der KI oder bauen derbe Splatter-Effekte ein. So wie zum Beispiel das äußerst beliebte Brutal Doom, das dem Shooter nicht unr eimerweise Blut, sondern auch ein deutlich moderneres Spielgefühl verpasst.

Ein Screenshot aus Brutal Doom Quelle: PC Games Moderne Source Ports (hier: GZDoom) machen Mods wie Brutal Doom möglich, die dem Spiel neue Waffen, Effekte, Features und ein zeitgemäßeres Spielgefühl verpassen. Wer's optisch noch eindrucksvoller mag, kann sich das Spiel natürlich auch mit unzähligen Grafikmods zuballern. Die modeln die Gegner dann zum Beispiel in Voxelfiguren um und Raytracing sorgt für schicke Spiegelungen sowie tolle Licht- und Schatteneffekte. Es sind Mods wie diese, die dafür sorgen, dass wir das uralte Doom ständig wieder rauskramen - dank der Community wird es einfach nicht langweilig!

Mods machen's möglich: Doom mit moderner Grafik
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Nachschub für die Fans

Weil die Modding-Szene spätestens jetzt aus allen Rohren feuert, werden die klassischen Doom-Spiele im Laufe der Jahre immer wieder in neuen Sammlungen und Sondereditionen rausgebracht. Neue offizielle Inhalte gibt's lange Zeit aber überhaupt nicht mehr - bis ins Jahr 2010. Da bekommt das uralte Doom 2 tatsächlich nochmal frischen Content verpasst, diesmal vom Entwicklerstudio Nerve Software. Ihr Kapitel No Rest for the Living präsentiert sich als frische, neunteilige Episode, die als großes Extra für den Xbox-360-Release von Doom 2 erstellt wird. Die neuen Maps sind vor allem für Koop-Fans und Doom-Profis gedacht und punkten mit gutem Design.

In diesem Artikel

  1. Seite 1 Die Anfänge von id Software
    1. 1.1 Die Anfänge bei Softdisk
    2. 1.2 Der erste Durchbruch
    3. 1.3 Commander Keen oder: Die Geburt von id Software
  2. Seite 2 Erste Gehversuche: Wolfenstein 3D verändert alles
    1. 2.1 id Software goes 3D
    2. 2.2 Ein Shooter schockt die Welt
    3. 2.3 Die Geburtsstunde von Doom
  3. Seite 3 Die Entwicklung von Doom
    1. 3.1 An die Arbeit!
    2. 3.2 Als die id Tech laufen lernt
    3. 3.3 Probleme und noch mehr Lösungen
    4. 3.4 Licht ohne Schatten
  4. Seite 4 Release und Erfolg: Doom schlägt ein
    1. 4.1 Zwischen Rückschlag und Fortschritt
    2. 4.2 Die letzten Meter zum Release
    3. 4.3 Mit Shareware zum Erfolg
    4. 4.4 Technik ist die halbe Miete
  5. Seite 5 id Tech 1: Ist das überhaupt 3D?
    1. 5.1 Jeder Schuss ein Treffer
    2. 5.2 Am Ende zählt der Spielspaß
    3. 5.3 Nicht ohne meine Kettensäge!
    4. 5.4 Doom hat eine... Handlung?
  6. Seite 6 Zeitloses Spieldesign ohne Ballast
    1. 6.1 Nur für Erwachsene
    2. 6.2 Doom 2: Hell on Earth
    3. 6.3 Doom trifft Fantasy
    4. 6.4 Doom auf Konsolen: Highlights und Nieten
    5. 6.5 The Ultimate Doom
  7. Seite 7 Von Mods und Legenden
    1. 7.1 Alle Macht den Moddern
    2. 7.2 Final Doom
    3. 7.3 Doom 95: Die Geschichte von Bill Gates und Gabe Newell
    4. 7.4 Das Ende der id Tech 1
    5. 7.5 Doom 64: Das wahre Doom 3?
  8. Seite 8 Doom neu definiert - dank Source Ports!
    1. 8.1 Die Quelle aller Mods
    2. 8.2 Nachschub für die Fans
    3. 8.3 Neue Level zum großen Jubiläum
  9. Seite 9 So spielt man Doom heute!
    1. 9.1 Wo kann ich Doom kaufen?
    2. 9.2 Ein Genre erhebt sich: Doom und seine Folgen
    3. 9.3 Im Wandel der Zeit
    4. 9.4 Epilog: Ein Shooter für die Ewigkeit
  10. Seite 10 Bildergalerie

Im Juli 2019 kündigt id Software dann das Jahr von Doom an, um das 25-jährige Jubiläum gebührend zu feiern. Im Zuge dessen wird Doom Classic von der id Tech 1 auf Unity portiert. Diese Version bringt massenhaft technische Verbesserungen, neue Menüs mit frischen Optionen, ein erweitertes UI - und es macht Umsetzungen auf modernen Plattformen wie iOS und Android sehr viel einfacher.

Noch im gleichen Jahr bekommen Doom-Fans dann endlich wieder neue Inhalte serviert - und zwar von keinem Geringeren als John Romero höchstpersönlich. Zum Jubiläum präsentiert der id-Mitbegründer sein Werk Sigil, eine halb offizielle, fünfte Episode, die an "Thy Flesh Consumed" anknüpft. Diese ultraschwere Erweiterung kommt mit einem frischen Grafikstil, noch aufwendigeren Maps und sogar ein paar neue Ideen daher, wie zum Beispiel Schalter, auf die man schießen kann. Das Paket kommt so gut bei den Fans an, dass Sigil fast fünf Jahre später eine gelungene Fortsetzung erhält, diesmal zum 30. Geburtstag von Doom. Romero kann es halt einfach nicht lassen.

Ein Screenshot aus Legacy of Rust. Quelle: PC Games Neue Waffen, neue Gegner: Legacy of Rust ist eine überraschend gute Erweiterung.

Neue Level zum großen Jubiläum

Am 8. August 2024 erscheint dann das bislang letzte offizielle Levelpaket: Legacy of Rust entsteht in Zusammenarbeit mit id Software, den Remaster-Profis von Nightdive und den Indiana-Jones-Entwicklern von Machine Games. Diese Episode hat 16 frische Level im Gepäck, die nochmal detaillierter ausfallen und massenhaft neue Assets bieten.

Legacy of Rust führt außerdem zum ersten Mal seit Doom 2 frische Waffen und brandneue Gegnertypen ein, zum Beispiel den markanten Vassago, der euch mit Feuer-Flächenschaden einheizt. Diese ganzen Neuerungen bringen endlich wieder frischen Wind in die Doom-Formel - für eingeschworene Fans also genau das Richtige.

  1. Seite 1 Die Anfänge von id Software
  2. Seite 2 Erste Gehversuche: Wolfenstein 3D verändert alles
  3. Seite 3 Die Entwicklung von Doom
  4. Seite 4 Release und Erfolg: Doom schlägt ein
  5. Seite 5 id Tech 1: Ist das überhaupt 3D?
  6. Seite 6 Zeitloses Spieldesign ohne Ballast
  7. Seite 7 Von Mods und Legenden
  8. Seite 8 Doom neu definiert - dank Source Ports!
  9. Seite 9 So spielt man Doom heute!
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