Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5

Test Felix Schütz
Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5
Quelle: PC Games

Vom Filzhut bis zum Peitschenknall: So stilecht war Indiana Jones seit Der letzte Kreuzzug nicht mehr. Update: Jetzt auch mit PS5-Wertung!

Das ist er! Zerbeulte Jacke, Schweißperlen im Gesicht, Spinnweben am Fedora. Die Peitsche in der einen Hand, ein uraltes Artefakt in der anderen. Noch grinst er, doch Sekunden später wird eine Falle auslösen, vielleicht stürzt die Decke über ihm ein oder eine Falltür tut sich auf. Natürlich wird er es lebendig rausschaffen, wie immer. Trotzdem fiebere ich mit! Denn das ist Indiana Jones, wie er im Buche steht. Mein Indiana Jones! Seit dem fantastischen Fate of Atlantis habe ich auf ein neues Spiel gewartet, das ihm wieder gerecht wird - und bin endlich fündig geworden.

Indiana Jones und der Große Kreis ist dieses Spiel. Und nun dürft ihr es endlich auch auf PS5 genießen.

Die Wartezeit hat sich gelohnt: Man merkt in jeder Programmzeile, dass hier Entwickler am Werk waren, die Indiana Jones lieben, vor allem seine ersten drei Filme. Entwickelt wurde es von Machine Games, sie haben die letzten Wolfenstein-Spiele gemacht, die von Fans und Kritikern gefeiert wurden.

Doch dieses Spiel ist anders, wer einen Shooter oder ein neues Uncharted erwartet, wird bitter enttäuscht. Selbst an Tomb Raider kommt es in manchen Punkten nicht ran. Und trotzdem habe ich (fast) jede Minute genossen!

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Denn am Ende dreht sich alles um diese eine Frage: Bin ich ein Fan? Würde ich mit Indy um die halbe Welt reisen, selbst wenn andere Spiele vielleicht mehr Spannung pro Minute, mehr Tempo, mehr Schauwert liefern? Für mich ist die Antwort klar.

Screenshots aus dem Test (PC)

Da-da-da-daaaa, da-da-daaa!

Indiana Jones und der Große Kreis (jetzt kaufen 79,99 € / 62,99 € ) beginnt im Jahr 1937 - also nur ein knappes Jahr nach Indys erstem Kinoauftritt in "Jäger des Verlorenen Schatzes". Der ideale Zeitpunkt, so erleben wir nämlich einen Helden in Topform. Indys Look im Spiel wurde dem jungen Harrison Ford hervorragend nachempfunden. Auch die Mimik ist über weite Strecken spitze, und das ist wichtig!

Geschnitten oder uncut?
Trotz eindeutiger Nazi-Symbolik und Hitler-Darstellungen ist Indiana Jones und der Große Kreis auch in Deutschland ungeschnitten erhältlich. Die USK-16-Fassung wurde also in keiner Weise zensiert.

Denn genau wie in den Filmen darf auch dieser Indy ordentlich Emotionen zeigen, von Angst, Erstaunen und Erleichterung bis hin zu nackter Panik, Wut, Freude und vielem mehr - das macht ihn menschlich, nahbar, glaubwürdig. Umso besser, dass Machine Games hier so viel Mühe reingesteckt hat.

Und damit das wirklich alle kapieren, eröffnet Machine Games das Spiel auf clevere Weise - und lässt euch die wohl berühmtesten Szene aller Indiana-Jones-Streifen einfach selbst nachspielen! Der direkte Vergleich zum Kinofilm ist erstaunlich und zeigt, wie detailverliebt die Entwickler zu Werke gingen. Egal ob Gesichter, Musik oder Kulissen - da stimmt praktisch alles.

Das Abenteuer ruft

Auch die Geschichte weckt Erinnerungen an Indys Glanzzeiten. Sie ist zwar längst nicht so rund und mitreißend wie in den ersten drei Streifen, macht aber auch vieles richtig: Diesmal muss unser Held dem sagenumwobenen Großen Kreis nachjagen, ohne genau zu wissen, was das eigentlich ist.

Schnell wird dabei klar, dass er mehrere mysteriöse Steine mit ungeahnter Macht beschaffen muss, doch die Nazis haben es ebenfalls darauf abgesehen - und so entbrennt mal wieder ein Wettlauf um den halben Erdball. Indys Reise führt ihn aus den USA zuerst in den Vatikan nach Rom, später geht's auch ins ägyptische Gizeh, in den Himalaya und nach Sukhothai in Thailand.

Lesenswert: Indiana Jones und der Große Kreis im Hardware-Check

Machine Games inszeniert das Abenteuer mit fast vier Stunden Cutscenes. Viele davon fangen den Geist von Indy erstaunlich gut ein: Egal, ob er gerade mit seiner Peitsche an einem deutschen Zeppelin baumelt (schlechte Idee!) oder vor Panik erstarrt, als eine Schlange über seine Schulter huscht - immer wieder fühle ich mich an den guten alten Indy aus meiner Jugend erinnert. Und wenn eine Prügelei mit zwei Nazis so chaotisch gerät, dass es fast schon an Slapstick erinnert, bleibt kein Auge trocken. Oh, oder die kleine Comedy-Einlage mit dem umtriebigen Faschisten im Beichtstuhl! Ich bin mir sicher: An dieser Szene hätte auch Harrison Ford seine Freude gehabt.

Untermalt wird das Ganze von einem erstklassigen orchestralen Soundtrack, der nicht einfach nur John Williams' legendäre Stücke zweitverwertet, sondern von Grund auf neu komponiert wurde. Ein kniffliger Job, den Gordy Haab aber mit Bravour meistert - der Komponist hatte zuvor sich zuvor schon mit Star Wars Jedi: Survivor und den Battlefront-Spielen einen Namen gemacht.

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