Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Der Siegeszug der Computer

Special Alexander Funke

Im dritten Teil unserer Videospiele-History behandeln wir den Zusammenbruch des Videospiele-Markts - und wie er wieder auferstand. Denn nach dem astronomischen Boom der Anfangstage platzte die Blase irgendwann! Wie es dazu kam erfahrt ihr hier.

Der Siegeszug der Computer
Im Gegensatz zu den actionorientierten Arcade- und Videospielen entwickelt sich die Unterhaltungssoftware auf Computern überwiegend anders. Zwar werden die beliebtesten Spielhallenkonzepte Anfang der 80er-Jahre auch auf den Apple II portiert, doch die erfolgreichsten und spannendsten Titel sind zu diesem Zeitpunkt meist mehr oder weniger direkte Erben von Colossal Cave Adventure (beispielsweise Ultima oder Zork, die beide zwischen 1980 und 1983 zwei weitere Fortsetzungen erhalten). In dieser Linie darf auch Wizardry genannt werden, das 1981 erscheint, ebenfalls von Studenten entwickelt wurde und in den folgenden beiden Jahren zwei weitere Teilen nachlegt.

Wie Ultima ist es ein Rollenspiel, das zuerst auf dem Apple II erscheint und später wegen des großen Erfolges auf weiteren wichtigen Plattformen umgesetzt wird.

C 64: Der bis heute erfolgreichste Heimcomputer der Welt hat selbst heute noch viele aktive Nutzer Quelle: Commodore C 64: Der bis heute erfolgreichste Heimcomputer der Welt hat selbst heute noch viele aktive Nutzer 1983 wird zum Schlüsseljahr für die gesamte Branche. Während die Spielhallen schon ihre Anziehungskraft verloren haben, das Konsolengeschäft Ende des Jahres vollständig kollabiert, der Commodore 64 aber immens an Bedeutung gewinnt, verlagert sich das Spielegeschäft in der Folgezeit auf den Apple II – und vor allem auf den C64. Der Commodore ist im Gegensatz zum Apple-Rechner auch in Europa populär. Auf dem europäischen Kontinent merkt man übrigens kaum etwas vom Branchencrash, denn das Atari VCS verkauft sich (vor allem wegen seines günstigen Preises) auch danach noch verhältnismäßig gut, obwohl sich die Krise ebenfalls auf Atari Deutschland auswirkt.

M.U.L.E.: Das einflussreichste Spiel der frühen Computer-Ära. Besonders der Mehrspielerteil ist absolut genial. Quelle: Electronic Arts M.U.L.E.: Das einflussreichste Spiel der frühen Computer-Ära. Besonders der Mehrspielerteil ist absolut genial. Zudem haben zu diesem Zeitpunkt Computer einen wesentlich größeren Stellenwert. Mit Ausnahme von England (wo sich daneben noch zusätzliche Systeme wie Sinclairs ZX-Rechner, Amstrad-PCs und Acorn-Computer etablieren) erobert der "Brotkasten", wie der C64 wegen seiner Form genannt wird, die Herzen der europäischen Computer-Enthusiasten im Sturm, was sich wenig später auch in der Spielesoftware zeigt. Einer der ersten Verkaufsschlager für das System ist zugleich die erste große Produktion des neu gegründeten Software-Hauses Electronic Arts. In M.U.L.E., das ursprünglich für den ersten Atari-PC entwickelt wird, erlebt der Spieler zum ersten Mal die Simulation wirtschaftlicher Vorgänge.

Elite: David Brabens Spiel gilt als Klassiker und begeistert seinerzeit mit komplexem Spielablauf. Quelle: Superior Software Elite: David Brabens Spiel gilt als Klassiker und begeistert seinerzeit mit komplexem Spielablauf. Dieses Element vermischt Designer Dan Bunten mit Strategie-Mechanismen und fügt dem Titel am Ende eine Mehrspieler-Komponente hinzu, was das Konzept letztendlich revolutionär macht. Designer-Legenden wie Sid Meier, Warren Spector oder Will Wright nennen später M.U.L.E. als eines ihrer persönlichen Lieblingsspiele. M.U.L.E. besitzt noch 25 Jahre nach der Veröffentlichung Kultstatus. Auch das 1984 erscheinende Elite erregt großes Aufsehen – dort steht wieder die Simulation von Wirtschaftskreisläufen im Vordergrund. David Brabens Weltraum-Epos entsteht zunächst für die wenig bekannten Acorn-Computer, wird aber kurze Zeit später auf international verbreitetere Plattformen umgesetzt, auf denen Elite zum Hit wird. In mancherlei Hinsicht ist es M.U.L.E. durchaus ähnlich (Wirtschaftsaspekt, Weltraum), ersetzt aber den Strategie-Teil vollständig durch Action-Elemente. Für die Darstellung des Alls nutzt Braben Drahtgitter-3D-Grafik, was dem Spiel einen futuristischen Look verleiht. Leider bietet es keine Mehrspielerunterstützung, dieser Fakt schmälert den Erfolg aber nicht.

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  1. Seite 1 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Einleitung + Löten war gestern!
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  3. Seite 3 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Invasion aus dem All
  4. Seite 4 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Der Massenmarkt und Aufschwung
  5. Seite 5 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Der Ertrag wächst
  6. Seite 6 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Der Siegeszug der Computer
  7. Seite 7 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Spiele werden witzig
  8. Seite 8 Die Geschichte der Videospiele Teil 3: Spiele werden witzig
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