Über fünf Jahrzehnte der elektronischen Unterhaltung liegen bereits hinter uns. In unserer Serie zeigen wir euch im ersten Teil die Ursprünge der Videospiele und verraten, mit welchen einfachen Mitteln damals Pixel auf die Bildschirme gezaubert wurden.
Konzepte vor Tennis for Two
Quelle: Wikimedia Commons / Brookhaven National Laboratory
Tennis for Two: Besucher des Brookhaven National Laboratory spielen anlässlich des 50. Jubiläums eine Runde.
Aus heutiger Sicht gilt es als sicher, dass es bereits vor Tennis for Two elektronische Spiele gegeben hat. Aufgrund der Tatsache, dass viele Entwicklungen im Stillen stattgefunden haben und niemals ans Licht der Öffentlichkeit gelangten, werden diese möglicherweise respektablen Experimente wahrscheinlich für immer verschollen bleiben. Dennoch sind zwei weitere Fälle bekannt, in denen es Versuche gegeben hat, etwas in dieser Richtung zu entwickeln. Thomas T. Goldsmith Jr. und Estle Ray Mann waren auf diesem Feld bereits 1947 mehr oder weniger erfolgreich, als sie mithilfe einer Fernsehröhre ein frühes Raketen-Actionspiel erfanden.
Dank verschiedener Knöpfe konnte man die Flugbahn einer Rakete so beeinflussen, dass sie ihr Ziel traf. Wegen der eingereichten Patente existieren heute noch Aufzeichnungen davon. 1952 ist es ein Student in Cambridge, Alexander S. Douglas, der einen weiteren Gehversuch im Bereich der elektronischen Unterhaltung wagt. Ähnlich wie Higinbothams
Quelle: Wikimedia Commons / Kassarin Alexei
Schematische Darstellung eines Nimrod-Computers.
Spiel sechs Jahre später setzte OXO, eine Umsetzung von Tic Tac Toe, auf einem System auf, das im Wesentlichen aus einem Oszillographen mit angeschlossenem Computer bestand. Im Gegensatz zu Tennis oder Spacewar! stellte sich der Spieler hier der künstlichen Intelligenz. Der erste reine Spielcomputer erblickte bereits 1951 das Licht der Welt. Der NIMROD wurde nur zu einem einzigen Zweck konzipiert, und das war der Betrieb des Spieles Nim, ein mathematisches Strategiespiel. Mit diesem Gerät sollte der Öffentlichkeit auf der Wissenschaftsausstellung in England 1951 gezeigt werden, was ein Computer alles kann. Allerdings war das - wie auch die Idee von OXO - nur eine Umsetzung bekannter Gesellschaftsspiel-Ideen und wird daher nicht als Beginn angesehen, sondern eher als eine Art Prolog.
In diesem Artikel
- Seite 1 Einleitung + Die frühen Jahre
- Seite 2 Das erste Videospiel
- Seite 3 Das erste Computerspiel
- Seite 4 Bewegte Bilder
- Seite 5 Der Weg zum kommerziellen Erfolg
- Seite 6 Konzepte vor Tennis for Two
- Seite 7 Exkurs: XNA Games Studio
- Seite 8 Der fast vergessene Vater der Videospiele
- Seite 9 Bildergalerie
