Die Dawn of War Historie: Der Fall von DoW 3 und die Zukunft der Reihe

Special Christian Schmid Sascha Lohmüller
Die Dawn of War Historie: Der Fall von DoW 3 und die Zukunft der Reihe
Quelle: Relic Entertainment

Passend zum Release der Definitive Edition von Dawn of War und zur Ankündigung des vierten Teils blicken wir zurück auf die Entstehungsgeschichte der Strategie-Reihe von Relic Entertainment.

Für ein ohnehin von vielen kleinen und großen Designfehlern gebeuteltes, nicht eindeutig einem Genre zuzuordnenden Nischenprodukt wie Dawn of War 3 stellte das den Todesstoß dar. Innerhalb von zehn Monaten wurde die aktive Entwicklung des dritten Teils der Serie eingestellt und das Spiel in den Wartungsmodus versetzt; heutzutage erreicht DoW 3 auf Steam durchschnittlich 100 aktive Spieler. Sonys Shooter Concord hält zwar bisher mit zwei Wochen von Release bis Abschaltung den Rekord für den schnellsten Zusammenbruch aller Zeiten, Dawn of War 3 reiht sich jedoch knapp dahinter ein, wurde von einem AAA-Entwickler kreiert und brachte obendrein die starke Warhammer-40.000-IP mit. Um ein wenig polemisch zu werden: Concord gewinnt zwar nach Zahlen, DoW 3 stellt jedoch den Verlierer der Herzen dar. Nie zuvor vermochte ein renommiertes Studio eine starke Serie mit einer derartigen, finalen Wucht vor die Wand fahren. Eine wahrlich beeindruckende Leistung.

Warhammer 40.000: Dawn of War - Definitive Edition

Dawn of War ist wieder da und bringt eine Menge Features ab Werk mit. Das Erscheinen der DoW: Definitive Edition lädt vor allem auch Neueinsteiger ein. Quelle: Relic Entertainment Dawn of War ist wieder da und bringt eine Menge Features ab Werk mit. Das Erscheinen der DoW: Definitive Edition lädt vor allem auch Neueinsteiger ein. Wir fingen bei der Geburt der Echtzeitstrategie an, haben uns über die Schlachtfelder von Arrakis, durch den Weltraum und wilde Kreaturen-Kombinationen gekämpft, um einem der letzten Titanen der Echtzeitstrategie bei seinem Aufstieg und dem anschließenden Fall zuzusehen. Dawn of War schaffte seinerzeit das Unmögliche, indem es einem bereits strauchelnden Genre neue Flügel verlieh, Innovation vorantrieb und das Warhammer-40.000-Franchise aus dem Grabbeltisch der Videospielecke befreite. Nun, im Jahr 2025, erfindet Relic das Rad nicht neu ... und die Zukunft der Marke liegt auch nicht mehr in ihren Händen. Aber sie bringen mit der Warhammer 40.000: Dawn of War - Definitive Edition immerhin nochmal einen ihrer größten Erfolge zurück.

Auch Soul Storm ist mit dabei, die Erweiterung wurde aber nicht von Relic entwickelt, sondern von Iron Lore Entertainment, den Erschaffern von Titan Quest. Quelle: Relic Entertainment Auch Soul Storm ist mit dabei, die Erweiterung wurde aber nicht von Relic entwickelt, sondern von Iron Lore Entertainment, den Erschaffern von Titan Quest. Was das Remaster, neben einer besseren Grafik und einem integrierten Mod-Support, vor allem bedeutet, ist die Tatsache, dass Relics Meisterwerk ab jetzt zukunftssicher ist. Durch den 64-Bit-Support kann DoW nicht nur auf mehr als 4 GB RAM Arbeitsspeicher gleichzeitig zugreifen (was einen absoluten Segen für die Modding-Community darstellen sollte), sondern ist auch bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus lauffähig. Dinge wie die 4K-Texturen, eine verbesserte Beleuchtung, eine modernere Kamerasteuerung sowie ein verbessertes UI scheinen da fast ein wenig nebensächlich zu sein, aber vertut euch nicht: Es sind gerade diese kleinen Verbesserungen, die das Spiel potenziell so wirken lassen, wie wir es in unserer Erinnerung abgespeichert haben, anstellte des Spiels, wie es wirklich war - das originale DoW ist nämlich nach heutigen Maßstäben relativ sperrig und mit einer eher rudimentären Grafik versehen. Insbesondere die neuen Glanzeffekte und die hübscheren Schatten sind wichtig, um Dawn of War auch für heutige Spieler attraktiv zu machen.

Dawn of War war damals das Paradebeispiel dafür, dass gutes Spieldesign immer große Budgets schlägt und dass ein Studio, das aus motivierten Fans besteht, auch absolute Branchen-Kolosse in die Knie zwingen kann, wenn es seiner Vision treu bleibt. Titel wie Relics Meisterwerk verdienen es, vor dem Hintergrund steigender Gaming-Preise, ausufernder Mikrotransaktionen und Debatten um den Besitz beziehungsweise den Zugriff auf alte Spiele gerettet zu werden. Die Definitive Edition ist kein Neuanfang, sondern eine Erinnerung daran, was möglich war, als Strategie den Atem anhielt und Bolterfeuer den Takt vorgab, anstatt zum Rhythmus klingelnder Kassen zu marschieren. Dawn of War steht nach einer halben Ewigkeit wieder auf dem Schlachtfeld. Nicht als Held, sondern als Veteran.

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Und nun wissen wir auch, dass Relics Remaster nicht das Ende markiert, sondern nur der Auftakt zu etwas viel Größerem ist: Dawn of War 4 wurde auf der Gamescom 2025 enthüllt und hinterlässt bereits einen starken Eindruck. Als Entwickler wurde Relic allerdings abgelöst, der vierte Serienteil entsteht diesmal bei King Art in Bremen. Und die Erwartungen könnten kaum größer sein: Ein würdiger Nachfolger wurde den Fans versprochen, ein Spiel, das Dawn of War endlich wieder dorthin katapultiert, wo es hingehört: ins Spitzenfeld des Genres.

Was denkt ihr? Kann King Art die Reihe wieder in Qualitäts-Sphären hieven, wie sie vor allem der erste Teil erreicht hat? Seid ihr nach dem unbeliebten dritten Teil der Reihe immer noch skeptisch? Oder habt ihr mit dem Thema Echtzeitstrategie eh schon abgeschlossen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

  1. Seite 1 Aus der Asche des dritten Krieges: Eine zweite Chance für Dawn of War
  2. Seite 2 Die Dawn of War Historie: Relics RTS-Experimente
  3. Seite 3 Die Dawn of War Historie: DoW 1 revolutioniert das Genre
  4. Seite 4 Die Dawn of War Historie: Dawn of War 2 und ein neuer Ansatz
  5. Seite 5 Die Dawn of War Historie: Erste Problemchen mit DoW 2
  6. Seite 6 Die Dawn of War Historie: DoW 3 und der MOBA-Fehler
  7. Seite 7 Die Dawn of War Historie: Der Fall von DoW 3 und die Zukunft der Reihe
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