Dawn of War 4: Zurück in den Krieg - aber wo bleibt der Gänsehaut-Moment?

Kolumne Tanja Barth
Dawn of War 4: Zurück in den Krieg - aber wo bleibt der Gänsehaut-Moment?
Quelle: Deep Silver

Für mich war die Dawn-of-War-Trilogie damals der perfekte Einstieg in den spielbaren Wahnsinn von Warhammer 40.000. Genau deshalb war meine Vorfreude auf den vierten Teil riesig. Bisher fühlt sich die Rückkehr der Reihe für mich aber leider noch nicht nach großem Comeback an.

Düster, brutal und trotzdem nie ganz ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft: Das Warhammer-Universum fasziniert Fans seit Generationen. Was lange Zeit hauptsächlich Tabletop-Spielern und Lore-Nerds vorbehalten war, ist inzwischen längst im Mainstream angekommen. Und daran ist nicht nur die Literatur schuld. Einen gewaltigen Anteil daran hatte Gaming.

Bei mir war es vor allem Dawn of War. Achtung, falls ihr noch gar keine Ahnung habt: Wir spoilern vielleicht ein paar Kleinigkeiten, die wichtig für den Kontext sind.

Denn während das Tabletop damals für viele Neueinsteiger erstmal wie ein riesiger Berg aus Regelbüchern, Lore und Miniaturen wirkte, machte Dawn of War den Einstieg plötzlich erstaunlich leicht. Man musste nicht erst stundenlang Kodizes wälzen, um zu verstehen, was Space Marines, Orks oder das Imperium eigentlich ausmacht. Man konnte einfach direkt loslegen: Basen bauen, Armeen befehligen, Orks vermöbeln, der Story lauschen und dabei eins haben: richtig viel Spaß!

Natürlich hat Dawn of War das Strategie-Genre damals nicht neu erfunden. Aber es hat etwas geschafft, das für mich viel wichtiger war: Es hat mich gefesselt, obwohl ich zu dieser Zeit langsam das Interesse an Strategiespielen verlor. MMOs und andere storylastige Spiele wurden für mich spannender, während Tabletop-Runden im örtlichen GW-Laden eher selten auf dem Programm standen.

Dawn of War wurde deshalb zu meinem ganz persönlichen Warhammer-40k-Refugium. Ein Ort, an dem ich genau das bekam, was ich an diesem Universum so liebe: Pathos, Wahnsinn, Tragik und diese herrlich überdrehte Epik, die mich immer tiefer in den 40k-Kosmos hineinzogen.

Und wenn ich singen könnte, dann würde ich vermutlich jeden Morgen eine kleine Hymne auf die fantastischen Cinematics und das Grimdark-Artdesign der DoW-Reihe anstimmen.

Warhammer 40.000 in Reinform

Die Dawn-of-War-Cinematics gehören für mich bis heute zu den absoluten Highlights der Reihe. Mit jedem neuen Teil wurde das Ganze noch epischer und emotionaler inszeniert. Der absolute Höhepunkt war für mich aber ganz klar der Ankündigungs-Trailer zu Dawn of War 3. Das war nicht einfach nur Werbung für ein Strategiespiel, sondern ein richtiges kleines Kunstwerk.

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Der Trailer zeigte Warhammer 40.000 in Reinform. Jede Szene saß. Jede Perspektive machte klar: Du bist hier nicht der große Held, der glorreich über das Schlachtfeld schreitet. Du bist winzig. Du stehst irgendwo zwischen Space Marines, Orks und Eldar eingequetscht, während um dich herum alles explodiert, kreischt, stirbt oder mit einer noch größeren Waffe aus dem Nebel stapft.

Man fühlt sich dabei fast wie ein kleiner Grot mitten im Schlachtgetümmel, und selbst die können in 40k schon gefährlich genug sein, um einem Space Marine ein ziemlich unschönes Ende zu bereiten.

Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als ich diesen Trailer gesehen habe. Mein Bildschirm war damals deutlich kleiner als heute, aber ich hatte trotzdem kurz das Bedürfnis, mich zu ducken.

Ich kann mich noch gut an die Worte der Entwickler erinnern. Ihre Botschaft war glasklar: Selbst wenn du mit einem Bolter auf dem Schlachtfeld auftauchst, gibt es garantiert jemanden, der eine fettere Wumme mitbringt. Und auch wenn dieser Trailer natürlich nicht eins zu eins das Gameplay abbildete, trug mich dieser Eindruck durch den gesamten dritten Teil. Ich habe Dawn of War 3 damals trotz seiner Schwächen regelrecht verschlungen.

Schaut euch unbedingt dieses Making-of-Video an:

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An dieser Stelle plaudere ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen: Der Dawn-of-War-3-Trailer begleitet mich tatsächlich bis heute. Klingt vielleicht etwas seltsam, aber immer wenn ich eine kreative Blockade habe oder bei einem Projekt festhänge, schaue ich ihn mir wieder an und bekomme sofort neue Motivation. Die Musik, das Storytelling, die Farben ... für mich trifft dieses Video den Kern von Warhammer 40.000.

Besonders stark ist für mich bis heute der Moment mit Taldeer, der Eldar-Runenprophetin aus den früheren Dawn-of-War-Teilen. Ihre düstere Prophezeiung, begleitet von dieser gewaltigen Musik, bringt in wenigen Sekunden perfekt auf den Punkt, worum es in Warhammer 40.000 eigentlich geht: Alles ist verloren. Egal, für wen oder wofür du kämpfst, am Ende landet jeder auf demselben gewaltigen Berg aus Leichen.

Für ein Universum, das mit dem Satz "In der finsteren Dunkelheit der fernen Zukunft gibt es keinen Frieden" wirbt, ist genau diese Szene unglaublich stark. Die herabfallenden Seelen der Gefallenen und dieses Gefühl völliger Hoffnungslosigkeit transportieren die brutale Bildsprache von 40k einfach perfekt.

Umso bitterer war dann das Ende von Dawn of War 3.

Bis heute verstehe ich nicht so ganz, wie es dazu kommen konnte, dass der dritte Teil so krachend gescheitert ist. Die Verkaufszahlen waren enttäuschend, Relic zog die Reißleine, Pläne für größere Erweiterungen wurden verworfen. Und damit endete die Geschichte von Dawn of War erst einmal auf eine ziemlich traurige Art. Danach wurde es lange still um die Reihe. Die Ankündigung von Dawn of War 4 kam auch für Fans überraschend. Doch schon der Ankündigungs-Trailer verschenkte leider Potenzial - mehr dazu auf der nächsten Seite!

  1. Seite 1 Dawn of War 4: Zurück in den Krieg - aber wo bleibt der Gänsehaut-Moment?
  2. Seite 2 Die Ankündigung von Dawn of War 4
  3. Seite 3 Unpassender Cartoon-Look, viele Namen, aber die Magie bleibt aus
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