Suicide Squad im Test: Besser als sein Ruf? Ja, aber das reicht noch nicht!

Test Felix Schütz
Suicide Squad im Test: Besser als sein Ruf? Ja, aber das reicht noch nicht!
Quelle: PCGH

Vier schießwütige Trottel, überdrehte Action, Online-Gedöns und zig Wiederholungen: Mit Suicide Squad will Rocksteady an seine Arkham-Erfolge anknüpfen, der Versuch geht daneben. Abschreiben sollte man es trotzdem nicht.

Ein kleines bisschen RPG

Die Diablo-Parallelen enden nicht bei der Beute, denn eure Spielfiguren leveln auch unabhängig voneinander auf. Bis zur Maximalstufe 30 dürft ihr so regelmäßig Punkte in insgesamt zwölf Talentbäumen verteilen. Dabei handelt es sich aber fast ausschließlich um passive Boni: Mehr Schildenergie nach kritischen Treffern oder ein Schadensbonus bei einer erfolgreichen Kombo - mit solchen Upgrades wird eure Spielfigur spürbar mächtiger. An der Spielweise ändern sie aber nichts: Selbst ein hochstufiger King Shark spielt sich noch fast genauso wie auf Level 5 - er ist dann einfach nur stärker und hält mehr Treffer aus.

Zumindest sorgt die Levelmechanik aber für ordentlich Beschäftigung. Nach der Maximalstufe wird nämlich noch ein weiteres Upgrade-System freigeschaltet, in dem ihr munter weiterleveln dürft. Mit jeder neuen Stufe dürft ihr dann eure Prozentpünktchen auf verschiedenste Grundwerte verteilen. Diese Boni kommen automatisch allen vier Helden zugute - also ganz ähnlich wie beim Paragonsystem in Diablo 3.

Jede Heldenfigur verfügt über drei Talentbäume. Die allermeisten Upgrades sind allerdings nur passive Boni. Quelle: PC Games Jede Heldenfigur verfügt über drei Talentbäume. Die allermeisten Upgrades sind allerdings nur passive Boni.

Der Anfang vom Endgame

So werdet ihr im Laufe der Zeit immer stärker und könnt es irgendwann sogar mit den korrumpierten Superhelden der Justice League aufnehmen. Es bleiben leider die einzigen Bosskämpfe im Spiel, doch immerhin sind diese Gefechte hübsch inszeniert. Eine Prügelei mit Superman oder Batman erlebt man schließlich nicht alle Tage. Der Spaß ist allerdings schneller vorbei, als wir erwartet hatten: Je nachdem, wie viele Nebenaufgaben man unterwegs erledigt, hat man die Guten nach 12 bis 15 Stunden verkloppt und ist dann auch schon startklar für das Schlussgefecht.

Nach dem Abspann ist aber noch lange nicht Schluss, denn nun werdet ihr ins Endgame entlassen. Und das präsentiert sich derzeit noch etwas dünn: Auch hier warten wieder nur die bekannten Nebenmissionen, die wir bereits rauf und runter gespielt haben. Geschütze wegballern, Ivys Pflanzen verteidigen, Zivilisten retten oder mit fliegenden Autos feindliche Stellungen bombardieren - ja, das alles macht Laune, entwickelt sich aber leider nicht weiter.

Im Endgame müsst ihr ausgewählte Missionen auf immer höheren Meisterstufen bestehen, um die beste Ausrüstung freizuschalten. Quelle: PC Games Im Endgame müsst ihr ausgewählte Missionen auf immer höheren Meisterstufen bestehen, um die beste Ausrüstung freizuschalten. Zumindest eine Neuerung gibt es aber: Nur im Endgame verdient ihr eine besondere Währung, mit der ihr spezielle Dimensionsportale öffnen dürft. Dort warten dann knackig-kurze Kampfeinsätze, in denen ihr euch den Schwierigkeitsgrad selbst aussuchen könnt. Auf höheren Meisterschaftsstufen erhalten die Gegner mächtige Modifikatoren, es gibt gefährliche Wettereffekte und natürlich kassiert ihr auch deutlich mehr Schaden. Das sorgt für angenehme Hektik: Wer seine Fähigkeiten testen will, kommt auf seine Kosten! Letztendlich sind diese Missionen aber auch nur Varianten von all den Inhalten, die man davor schon erledigt hat. Frische Ideen haben wir bislang keine entdeckt - dabei hätte Rocksteady durch die Dimensionsportale jede Menge Freiheiten gehabt.

Zum Launch fällt der Umfang des Spiels noch etwas dürftig aus. Künftige Seasons sollen das ändern. Quelle: PC Games Zum Launch fällt der Umfang des Spiels noch etwas dürftig aus. Künftige Seasons sollen das ändern. Immerhin: Auf hohen Schwierigkeitsgraden schaltet ihr besonders mächtige Set-Items frei, mit denen ihr eure Helden weiter aufmotzen könnt. Zusätzlich bekommt ihr hier Ressourcen, die ihr braucht, um eure Items weiter zu optimieren. So dürft ihr die Werte von Waffen, Schilden und anderem Kram einfach neu auswürfeln und verbessern, bis ihr irgendwann den perfekten Build für euch gefunden habt. Das ist im Moment aber leider auch der einzige Grund, noch mehr Zeit ins Endgame zu stecken, zum Launch fehlt es einfach noch an Inhalten, Aufgaben, Abwechslung. Mit der Season 1, die im März starten wird, soll sich das allerdings ändern: Einen ersten Ausblick auf die kostenlosen Inhalte findet ihr hier.

Punktevergleich: Für ein Live-Service-Game fallen die Mehrspieler-Aspekte sehr zurückhaltend aus. Quelle: PC Games Punktevergleich: Für ein Live-Service-Game fallen die Mehrspieler-Aspekte sehr zurückhaltend aus.

Mitspieler gesucht

Im Online-Koop machen die kniffligen Endgame-Einsätze natürlich mehr Laune als allein. Allerdings schwächelt Suicide Squad ausgerechnet bei der Teamsuche: Im Hauptmenü könnt ihr festlegen, ob ihr die Session solo spielen oder für andere öffnen wollt. Das klappt zwar meistens, doch manchmal kommt es auch zu Verbindungsabbrüchen oder man landet plötzlich in einem Team, das einen anderen Fortschritt hat, obwohl man die Partie doch eigentlich selbst gestartet hat. Warum und wie man da mit anderen Spielern zusammengewürfelt wird, lässt sich kaum nachvollziehen. Oft genug haben wir auch einfach gar niemanden gefunden, was bei den niedrigen Spielerzahlen auch kein Wunder ist. Immerhin gibt es aber eine Cross-Play-Funktion, Käufer der PC-, PS5- und Xbox-Fassung dürfen also zusammenspielen. Das ist schon viel wert.

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