Vier schießwütige Trottel, überdrehte Action, Online-Gedöns und zig Wiederholungen: Mit Suicide Squad will Rocksteady an seine Arkham-Erfolge anknüpfen, der Versuch geht daneben. Abschreiben sollte man es trotzdem nicht.
Vier Schurken und kein Plan
Auf den ersten Blick ungewöhnlich, auf den zweiten ziemlich cool: Ihr seid in Suicide Squad nicht auf eine Spielfigur festgelegt, sondern dürft wirklich die komplette Schurkentruppe spielen. Auf Knopfdruck schaltet ihr flott zwischen den vier Charakteren durch, denn ihr seid ohnehin immer als Gruppe unterwegs. Der Rest eures Teams wird dann einfach von der KI gesteuert - oder ihr spielt im Online-Koop-Modus und schließt euch mit echten Mitspielern zusammen. Das klappt übrigens jederzeit, denn für Suicide Squad braucht ihr eine ständige Internetverbindung. Genau wie in Borderlands könnt ihr die komplette Story aber auch alleine erleben, wenn euch das lieber ist. Einen reinen Offline-Modus gibt's zwar noch nicht, der soll aber noch in diesem Jahr nachgepatcht werden.
Quelle: PC Games
Ob alleine oder im Koop: Zum Spielen braucht ihr eine aktive Internetverbindung.
Auf, auf und davon!
Als Spielwelt dient das durchgestylte Metropolis, das ihr völlig frei erkunden dürft. Ein schön designter, aber auch lebloser Schauplatz: Außer ein paar Gegnertrupps in den Gassen und vereinzelten Hubschraubern am Himmel bewegt sich in der Stadt erstaunlich wenig. Das passt natürlich zur Geschichte - aber es macht die Kulisse nicht unbedingt interessanter. Richtig cool ist nur Brainiacs gigantisches Schädelschiff, das mit seinen riesigen Metalltentakeln bedrohlich über der Skyline schwebt.
Die meiste Zeit werdet ihr Metropolis aber ohnehin von oben erleben, denn in Suicide Squad müsst ihr euch um Schwerkraft oder Fallschaden keine Gedanken machen. Dank einer erstklassigen Steuerung düst ihr problemlos auf die höchsten Wolkenkratzer hinauf, flitzt über die Dächer oder stürzt euch halsbrecherisch in die Tiefe hinab.
Das macht auch deshalb so viel Spaß, weil sich alle vier Spielfiguren unterschiedlich fortbewegen: Harley Quinn nutzt zum Beispiel eine von Batmans Seilkanonen und eine Drohne, um sich durch die Großstadt zu schwingen. King Shark hüpft dagegen aus dem Stand über ganze Häuserblocks hinweg. Boomerang teleportiert sich mit seiner Speedforce-Ausrüstung blitzschnell an ferne Orte. Und Deadshoot hat ein Jetpack umgeschnallt, mit dem er für kurze Zeit lässig durch die Gegend düst. Das fühlt sich fantastisch an!
Quelle: PCGH
Das Spiel läuft auf allen Plattformen mit 60 Bildern pro Sekunde. Auf dem PC wird wahlweise auch Raytracing geboten.
Kämpfe als Reizüberflutung
Die flüssigen Bewegungen solltet ihr gut üben, denn in den Ballergefechten geht's drunter und drüber. Ihr werdet pausenlos springen, schweben, an Wänden hochflitzen oder die Stellung wechseln. Dank geht zwar alles prima von der Hand, doch bei vier Helden braucht's einfach ein bisschen Eingewöhnung. Darum fallen die ersten Schießereien auch noch sehr harmlos aus, selbst Einsteiger kommen da locker durch.
Doch mit der Zeit setzen die Gegner auch flinke Scharfschützen ein, Hubschrauber feuern Raketen ab, Panzer rumpeln durch die Straßen, blitzschnelle Krabbelviecher buffen ihre Kameraden und dicke Elite-Monster heften sich an eure Fersen. Spätestens jetzt gerät die Inszenierung auch mal außer Rand und Band: In den Kämpfen zucken grelle Strahlen durchs Bild, jeder Treffer wird von knallbunten Effekten flankiert, Explosionen, Blitze, Feuer, Schadenszahlen, blinkende Power-Ups - aus jeder Ecke buhlt die Action um Aufmerksamkeit. Um die visuelle Reizüberflutung abzurunden, knallt euch das UI immer wieder dicke Anzeigen und Texthinweise ins Bild, ab und zu blenden sogar fröhlich Elemente aus Glücksspielautomaten über euren Charakteren ein. Auch akustisch gönnt euch das Spektakel keine Pause, über Funk wird rund um die Uhr geredet, egal ob Gegner, Helden, Schurken oder irgendwas dazwischen, während aus den Boxen unentwegt die E-Gitarren schrammeln.
Kurz gesagt: Für diese Art von Konfetti-Action muss man schon in der richtigen Stimmung sein. Doch wenn man sich erst mal auf das bunte Treiben einlässt, macht es erstaunlich viel Spaß!
Quelle: PC Games
Mit zig bunten Effekten und einem aufdringlichen UI grenzt die Action streckenweise an Reizüberflutung.
Geladen und entsichert
Dabei gibt sich das Spiel bei der Waffenauswahl überraschend konservativ: Ihr bekommt nämlich nur Pistolen, MGs, Schrotflinten, Miniguns, Snipergewehre und Maschinenpistolen an die Hand. Nichts davon ist kreativ und es gibt auch keine alternativen Schussmodi. Aber zumindest fühlen sich die Wummen mächtig an und machen, was sie sollen. Für geschaffte Missionen gibt's außerdem regelmäßig neue Schusswaffen, Schilde und andere Ausrüstung - auch dieser Beute-Loop ist alles andere als neu, doch er erfüllt seinen Zweck.
