Kritik und Vorsichtsmaßnahmen

Special Katharina Pache
Pokémon GO: Logo
Quelle: Niantic

Sie haben es eben immer noch drauf: Der Pokémon-Hype der 1990er-Jahre erlebt mit Pokémon GO eine Renaissance - auf Smartphones in der ganzen Welt.

Pokémon Go im Kreuzfeuer

Nicht nur Eltern und Religionsverbände kritisieren die App - auch Fans des Spiels äußern ihren Unmut.

Die Beliebtheit der Pokémon sorgt dafür, dass auch herkömmliche Medien über die App berichten, zum Beispiel das Frühstücksfernsehen oder Tageszeitungen. Hin und wieder liest oder sieht man besorgte Eltern, die häufig Angst wegen der Gefahren im Straßenverkehr haben. Wie auch bei anderen Spielen (World of Warcraft, Counter-Strike) fußen die Bedenken oft auf Unkenntnis der Software.

Nachbesserungsbedarf: 
Die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen von Pokémon Go entsprachen anfangs nicht dem deutschen Recht. Quelle: VZBV Nachbesserungsbedarf: Die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen von Pokémon Go entsprachen anfangs nicht dem deutschen Recht. Auch Datenschützer haben Probleme mit der beliebten Handy-Software: Allzu bereitwillig geben Nutzer ihre Standorte preis. Die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen von Pokémon Go enthalten nach deutschem Recht sogar unzulässige Klauseln, wie die Verbraucherzentrale feststellte. Darin steht unter anderem, dass Niantic nach eigenem Ermessen die gesammelten Daten an private Dritte weitergeben kann. Bis Mitte August hatte der Entwickler Zeit, die Bestimmungen anzupassen und eine Unterlassungserklärung abzugeben, sonst wäre die Sache vor das Gericht gewandert.

Mit nicht ganz gesetzestreuen Mitteln wehren sich die Anwohner von gut besuchten Pokéstops gegen die Menschenmassen, die seit Release der App an vorher eher stillen Orten auflaufen. In Sydney etwa entschieden sich Hausbewohner, die lärmenden Trainer-Massen mithilfe von Wasserbomben zu vertreiben. Nicht nur in Fällen wie diesem stieß die Positionierung diverser Pokéstops auf Kritik. In Kirchen, Krankenhäusern oder KZ-Gedenkeinrichtungen tummeln sich oft Grüppchen, die andere Menschen stören oder die sich unangemessen verhalten.

Neue Kundschaft: 
Der Fast-Food-Konzern hat viel Geld gezahlt, um Menschen im Pokémon-Fieber in die Schnellrestaurants zu locken. Quelle: McDonald's Neue Kundschaft: Der Fast-Food-Konzern hat viel Geld gezahlt, um Menschen im Pokémon-Fieber in die Schnellrestaurants zu locken. In Japan wurden die Pokéstops im näheren Umkreis von Fukushima aus dem Spiel genommen. Seit dem Unfall im Kernkraftwerk leidet die Gegend immer noch unter hohen Strahlungsgwerten. Da die Regierung fürchtete, selbst die Gesundheitsgefährdung würde die Trainer nicht von Besuchen abhalten, entschied man sich, die Region komplett aus der Map zu tilgen.

Den gegenteiligen Effekt versucht Mc-Donald's in Japan zu erzielen. Etwa 3.000 Restaurants bekommen dort Arenen und Pokéstops. So möchte man noch mehr Kundschaft in die Lokale locken. Mit den Pokémon-Spielzeugen als Beigabe zu einem Kindermenü machte McDonalds in Japan pünktlich zum Japan-Start der App bereits jede Menge Gewinn. Die Kooperation ist nicht illegal, stieß aber auf Kritik.

Die schärfste und vielleicht auch wichtigste Kritik an Pokémon Go kommt allerdings aus dem Lager der Fans. Die karge Update- und Feedback-Politik von Niantic strapaziert seit dem Release die Nerven der Spielergemeinde. Verbesserung ist vorerst nicht in Sicht; immer noch plagen Server-Probleme und fehlende Mechaniken die App.

Vorsichtsmaßnahmen: Damit ihr nicht schief geht

Ein großer Teil der Kritik ist überzogen. Damit beim Fangen von Pokémon alles glattläuft, haben wir trotzdem ein paar Empfehlungen.

Wie bei vielen Apps, deren Download nichts kostet, die aber kostenpflichtige Items bieten, solltet ihr euch vor dem Kauf optionaler Inhalte fragen, ob ihr den Preis auch dann bereitwillig zahlen würdet, wenn ihr den Titel nächsten Monat gar nicht mehr spielt. In Pokémon Go kann man zudem wunderbar auch ganz ohne Echtgeldeinsatz Spaß haben. Ein weiterer Punkt ist der Datenschutz: Wer Bauchschmerzen dabei hat, mit Google seinen Aufenthaltsort und andere empfindliche Daten zu teilen, der sollte auf eine Installation von Pokémon Go schlichtweg verzichten - das Spielprinzip macht es notwendig, dass ihr per GPS geortet werdet. Vertraut auf keinen Fall Webseiten, die mit kostenlosen Pokémünzen locken, wenn ihr gewisse Daten von euch preisgebt.

Pokémünzen: 
Die virtuelle In-Game-Währung von Pokémon GO. Quelle: Niantic Pokémünzen: Die virtuelle In-Game-Währung von Pokémon GO. Zwar ist das eigentlich eine absolute Selbstverständlichkeit, der Vollständigkeit halber sollte man es aber dennoch erwähnen: Achtet im Straßenverkehr auf die Umgebung, nicht auf euer Display! Das betrifft auch Personen, die offensichtlich Pokémon spielen (oder aus anderen Gründen auf ihr Handy starren), und bei denen ihr damit rechnen müsst, dass sie nicht aufpassen und euch deshalb gefährden. Auf dem Fahrrad oder hinter dem Steuer ist der Griff zum Pokéball natürlich tabu!

Generell ist man sicher auf Straßen und Wegen. Dass es dennoch nicht empfehlenswert ist, ohne Licht und alleine nachts in den finstersten Ecken herumzustolpern, sollte klar sein. Must-have für alle Trainer, die an heißen Tagen auf die Jagd gehen: eine großzügige Menge Wasser, Kopfbedeckung, Sonnencreme und eine Sonnenbrille. Und nun: Waidmannsheil!

  1. Seite 1 Pokémon GO: Ein Phänomen erfasst die Welt
  2. Seite 2 Funktionsweise, Tipps und Tricks
  3. Seite 3 Kritik und Vorsichtsmaßnahmen
  4. Seite 4 Der Zusatz-Markt
  5. Seite 5 Der Blick gen Zukunft & Meinungen
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