30 Jahre Pokémon: Die nützlichsten Glitches aus Pokémon Rot & Blau
Special
Mit Glitches konnte man in den Originalspielen einige nützliche Dinge tun, aber auch ordentlich Quatsch anstellen. Was ihr tun könnt, und vor allem wie, zeigen wir hier.
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Trainer-Fly-Glitch
Der sogenannte Trainer-Fly-Glitch ist so beliebt, weil wir durch ihn Mew bekommen können, ohne unseren Spielstand zu beschädigen. Er heißt so, weil der erste Schritt beinhaltet, genau dann vor einem Trainer wegzufliegen, wenn er uns entdeckt und eigentlich auf uns zulaufen würde. Das funktioniert auch mit Teleport oder Schaufler. Das Spiel denkt dann, dass dort, wo wir hingeflogen sind, immer noch ein Kampf stattfinden sollte. Tut er aber nicht, weil wir jetzt schon ein paar Werte im Hintergrund durcheinandergebracht haben. Theoretisch können wir jeden Trainer herausfordern, der normalerweise auf uns zulaufen würde. Aber um Mew zu bekommen, nehmen wir dafür den Knirps auf Route 25. Der schickt als Letztes ein Flegmon mit dem Spezialwert 21 in den Kampf. Durch unsere Glitch-Kette wird nach dem Kampf genau dieser Wert an einer falschen Stelle gespeichert.
Kehren wir jetzt auf die Route des Trainers zurück, vor dem wir anfangs weggeflogen sind, wird sich sofort das Startmenü öffnen. Schließen wir es, startet ein Kampf und tada: Ein wildes Mew erscheint! Das liegt an dem Wert, den wir vorher durch das Flegmon falsch gespeichert haben: In der internen Datenbank ist Mew nämlich an 21. Stelle gespeichert.
Quelle: PC Games
Der alte Trainer, dessen Wissen wir eigentlich nur für einen Glitch benutzen. Also, nachdem er nicht mehr besoffen im Weg liegt.
Fangen wir das Mew, wird sich unser Spiel wieder komplett normal verhalten, aber wir haben jetzt das legendäre Pokémon im Gepäck!
Dass es Mew überhaupt ins Spiel geschafft hat, war übrigens ein riesiger Glücksfall.
Nachdem die Entwicklung nämlich vollständig abgeschlossen war - mitsamt Debugging - war auf der Cartridge noch gerade genug Speicherplatz für ein weiteres Pokémon. Daher lässt sich Mew auch nicht auf normalem Weg im Spiel fangen, da es als allerletzter Schritt ins Spiel gebracht wurde.
MissingNo.
Es gibt aber noch ein viel selteneres Pokémon, das es nach der ersten Generation so nicht mehr gibt: nämlich MissingNo. Dabei handelt es sich um ein geglitchtes Monster, was es so gar nicht geben sollte.
Der Glitch, um es zu erhalten, ist aber ein bisschen gefährlicher, als der vorherige: der Old-Trainer-Glitch. Der hat auch wieder damit zu tun, Werte im Hintergrund falsch speichern zu lassen, in Kombination mit einem einfachen Fehler der Entwickler.
Als Erstes müssen wir mit dem alten Mann in Prismania City sprechen, der uns am Anfang den Weg versperrt hat, weil er seinen Kaffee noch nicht hatte. Oder einfach zu besoffen ist, je nach Version. Von dem lassen wir uns erst noch einmal erklären, wie man eigentlich Pokémon fängt. Das führt tatsächlich schon dazu, dass Werte falsch gespeichert werden, weil im Kampf sein Name benutzt und unserer woanders gespeichert wird.
Nach seiner Präsentation fliegen wir ganz einfach auf die Zinnober-Insel und surfen dort direkt rechts neben dem Land hoch und runter. Da hat nämlich ein Entwickler einen Fehler gemacht, durch den Pokémon auftauchen können, wo sie es eigentlich nicht sollten.
Weil hier aber keine Datenbank von Monstern hinterlegt ist, die erscheinen können, nimmt das Spiel einen anderen Wert, wodurch wir MissingNo. begegnen können.
Quelle: PC Games
MissingNo. kann zu unzähligen Bugs führen, die niemand so wirklich voraussehen kann. In unserem Fall setzte die Musik aus, alle Grafiken wurden verschoben und letztendlich hing sich unser Spiel auf.
Dieser Wert befindet sich genau dort, wo unser Name bei dem besoffenen Opa zwischengespeichert wurde. Deswegen tauchen je nachdem, welchen Namen unser Spielercharakter hat, andere Pokémon an dieser Stelle auf. Es gibt online sogar einen Generator, der uns verrät, welche Pokémon wir mit welchen Namen antreffen können. Wir haben den Glitch ausprobiert und es hat auch alles reibungslos funktioniert, aber unser Name zusammen mit dem Generator hat uns leider nicht die Pokémon gebracht, die wir wollten. Online schreibt die Community aber, der Generator sollte funktionieren, also ist uns vielleicht doch irgendwo ein kleiner Fehler unterlaufen.
MissingNo. ist kein fest programmiertes Pokémon, sondern ein Platzhalter. Auf einer Liste, die wir als Spieler nicht einsehen können, sind nämlich 256 Plätze für Pokémon und Trainer vorgesehen. Erwischt das Spiel durch unseren Namen einen der Plätze, der nicht belegt wurde, weiß es nicht mehr, was es laden soll, weswegen es völlige Quatsch-Pokémon namens MissingNo. auftauchen lässt.
Dieser Glitch ist soweit recht unterhaltsam, wird aber meistens benutzt, um Items zu duplizieren. Das sechste Item in unserem Beutel wird nach einem Kampf mit MissingNo. nämlich so oft dupliziert, bis wir insgesamt 128 Stück davon haben. Sonderbonbons und Meisterbälle sind da natürlich die Favoriten.
Das ist eigentlich der einzige brauchbare Nutzen des Glitches. Fangen wir ein MissingNo. und wollen es trainieren, entstehen Bugs, die wir nicht so ganz voraussehen können. Von Grafikfehlern bis zum kompletten Absturz oder sogar dem Löschen des ganzen Spielstands kann alles passieren. Also: Genießt den Glitch mit Vorsicht.
Ein letzter Kampf
Bevor ihr jetzt aber euren Spielstand in Gefahr bringt, gibt es noch eine Sache, die wir außen vor gelassen haben: den letzten Kampf in der Pokémon-Liga. Nach der eigentlichen Nummer eins, Siegfried, stellt sich uns noch ein letztes Mal unser Rivale entgegen. Der war schon wohl vor uns da und hat gewonnen, weil er nicht damit beschäftigt war, eine Mafia auseinanderzunehmen. Er hat das diverseste Team mit den höchsten Pokémon im ganzen Spiel. Deswegen benötigt es ein ebenfalls vielfältiges Team, um ihn zu besiegen. Die Attacken seiner Pokémon sind wie beim Rest der Pokémon-Liga nicht das Gelbe vom Ei, trotzdem hauen sie mit Level 60 bis 65 ziemlich rein. Alles in allem stellt er eine nette Überraschung am Ende des Spiels dar.
Quelle: PC Games
Der letzte Kampf des Spiels ist gegen unseren Rivalen, der sich am Anfang ein Pokémon geschnappt hat, das effektiv gegen unseres ist.
Eine nette Überraschung waren vermutlich auch die Spiele selbst, und zwar für Nintendo. Pokémon Rot & Blau, beziehungsweise Grün, waren der Anfang einer jahrelangen Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Die Spiele waren bei Weitem nicht perfekt, aber genau das macht ihren Charme aus. Spätere Teile der Reihe funktionieren besser, sind technisch ausgefeilter und es gibt viele Diskussionen darüber, welche Generation denn die beste sei. Wahrscheinlich ist das für jeden die erste, die er gespielt hat. Aber Fakt ist: Sie alle würden nicht ohne die Leidenschaft eines einzelnen Käfer-Fans existieren, hätte Satoshi Tajiri nicht sechs Jahre lang die erste Generation entwickelt.
Mittlerweile gilt Pokémon als umsatzstärkstes Franchise weltweit und hat seit Release Schätzungen zufolge 100-150 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Heute ist Tajiri immer noch als Producer bei Game Freak tätig, aber er meidet das Rampenlicht weiterhin. Offensichtlich reicht es ihm also, sein Herzensprojekt weiterzuführen und die Poké-Welt immer weiter auszubauen.
Die Anfänge könnt ihr jetzt auch selbst noch einmal auf der Switch spielen. Für die Konsole kamen nämlich passend zum 30-jährigen Jubiläum am 27. Februar die Remakes Feuerrot und Blattgrün raus. Die originalen Versionen gibt es weiterhin leider nur auf dem alten Game Boy. Wir feiern das 30-jährige Jubiläum der ersten Generation und ziehen unseren Hut vor allem, was Tajiri mit Game Freak schon seit 1983, mit der ersten Ausgabe des Magazins, erreicht hat.
- Seite 1 Der Entwickler von Pokémon und seine Vergangenheit
- Seite 2 Der Beta-Entwurf zu Pokémon Rot & Blau
- Seite 3 Die Starter-Pokémon und warum die Typen nicht funktionieren
- Seite 4 Pokémon Rot & Blau Beta-Content und warum Prof. Eich der stärkste Trainer ist
- Seite 5 Die acht Orden und die miese Mafia Team Rocket
- Seite 6 Was zur Hölle geschieht in Lavandia tatsächlich?
- Seite 7 Was war nochmal mit Mewtu? Ach, gar nix?
- Seite 8 Die nützlichsten Glitches aus Pokémon Rot & Blau
