Pokémon feiert 30. Jubiläum! Wir tauchen ein in die spannende Entstehungsgeschichte

Special Yannik Cunha
Pokémon feiert 30. Jubiläum! Wir tauchen ein in die spannende Entstehungsgeschichte
Quelle: The Pokémon Company

Am 27. Februar 1996 wurde Pokémon Rot und Blau erstmals in Japan veröffentlicht - wir feiern also das 30. Jubiläum der Serie! Mittlerweile ist die Marke weltbekannt, aber wie kam es eigentlich dazu? Das erklären wir im Retro zu den Spielen!

Ach ja, Pokémon. Wahrscheinlich verbinden wir alle eine gewisse Nostalgie mit den Fantasietierchen. Egal ob es mit den ersten Spielen auf Game Boy war, dem Anime, der jeden Mittag nach der Schule im Fernsehen lief, oder dem gewaltigen Pokémon-Go-Hype: Niemand konnte und kann Pokémon entkommen. Durch die Spiele, Merch, Serien und Filme konnte sich Pokémon als finanzstärkste Medienmarke der Welt etablieren. Aber wie ist es dazu gekommen? Um das herauszufinden, haben wir uns noch einmal Pokémon Blau & Rot angeschaut, wie die Spiele entstanden sind und wie es zum Release der Originalspiele kam.

Der schüchterne Erfinder

Mit Pokémon Rot und Blau hat alles angefangen. Da gab es noch keinen Anime mit Ash und Pikachu, kein Merch und kein Pokémon Go, geschweige denn Smartphones. Doch um zu verstehen, wie das Franchise so erfolgreich werden konnte, müssen wir uns den Erfinder ansehen: Satoshi Tajiri.

Satoshi Tajiri. Der Erfinder und Hauptentwickler der ersten Generation von Pokémon. Er arbeitet bis heute als Producer für fast alle Pokémon-Spiele. Quelle: pokemon.fandom.com Satoshi Tajiri. Der Erfinder und Hauptentwickler der ersten Generation von Pokémon. Er arbeitet bis heute als Producer für fast alle Pokémon-Spiele. Über den Mann gibt es gar nicht allzu viele Informationen, weil er das Rampenlicht schon seit Langem meidet. Öffentliche Auftritte und Interviews lehnt er stets ab, weswegen es kaum Einblicke oder Zitate von oder zu ihm gibt - eigentlich! Zum Glück wurde 2018 nämlich ein Manga mit dem Namen "Tajiri Satoshi: Der Mann, der Pokémon kreierte" herausgebracht. Der dient als Biografie von Tajiri und zeigt, woher sämtliche Inspirationen zu Pokémon stammen. Sogar Zelda-Erfinder Shigeru Miyamoto hat einen Teil zum Manga beigetragen. Im Westen wurde der leider nur auf Spanisch und Französisch übersetzt. Wir haben uns zu Recherchezwecken die französische Version besorgt, damit wir euch die Infos weitergeben können.

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DER Game Freak

Tajiri hatte nicht schon immer eine Faszination für Videospiele - kein Wunder, in seiner Kindheit gab es auch kaum welche. Die Passion fand er erst, als er von einem Mitschüler Space Invaders gezeigt bekam. Nach anfänglichem Zögern wollte er gar nicht mehr aufhören, auf die Pixel-Aliens zu schießen. Als 13-Jähriger hatte er aber nicht unbedingt das Geld zur Verfügung, um tausende Yen in eine Arcade-Maschine zu stecken. Also gab es nur eine Lösung: besser werden. Wer gut spielen kann, hat nämlich längere Runden an der Arcade-Maschine und muss viel weniger bezahlen.

Also hat er Space Invaders fast schon studiert. Tajiri wusste genau, wann die Aliens ihre Richtung ändern und wann sie schießen. So fand er heraus, wie er die meiste Zeit zocken kann, ohne sein gesamtes Geld zu verpulvern.

Durch seine Analysen konnte der Jugendliche einige Scoreboards in seiner lokalen Arcade-Halle dominieren. Andere Spieler fingen langsam an, sich zu fragen, wer dieser Typ sein soll und wie er so viele Punkte erreichen konnte - und das auch noch in mehreren Spielen.

Diese Fragen haben den Jungen irgendwann erreicht und er hatte auch nie etwas dagegen, sein Wissen über die Spiele zu teilen.

So sah eine der ersten Seiten des Magazins 'Game Freak' aus. Hier hat Satoshi Tajiris Reise also angefangen. Quelle: helixchamber.com So sah eine der ersten Seiten des Magazins "Game Freak" aus. Hier hat Satoshi Tajiris Reise also angefangen. Wenn man besser werden wollte, gab es kaum eine andere Möglichkeit, als einen besseren Spieler zu fragen. 1980 gab es nämlich noch keine Gaming-Zeitschriften, Guides oder das Internet. Das gesamte Thema steckte noch in Kinderschuhen, die hat sich Tajiri aber angezogen und mit 18 eines der ersten Spielemagazine der Welt herausgebracht: Game Freak.

Genau genommen existiert das Entwicklerstudio also schon seit 1983, nur eben als Zeitschrift. In den Heften erklärte Tajiri, wie Videospiele allgemein funktionieren, und auch seine Strategie-Guides hat er dort veröffentlicht. Das Magazin wurde schnell in ganz Japan erfolgreich und schon nach Kurzem erreichte den damaligen Redakteur ein Leserbrief von einem Fan.

Den Fan traf er kurz danach auf einer Videospielmesse. Die beiden haben sich sehr gut verstanden und konnten schnell eine Freundschaft aufbauen. Zu der Zeit schlossen sich die beiden zusammen, um Game Freak - das Magazin - erst einmal aufzuhübschen.

Der Fan, Ken Sugimori, war nämlich ein anstrebender Manga-Künstler und von hier an verantwortlich für die Illustrationen in der Game Freak. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zeitschrift nämlich noch komplett von Tajiri per Hand entworfen worden und auch alle Zeichnungen waren von ihm angefertigt. Da kommt so ein Künstler natürlich wie gerufen. Im Laufe der Zeit hat Tajiri sogar noch mehr Freunde ins Boot geholt, die neben ihm Artikel in der Game Freak veröffentlicht haben.

Junichi Masuda. Er hat die Musik der ersten Generation komponiert und später in vielen Bereichen bei Game Freak gearbeitet. Quelle: wikipedia.org Junichi Masuda. Er hat die Musik der ersten Generation komponiert und später in vielen Bereichen bei Game Freak gearbeitet. 1983 wurde der Famicom von Nintendo veröffentlicht - die erste massentaugliche Konsole, mit der Spieler auch am heimischen TV zocken konnten. Tajiri war absolut fasziniert von diesem Konzept. Also hat der junge Autor seinen Kollegen vorgeschlagen, sie sollten doch selbst ein Videospiel entwickeln. Es gab zwar schon Mitarbeiter in der kleinen Firma, die programmieren konnten, so eine Idee stand bisher aber noch nicht im Raum.

Die Mitarbeiter bei Game Freak waren begeistert. Aber bevor Pokémon das Licht der Welt erblickte, gab es erst einmal kleinere Projekte wie Mendel Palace für den Famicom. In Japan wurde das Spiel ziemlich erfolgreich und konnte sogar insgesamt über 200.000 Einheiten verkaufen. Das wäre selbst für heutige Verhältnisse nicht schlecht.

  1. Seite 1 Der Entwickler von Pokémon und seine Vergangenheit
  2. Seite 2 Der Beta-Entwurf zu Pokémon Rot & Blau
  3. Seite 3 Die Starter-Pokémon und warum die Typen nicht funktionieren
  4. Seite 4 Pokémon Rot & Blau Beta-Content und warum Prof. Eich der stärkste Trainer ist
  5. Seite 5 Die acht Orden und die miese Mafia Team Rocket
  6. Seite 6 Was zur Hölle geschieht in Lavandia tatsächlich?
  7. Seite 7 Was war nochmal mit Mewtu? Ach, gar nix?
  8. Seite 8 Die nützlichsten Glitches aus Pokémon Rot & Blau
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