Wie sah Pokémon eigentlich aus, noch bevor es überhaupt Pokémon hieß?
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Kapselmonster
Endlich kommen wir dahin, wo wir eigentlich hinwollen: Pokémon Rot & Blau. Naja, fast. 1990 schlug Tajiri Nintendo erstmals das Spiel "Capsule Monsters" vor.
In dem Entwurf gibt es einige versteckte Details, die es so nur eingeschränkt oder gar nicht in die Spiele geschafft haben. Beispielsweise ist eine Konzeptzeichnung eines Händlers zu finden. Der verkauft nicht nur Pokémon, er bewahrt sie auch in einem kleinen Käfig auf. Er züchtet sie also wohl heran. Aber nicht in einer Pension, wo Männlein und Weiblein auf magische Weise ein Ei hervorbringen, so wie wir es heute kennen, sondern in so etwas wie einem riesigen Reagenzglas.
Auch die beliebten Pokémon-Center inklusive Schwester Joy waren nicht in der ersten Konzeption vertreten. Da gab es noch wie in klassischen JRPGs ein Hotel zum Heilen, hier aber mit dem Zusatz einer Maschine, in der die Pokébälle platziert werden konnten. Also klar, Schwester Joy macht auch nicht wirklich mehr, als Pokébälle in so eine Maschine zu stecken. Aber immerhin ist sie da! Und in so etwas wie in einem Krankenhaus statt in einer Herberge.
Quelle: helixchamber.com
In den ersten Entwürfen gab es keine Pokémon-Center, wie wir sie kennen. Da gab es noch das klassische "Inn" aus jedem JRPG - nur mit dem Zusatz einer Heil-Maschine für Pokébälle.
Eines dieser Hotels befindet sich sogar noch im Spiel, und zwar in Prismania City. Das teilt als einziges Gebäude die Texturen für Boden und Theke mit den Pokémon-Centern, wie wir sie kennen. Und Fun Fact: Sogar ein unsichtbarer PC, mit dem wir unsere Pokémon managen können, befindet sich hier noch. Da hat wohl jemand vergessen, mehr als nur die Grafik dafür zu löschen.
Ein weiteres, verlorenes Detail befindet sich in der Konzeptzeichnung von der Karte der Kanto-Region. In der Version, die wir kennen, gibt es zehn Städte, die wir bereisen und auch mit der VM Fliegen ansteuern können. In der Zeichnung gibt es aber noch eine weitere Stadt, anscheinend auf einer Insel zwischen Orania und Prismania City. Im finalen Spiel lässt sich dort aber nichts finden, auch wenn noch ein Platz in den Daten für die Insel reserviert wurde. Über Cheats lässt sie sich die sogar anfliegen, das Spiel hängt sich aber einfach auf, wenn wir das versuchen.
Es gibt sogar einige Bilder von dem Buch, das Tajiri Nintendo vorlegte, die über Jahre nach und nach aufgetaucht sind. Darin sind ein paar frühe Designs zu verschiedenen Pokémon enthalten, darunter auch welche, die es nie in die finalen Spiele geschafft haben. Sogar Pikachu sollte nach Raichu noch eine Evolution bekommen! Und wahrscheinlich stecken in dem Hefter noch mehr Informationen, die nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Der Ordner zählt unter Enthusiasten als heiliger Gral, darin sind nämlich die wahrscheinlich letzten Geheimnisse zur Entwicklung von Pokémon Rot & Blau enthalten.
Quelle: helixchamber.com
Eine frühe Zeichnung eines Turtok, das im Kampf von einem Starmie getroffen wird. So brutal wurden die Kämpfe aber nie dargestellt, auch wenn sie wahrscheinlich noch sehr viel schlimmer sind.
Die ganzen Konzeptzeichnungen wurden übrigens von genau dem Fan angefertigt, der vorher einen Leserbrief an Tajiri schickte: Ken Sugimori. Aber nicht nur diese Konzepte hat er aufs Papier gebracht, er zeichnet bis heute Pokémon-Designs und auch die der menschlichen Charaktere der Spiele.
Pokémon ... Grün?
Nach ca. sechs Jahren in der Entwicklung war es dann so weit: Pokémon Rot & Blau waren fertig. Oder besser gesagt: Pokémon Rot & Grün. In Japan gab es nämlich erst einmal gar keine blaue Edition. Die kam erst später, quasi als Special-Edition, die einige große Bugs beseitigte sowie Rot und Grün zusammenfasste. Für den Westen wurden die Spiele dann wieder getrennt und kamen als Rot & Blau auf den Markt, so wie wir sie heute kennen. Das ist auch der Grund, warum die Game-Boy-Advance-Remakes Feuerrot und Blattgrün heißen. Da wurde sich also an die originalen, japanischen Versionen gehalten.
Die beiden Editionen sind fast identisch, bis auf den Umstand, dass in den jeweiligen Versionen ein paar unterschiedliche Pokémon zu fangen sind. Der Hintergrund dafür war wohl das Link-Kabel, mit dem man zwei Game Boys miteinander verbinden konnte. Tajiri war von Anfang an von der Idee begeistert, deswegen war die neue Technologie auch in seinem ersten Entwurf zu Capsule Monsters enthalten. Bisher gab es mit dem Link-Kabel nur PvP-Konzepte, der junge Entwickler wollte aber, dass Spieler sich gegenseitig helfen können. So kam er dann auf die Idee, dass man Pokémon tauschen könnte. Und um dieses Konzept für alle schmackhaft zu machen, entstanden vermutlich die zwei verschiedenen Editionen.
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- Seite 2 Der Beta-Entwurf zu Pokémon Rot & Blau
- Seite 3 Die Starter-Pokémon und warum die Typen nicht funktionieren
- Seite 4 Pokémon Rot & Blau Beta-Content und warum Prof. Eich der stärkste Trainer ist
- Seite 5 Die acht Orden und die miese Mafia Team Rocket
- Seite 6 Was zur Hölle geschieht in Lavandia tatsächlich?
- Seite 7 Was war nochmal mit Mewtu? Ach, gar nix?
- Seite 8 Die nützlichsten Glitches aus Pokémon Rot & Blau
