Diablo Immortal im Test: Ein Mobile-Game zwischen Hit und Hölle
Test
Gute Nachrichten: Wir haben Telefone! Darum haben wir Diablo Immortal zwei Wochen lang intensiv getestet, am Smartphone und natürlich auf dem PC. In unserem großen Test mit Video klären wir, ob die Kritik am Free2Play-Modell gerechtfertigt ist, was Diablo Immortal trotzdem richtig gut macht - und ob Blizzard den Ruf des Spiels noch retten kann.
Seit seiner Ankündigung steht Diablo Immortal unter Beschuss. Ein Mobile-Game mit Free2Play-Modell? Darauf hat nun wirklich kein Fan der Kult-Reihe gewartet. Die vielen negativen Schlagzeilen, für die Blizzard in den letzten Jahren gesorgt hat, machten die Stimmung nicht besser: Kurz nach dem Launch wurde Diablo Immortal auf Metacritic in Grund und Boden gewertet, der User-Score zeigt einen historischen Tiefstand. Gleichzeitig scheint das Mobile-Game bei vielen Spielern gut anzukommen, laut Blizzard wurde Diablo Immortal bereits nach wenigen Tagen mehr als 10 Millionen mal installiert. Doch selbst eine solche Zahl kann die Lawine aus Kritik nicht aufwiegen, die seit Wochen über das Spiel hinweggerollt ist: Erfolgreich oder nicht, mit Diablo Immortal hat Blizzard eine ganze Menge Fans enttäuscht.
Im Zentrum der Vorwürfe: das Bezahlmodell: Diablo Immortal (jetzt kaufen ) sei ein gieriges Pay2Win-Game, schamlos darauf ausgelegt, den Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch es gibt auch Gegenmeinungen: Immer wieder melden sich Spieler zu Wort, die keinen Cent ausgeben - und trotzdem Spaß mit dem Ding haben. Manche gehen sogar noch weiter, sie loben das Spiel als eines der schönsten Mobile-Games aller Zeiten. Und wer hat nun recht?
Im Langzeit-Test schauen wir uns an, woran das Spiel krankt, was es dafür auch richtig gut macht - und ob Diablo Immortal eure Zeit überhaupt wert ist. Denn wie auch unser Testvideo zeigt: Euer Geld solltet ihr nicht in das Spiel stecken.
In diesem Artikel
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Handyspiel in Konsolenqualität
Diablo Immortal ist zwar auch für den PC erschienen, doch ist (noch) nahezu identisch mit dem Spielerlebnis auf Android und iOS. Aber das hatte Blizzard auch schon vorab deutlich gemacht: Diablo Immortal ist und bleibt ein Mobile-Game, daran ändert auch die Open Beta auf dem PC nicht viel. Und wer nun denkt, Diablo würde auf einem Smartphone eh nicht funktionieren, hat es vermutlich noch nicht gespielt: Nach ein paar Minuten flutscht das Action-RPG nämlich auch am Touchscreen richtig gut, das Interface ist durchdacht, alle wichtigen Features sind an Bord und die Action geht geschmeidig von der Hand. Wer mag, kann in der Mobile-Version übrigens auch einen Controller nutzen - wir finden aber, dass die Touch-Eingabe das bessere Erlebnis liefert, gerade die Menüs lassen sich mit den Fingern flotter bedienen.
Quelle: PC Games
Wer Diablo Immortal nur für seine Story spielt, braucht keinen Cent ausgeben und bekommt trotzdem richtig viel geboten.
Sechs Klassen sind an Bord, die spielen sich allesamt effektgeladen, wuchtig und angenehm vertraut. Eure Barbaren, Zauberer und Dämonenjäger lassen es also ähnlich krachen wie in Diablo 3, mit knallbunten Zaubern und kraftvollen Hieben, die auch auf dem kleinen Telefonbildschirm ihre Wirkung entfalten. Überhaupt steht die Grafik einem Diablo 3 nur in sehr wenig nach. Wenn ihr ein halbwegs flottes iOS- oder Android-Gerät habt, bekommt ihr wunderschön designte Levels, farbenfrohe Effekte, detailverliebte Animationen und abwechslungsreiche Monster geboten, alles in gewohnter Blizzard-Qualität. Zusammen mit der gelungenen Musikbegleitung und motivierten englischen Sprechern kommt da also auch auf dem Smartphone ordentlich Atmosphäre auf.
Gelungenes Zwischenspiel
Die Story ist zwischen Diablo 2 und dem dritten Teil angesiedelt und führt nicht nur neue Charaktere und Schurken ein, sondern bringt auch viele alte Bekannte zurück. Die Lore wird hier und da zwar ganz schön gebogen, unter anderem mit einem neuen Oberschurken, der gefühlt aus dem Nichts erscheint. Unterm Strich ist die Hauptquest aber trotzdem absolut ordentlich und fühlt sich wie ein kleineres Diablo 3 an. Gute zehn Stunden dürft ihr für die Story einplanen, wer nebenher noch anderen Kram erledigt, ist bis zum Finale auch deutlich länger beschäftigt.
Bildergalerie
Ein Highlight ist die hübsch gestaltete Stadt Westmark, die euch als zentraler Hub dient. Hier findet ihr zig Händler, Handwerker, Questgeber und andere Spieler. Außerdem startet ihr von dort aus in die zahlreichen Endgame-Aktivitäten und verbessert eure Ausrüstung. Ihr bereist verschiedene Länder in Sanktuario, kämpft euch durch Wälder, Gruften, Wüsten, Berge, Sümpfe und so weiter. Das fühlt sich zwar größtenteils wie ein Best-of-Diablo 3 an und lässt eigene Ideen vermissen, doch immerhin ist alles hübsch designt und zeigt die Blizzard-typische Liebe zum Detail.
