Diablo Immortal im Test: Ein Mobile-Game zwischen Hit und Hölle
Test
Gute Nachrichten: Wir haben Telefone! Darum haben wir Diablo Immortal zwei Wochen lang intensiv getestet, am Smartphone und natürlich auf dem PC. In unserem großen Test mit Video klären wir, ob die Kritik am Free2Play-Modell gerechtfertigt ist, was Diablo Immortal trotzdem richtig gut macht - und ob Blizzard den Ruf des Spiels noch retten kann.
Das Free2Play-Modell wirft besonders im Endgame Fragen auf, weil Diablo Immortal hier stärker denn je auf PvP-Inhalte setzt. Im PvP werden manche Charakterattribute zwar abgeschwächt, doch trotzdem spielt ihr auch hier eure normalen Helden aus dem PvE, mit all den Vorteilen, die ihr euch - theoretisch - erkauft habt. In unserer Testzeit war das noch kein Problem, wir haben auch mit unserem Gratis-Dämonenjäger gut mithalten können. Wie es in ein paar Monaten mit der Fairness aussieht, wissen wir aber natürlich noch nicht.
Grundsätzlich ist das PvP-Konzept für Diablo Immortal erstaunlich einfallsreich. Alle Inhalte kommen sogar mit einer eigenen Nebenstory, inklusive Quests, Gilden, Upgrades und vielem mehr: So lernt ihr schon früh die Immortals kennen, die unsterblichen Helden von Sanktuario. Ihr Gegenstück sind die Schatten, ein Geheimbund mit dem Ziel, die Unsterblichen herauszufordern und zu testen. Ein ewiger Kreislauf, in dem ihr natürlich mitmischen sollt. Dazu müsst ihr euch zunächst den Schatten anschließen und Teil einer Gilde werden. Hier habt ihr dann verschiedene Aufgaben zur Auswahl, darunter einfache Monster-Arenen oder ein paar nett gemachte Nebenquests, die sich auch für Solo-Spieler eignen.
Ein paar dieser Inhalte sind aber auch mehr als seltsam, etwa die tägliche Versammlung. Da müssen sich die Spieler zu einer bestimmten Uhrzeit an einem Ort treffen, minutenlang rumstehen und sich gegenseitig Buffs verpassen. Da fragt man sich schon, was das eigentlich noch mit Diablo zu tun haben soll. Die Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe stehen aber zum Glück im Mittelpunkt. Zum ersten Mal in einem Diablo gibt es nun richtige Raubzüge und groß angelegte Teamgefechte. Wer seine Mannschaft zum Sieg führt, stärkt damit sein Haus und qualifiziert sich für Turniere, bis man schließlich die Immortals zu einem letzten Gefecht herausfordern kann. Damit habt ihr dann die Chance, euch die Siegerkrone unter den Nagel zu reißen und selbst zum nächsten Unsterblichen aufzusteigen.
Quelle: PC Games
PvP-Schlachtfelder sind ein Novum für die Diablo-Reihe.
Das ganze System sorgt zwar für frischen Wind und macht Spaß, wirkt aber hier und da auch unnötig kompliziert. Trotz vieler Hilfen dauert es eine Weile, bis man sich in alles reingefuchst hat. Außerdem finden manche PvP-Modi nur zu festen Zeiten statt, auch das wirkt wie eine unnötige Einschränkung. Doch immerhin: Durch den Zeitplan finden sich sehr flott Mitspieler für ein Match.
Mit angezogener Handbremse
In diesem Artikel
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Der Reliquiar der Hölle, ein weiteres Endgame-Feature, konnten wir wegen eines Bugs anfangs nicht nutzen. Erst als Blizzard nach einer Woche reagierte, durften wir nachziehen. Der Reliquiar ist eine weitere Upgrade-Mechanik, für die man extra starke Raid-Bosse bezwingen muss, dazu braucht es grundsätzlich eine erfahrene Gruppe von acht Spielern. Das System ist nicht übel, kommt aber natürlich mit seiner eigenen Spezialwährung daher, dem sogenannten Scoria. Dieses Zeug verdient man nur einmal pro Woche durch erfolgreiche Raids, dadurch gerät der Fortschritt zu Beginn sehr schleppend. In der Beta war es noch möglich, Scoria auch durch tägliche Kopfgeldaufgaben zu verdienen, was zwar langsam, aber fair war. Doch diese Möglichkeit hat Blizzard mittlerweile ersatzlos gestrichen - eine zusätzliche Bremse für die Spieler, die sie zu weiteren Käufen verleiten soll.
Quelle: PC Games
Lassal ist einer der ersten Raidbosse, für die ihr eine große Spielergruppe braucht.
Stabile Server und Crossplay
Die Server haben allerdings ein dickes Lob verdient, die liefen in unseren ersten zwei Spielwochen praktisch rund um die Uhr stabil. Und wenn es doch mal zu einem seltenen Verbindungsabbruch kam, konnte wir uns gleich wieder an Ort und Stelle einloggen, ohne Verlust. Einwandfrei! Und das bringt uns natürlich zum Crossplay-Support: Ihr dürft Diablo Immortal auf Android, iOS und PC nach Lust und Laune spielen und zwischen den Geräten wechseln. Solange ihr euren Account mit dem Battle.net verknüpft, könnt ihr in Sekundenschnelle von einem Gerät zum nächsten springen und nahtlos weiterspielen. Auch das klappte im Test richtig gut.
PC als Open Beta
Wie eingangs erwähnt, ist Diablo Immortal am PC derzeit fast noch eine 1:1-Umsetzung der Mobile-Version. Wie Blizzard uns im Gespräch verraten hat, will man erst mal das Feedback aus der Open Beta sammeln und den PC-Client dann Stück für Stück verbessern. Das gilt besonders für die Steuerung, aber auch für die Technik und natürlich die Bugs - davon sind uns nämlich durchaus ein paar begegnet. Hier und da wurden unsere Eingaben falsch interpretiert, manchmal schienen Levelobjekte zu schweben oder NPCs spawnten nicht immer dort, wo sie sollten. Letztlich waren die allermeisten Bugs aber noch harmlos.
Bildergalerie
Auch wenn die Steuerung noch viele Wünsche offen lässt, könnt ihr Diablo Immortal schon jetzt ganz ordentlich am PC spielen. Ihr habt die Wahl aus Gamepad, WASD-Tasten oder ganz klassisch mit der Maus. Weil das Spiel aber primär für Touchscreens designt wurde, muss man sich etwas umgewöhnen. Wenn man zum Beispiel mit dem Cursor über ein Objekt fährt, wird kein Tooltip eingeblendet, man muss alles von Hand anklicken. Auch die ausladenden Menüs, die sperrige Chat-Funktion und die riesigen Schriftarten zeigen deutlich, dass in der PC-Umsetzung noch eine ganze Menge zu tun ist. Spielbar ist es aber schon jetzt und einen Wipe braucht auch niemand mehr befürchten - wer also auf dem PC starten will, kann das ohne Weiteres tun.
