Diablo Immortal im Test: Ein Mobile-Game zwischen Hit und Hölle
Test
Gute Nachrichten: Wir haben Telefone! Darum haben wir Diablo Immortal zwei Wochen lang intensiv getestet, am Smartphone und natürlich auf dem PC. In unserem großen Test mit Video klären wir, ob die Kritik am Free2Play-Modell gerechtfertigt ist, was Diablo Immortal trotzdem richtig gut macht - und ob Blizzard den Ruf des Spiels noch retten kann.
Nach ein paar Stunden bestätigt sich aber leider der Verdacht, den wir schon während der Beta-Phase hatten: Das Free2Play-Modell in Diablo Immortal zählt eindeutig zu der gierigen Sorte. Was aber nicht heißen soll, dass man zum Kauf gezwungen wird, um mit Diablo Immortal Spaß zu haben. Wer einfach nur die Story durchspielen will und gar nicht die Absicht hat, danach noch viel Zeit in das Spiel zu stecken, kann die Ingame-Käufe vollständig ignorieren. Für diese Spieler ist Diablo Immortal also tatsächlich gratis, und das auch in Zukunft - schließlich sollen alle künftigen Updates inklusive neuer Klassen, Features, Gebiete und so weiter kostenlos bleiben.
Aber: Diablo Immortal beschränkt seine Ingame-Käufe eben nicht nur auf Kosmetik (z.B. Kostüme ohne spielerischen Wert) oder simple Komfortfunktionen wie einen Fernzugriff auf den Marktplatz. Wer das Action-RPG so intensiv wie seine Vorgänger spielen und auch im Endgame erfolgreich sein will, muss sich auf einen unglaublich zähen Fortschritt einstellen - oder irgendwann echtes Geld in die Hand nehmen. Und bevor ihr euch Illusionen macht: Selbst wenn ihr hunderte, sogar tausende Euro investiert, werdet ihr manche Upgrades wohl niemals an ihr Maximum bringen.
Quelle: PC Games
Mit fragwürdigen Angeboten versucht uns das Spiel immer wieder in den Shop zu locken.
Free2Play aus der Hölle
In diesem Artikel
- Seite 1 Diablo Immortal im Test: Ein Mobile-Game zwischen Hit und Hölle
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Die Entwickler machen aus ihren Absichten auch kein großes Geheimnis: Wenn ihr beispielsweise zum ersten Mal einen großen Story-Dungeon gepackt habt, erhaltet ihr als "Belohnung" keine schöne Beute, sondern... eine Lootbox! Nicht geschenkt, wohlgemerkt, sondern zum Kaufen. Nach jedem Dungeon wird dem Shop eine weitere Kiste hinzugefügt, eine teurer als die nächste. Und dabei bleibt es natürlich nicht. Denn wie in so vielen Free2Play-Games wimmelt es auch in Diablo Immortal nur so vor unterschiedlichen Währungen und Fortschrittssystemen. Die greifen zum Teil so geschickt ineinander, dass man die Kosten dahinter kaum noch abschätzen kann. Zumal vieles erst nach mehreren Spielstunden freigeschaltet wird, das heißt: Als Einsteiger hat man da keinen Einblick, sondern freut sich anfangs noch über den rasend schnellen Fortschritt.
Doch hat man die ersten 30, 40 Level geschafft, wird es immer deutlicher: Fast alles kann irgendwie, irgendwo verbessert werden. Und fast alles setzt den Einsatz von seltenen Ressourcen voraus, die man sich nur mit enormem Zeitaufwand erspielen kann. Aus jeder Ecke winken wertvolle Fortschritte für euren Charakter und das Spiel wird auch nicht müde, euch mit geschickten Tricks daran zu erinnern. Zum Beispiel könnt ihr eure Ausrüstung nun in Rängen aufwerten. Ab Rang 6 werden dann neue, wertvolle Attribute freigeschaltet, die ihr anschließend mit Umschmiedesteinen neu auswürfeln könnt. Wenn ihr drei Effekte vom gleichen Typ in einen Gegenstand einsetzt, gibt's sogar einen weiteren Bonuseffekt. Also eigentlich ein cooles Feature! Bis ihr aber die nötigen Materialien zusammengekratzt habt, um alle drei Bonusattribute freizuschalten, solltet ihr viel, wirklich viel Zeit einplanen. Wir vermuten, der Großteil der Spieler wird von der ganzen Spielmechanik nie etwas zu Gesicht bekommen - und das kann nicht der Sinn dahinter sein.
Quelle: PC Games
Auf dem Markt könnt ihr Fertigkeitssteine und Juwelen verkaufen, dafür erhaltet ihr wertvolles Platin.
Ein anderes Beispiel ist das Vermächtnis der Horadrim. Für dieses Upgrade-System müsst ihr im Grunde nur ein paar Kisten mit Schlüsseln öffnen, aus denen ihr dann spezielle Ressourcen für weitere Upgrades bekommt. Je mehr Kisten ihr öffnet, desto mehr Beute gibt es. Das ist nicht nur stinklangweilig, weil ihr tagein, tagaus den gleichen öden Dungeon erledigen müsst. Die Schlüssel sind auch in Windeseile aufgebraucht. Zwar könnt ihr euch jeden Tag ein paar davon kostenlos verdienen, aber auf längere Sicht wird euer Fortschritt spürbar gebremst. Darum gibt's noch eine zweite Möglichkeit, die Kisten aufzubekommen - nämlich indem ihr statt der Schlüssel einfach Platin ausgebt.
