Diablo Immortal: Es kommt für den PC! Termin, Gameplay & Interview in der Vorschau
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Überraschung! Diablo Immortal erscheint schon in wenigen Wochen. Und zwar nicht nur für iOS und Android, sondern auch für den PC. Als einzige deutsche Redaktion haben wir mit den Entwicklern gesprochen und verraten euch exklusiv, warum die PC-Fassung vielleicht anders wird, als ihr erwartet - und warum ihr dem Spiel trotzdem eine Chance geben solltet.
Habt ihr denn keine Telefone!? Spätestens nach diesem denkwürdigen Satz war klar, dass Blizzard sich mit Diablo Immortal mächtig verschätzt hat. Die Ankündigung auf der Blizzcon 2018 geriet zum Desaster, die Fans überzogen das Mobile-Game mit Spott und Häme. (In unserer Analyse könnt ihr euch das ganze Drama noch einmal in Ruhe anschauen.) Fast vier Jahre sind seitdem vergangen und vieles ist passiert. Diablo 4 wurde angekündigt, es könnte die Marke wieder mächtig nach vorne bringen. Diablo 2: Resurrected gibt sich derweil alle Mühe, die alten Fans wieder ins Boot zu holen. Und Blizzards Image? Ist seit einem hässlichen Sexismus-Skandal schwer angekratzt.
Diablo Immortal geriet dabei immer mehr ins Hintertreffen. Nur ab und zu tauchte sie noch auf, diese eine Frage, die sich viele Fans seit der Ankündigung stellen: Warum, warum kommt das Spiel nicht auch für den PC? Dort hat Diablo schließlich seine Wurzeln! Doch Blizzards Antwort war bislang immer dieselbe: Niemand hat vor, das Spiel auf den PC zu bringen. Und genau das soll sich nun ändern.
Diablo Immortal erscheint für den PC. Und zwar nicht irgendwann, sondern schon in wenigen Wochen: Am 2. Juni wird Diablo Immortal für PC, iOS und Android veröffentlicht. Die offizielle Ankündigung könnt ihr euch hier ansehen. Aber warum so plötzlich? Und was für eine PC-Version ist das überhaupt? Hier gibt's alle Antworten: Als einzige deutsche Redaktion haben wir exklusiv mit Wyatt Cheng (Game Director) und Rod Fergusson (Executive Producer) von Blizzard gesprochen.
Wenig Zeit? Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Diablo Immortal erscheint am 2. Juni für iOS, Android und PC
- Das Spiel ist Free2Play und kann kostenlos runtergeladen werden
- Die PC-Version wird über Battle.net erhältlich sein
- Anders als die Mobile-Versionen ist die PC-Fassung noch eine Open-Beta
- Cross Progression und Cross Play zwischen PC und Mobile werden direkt unterstützt
- Am PC habt ihr die Wahl zwischen Maus und Tastatur, WASD-Steuerung und Gamepad
- Grafisch wird die PC-Fassung nicht extra angepasst, es gibt aber Grafikoptionen
- Für die PC-Beta ist keine Vorregistrierung nötig
- Blizzard hat keine Konsolenversionen angekündigt
Wie sieht das PC-Spiel in Bewegung aus? In unserem Vorschau-Video haben wir jede Menge Gameplay für euch.
Diablo Immortal ist fertig
In diesem Artikel
Ab Donnerstag, dem 2. Juni könnt ihr euch das neue Diablo kostenlos für iOS- und Android-Geräte runterladen. Gleichzeitig mit dem Mobile-Launch wird auch ein PC-Client über Battle.net veröffentlicht - zunächst allerdings nur als Open Beta. Der Grund dahinter ist ganz simpel, wie uns Rod Fergusson verrät: "Seit wir das Spiel vor vier Jahren angekündigt haben, versuchen wir, möglichst viel Feedback der Spieler zu bekommen. Durch die Alpha- und Beta-Tests konnten wir herausfinden, was die Leute denken. Aber bei der PC-Fassung hatten wir diese Zeit einfach nicht. Das Spiel ist soweit, darum veröffentlichen wir es am 2. Juni. Wir wollten die Mobile-Versionen nicht wegen der PC-Fassung zurückhalten. Stattdessen haben wir beschlossen, die PC-Umsetzung ebenfalls schon zu veröffentlichen - nur eben als Beta, damit wir weitere Meinungen der Spieler einholen können. Denn es ist in erster Linie ein Mobile-Game. Steuerung und User Interface sind darauf ausgelegt, dass es mobil gespielt wird. Und deshalb wollen wir jetzt noch mehr Feedback sammeln, damit wir rausfinden, wie wir auch die PC-Erfahrung weiter verbessern können."
Cross Progression: PC und Mobile vereint
Trotz Beta-Status soll es am PC keine Einschränkungen geben. Ihr könnt euch den Client ohne Voranmeldung über das Battle.net runterladen und unbegrenzt spielen. Sämtliche Fortschritte in der Beta bleiben euch erhalten, es wird später also keinen Wipe geben. Das wäre auch kaum möglich, denn Diablo Immortal untertützt Cross Progression. Das heißt, ihr sollt eure Charaktere von der Mobile-Fassung problemlos auf dem PC weiterspielen können und umgekehrt. Auch Crossplay ist möglich, was bedeutet, dass PC- und Mobile-Spieler gemeinsam zocken können. Zur Erinnerung: Diablo Immortal ist im Kern ein MMO, also ein Online-Spiel mit deutlich mehr Social Features als seine drei Vorgänger. Umso wichtiger, dass möglichst viele Leute gemeinsam spielen können - und dafür soll auch der Crossplay-Support sorgen.
Quelle: Blizzard
Auf dem PC könnt ihr mit Maus und Tastatur, WASD oder Controller spielen.
Bloß kein Emulator!
Aber warum so plötzlich eine PC-Version? "Als wir mit unseren Alpha- und Betatestphasen begannen, haben eine Menge Leute nach einer PC-Version gefragt.", erklärt Wyatt Cheng. "Und manche sagten sogar, dass sie das Spiel auf dem PC emulieren wollen. Und da haben wir uns gedacht: Mensch, bevor die Leute das auf dem PC emulieren, wäre es doch besser für uns, wenn wir selbst einen nativen Client anbieten." Cheng betont allerdings, dass sich an den ursprünglichen Plänen nichts geändert habe: "Wir entwickeln Diablo Immortal immer noch zuerst als Mobile-Game. Aber da es unser Ziel ist, so viele Spieler wie möglich zu erreichen, halten wir es für das Beste, das Spiel auf Mobile-Geräte und auf den PC zu bringen."Auch in ihrem Blog bestätigen die Entwickler: Die Android-Emulatoren waren der Hauptgrund für Blizzard, eine eigene PC-Version anzubieten. Wenn schon PC, dann richtig.
Wir fragen nach: Warum veröffentlicht man das Spiel dann nicht auch auf den aktuellen Konsolen? Rod Fergusson wiegelt ab: "Das ist sicher eine Frage, die sich aus der ganzen Diskussion ergibt. Aber da haben wir im Moment nix anzukündigen."
Unveränderte Grafik
Keine Frage, für ein Mobile-Game sieht Diablo Immortal absolut hochwertig aus. Euch erwartet der gleiche bunte Stil wie in Diablo 3, mit stimmungsvollen Umgebungen, feinen Animationen und detailreich gestalteten Charakteren. Auch die wuchtigen Kampfeffekte kommen uns angenehm bekannt vor: Wo der Barbar mit Schmackes zuhaut, wächst so schnell kein Gras mehr. Da steckt die Blizzard-typische Liebe zum Detail drin. Wer genauer hinschaut, erkennt aber natürlich auch ein paar polygonarme Objekte in den Levels und auch die hübschen Zerstörungseffekte aus Diablo 3 wurden deutlich zurückgeschraubt. Hier sollte man seine Erwartungen also etwas in Grenzen halten.
Quelle: Blizzard
Die PC- und Mobile-Fassungen sind nahezu identisch.
Trotzdem wird PC-Fassung nicht nochmal aufgemöbelt, da gibt sich Wyatt Cheng überzeugt: "Das Spiel sieht wunderschön aus. Unsere Telefone haben extrem hohe Pixeldichten, auch wenn die Bildschirme vielleicht klein sind. Wenn du es auf einem Full-HD-Monitor spielst, können sich die Texturqualität und der Detailgrad absolut sehen lassen. Darum mussten wir die Grafik auch nicht überarbeiten, du bekommst auf allen Plattformen eine sehr ähnliche Erfahrung - und es wird trotzdem großartig aussehen." Auch wenn sich optisch also erst mal nicht viel ändert, soll der PC-Client zumindest mehrere Grafikoptionen bieten, über die ihr euch das Spiel anpassen könnt. Zum Beispiel lässt sich die Framerate auf 30, 60, 120 oder unbegrenzte FPS festlegen.
Steuerung am PC: Aus die Maus?
Natürlich wird man merken, dass man letztendlich ein Mobile-Game spielt. Cheng und Fergusson betonen immer wieder, dass Diablo Immortal ein "mobile first game" ist, die Steuerung wurde also primär für Touchscreens designt. Und tatsächlich: Am Smartphone spielt es sich richtig flüssig und intuitiv. Trotzdem hat Blizzard schon vor einer Weile angekündigt, dass ihr auch mit einem Gamepad spielen könnt - und das ist natürlich auch am PC möglich.
Quelle: Blizzard
Die Tastenbelegung der Controller-Steuerung am PC
Keine Lust auf Gamepad? Dann ist vielleicht die neue WASD-Steuerung etwas für euch - ein Novum für die Diablo-Serie. Damit könnt ihr euren Charakter direkt steuern, dadurch will man das Spielgefühl der Mobile-Fassung besser einfangen. Aber keine Sorge: Auch eine klassische Maussteuerung soll es geben, damit ihr eure Monster und Beute so anklicken könnt, wie ihr es von der Serie gewohnt seid. Die Fähigkeiten werden mit den Tasten 1 bis 4 ausgelöst, der Hauptangriff liegt auf der linken Maustaste. Und die Entwickler haben schon bestätigt, dass man die Tastenbelegung am PC frei anpassen kann. Gut so!
Quelle: Blizzard
Am PC dürft ihr die Tastenbelegung ändern.
Doch selbst mit diesen Anpassungen wird sich manches ungewohnt anfühlen, zum Beispiel im Inventar: Am PC ist es üblich, mit dem Mauscursor über ein Item zu fahren, damit man im Tooltip die Eigenschaften nachlesen kann. Am Touchscreen geht das nicht, hier muss man die Items erst mal antippen, um ein Info-Fenster zu öffnen. Und das wird auch am PC so sein. Auch die übergroßen Texteinblendungen wirken an einem Monitor etwas übertrieben, obwohl das HUD bereits kleiner ausfällt als am Smartphone. Spätestens im Talentemenü lassen sich die Mobile-Wurzeln aber nicht mehr leugnen: Die Buttons und Texte sind hier so riesig, dass man sie problemlos von der anderen Straßenseite aus lesen könnte. Es ist offensichtlich, dass das am PC keine gute Lösung ist.
Quelle: Blizzard
Diablo Immortal fühlt sich über weite Strecken wie ein Nachfolger von Diablo 3 an.
Trotzdem hält Wyatt Cheng es für "fantastisch", dass das Spiel auf PC und Mobile nahezu identisch ist. Schließlich gäbe es dadurch keinerlei versteckte Funktionen oder Konflikte, weil man überall die gleiche Spielerfahrung hat. Allerdings will man hier auch ausdrücklich auf die Community hören: "Das Team glaubt fest an das Feedback der Spieler. Darum nehmen wir jede Gelegenheit wahr, um Meinungen einzuholen, ganz egal, ob es ein Alpha-Test, eine Beta-Phase oder die Blizzcon 2018 ist." Wir gehen deshalb fest davon aus, dass Blizzard die Menüs im Laufe der PC-Beta nochmal kräftig überarbeiten wird.
Aber wie spielt sich Diablo Immortal nun überhaupt? Was macht es anders als die Vorgänger, wo liegen die Gemeinsamkeiten? Und vor allem: Ist das überhaupt noch ein richtiges Diablo oder hat Blizzard zu viel versprochen? Das alles erfahrt ihr in unserem großen Anspielbericht auf der nächsten Seite.
