Die wunderschöne Welt von Crimson Desert hat natürlich auch ihren Preis. Die Technik ist beeindruckend und leistungshungrig zugleich.
Die grafische Finesse von Crimson Desert kommt natürlich nicht ohne Preis. In nativen 4K und mit den zweithöchsten Grafikeinstellungen hatte auch unser Testsystem mit Ryzen 7 5800X, 32GB Arbeitsspeicher und einer Geforce RTX 4080 ordentlich zu tun. Wirklich viel mehr als 60FPS waren nie drin. Eher sogar weniger. Gleichzeitig ist es aber auch skalierbar. Selbst auf einem Mittelklasserechner mit RTX 3060 und eingeschaltetem DLSS konnten wir bei mittleren Details und WQHD-Auflösung mit um 40 bis 60 FPS spielen.
Nur am unteren Ende der Mindestvoraussetzungen wird es kritisch. Auf einem Low-End-System, das leicht über der Minimalvoraussetzung war, startet das Spiel zwar. Allerdings ist es uns dabei regelmäßig abgeschmiert. Außerdem brauchte das Spiel sehr lange zum Laden von NPCs oder der Karte. Da solltet ihr also auf jeden Fall aufpassen.
Quelle: PC Games
Die Weitsicht in Crimson Desert ist einfach unschlagbar. Auf technischer Ebene haben die Entwickler größtenteils saubere Arbeit abgeliefert.
PC-Performance: Anspruchsvoll und instabil
Außerdem empfehlen wir unbedingt, V-Sync anzuschalten oder einen Bildschirm mit VRR zu nutzen. Das Bild zerreißt sonst sichtbar und hässlich durch die schwankende Framerate. Obendrauf wackelt die Technik dann an manchen Stellen doch noch. So ploppen Dinge immer wieder mehr oder weniger sichtbar ins Bild, Rüstungen klippen durch Schild und Waffe der Spielfigur durch, und die Gesichter sind etwas steif. Außerdem führt die gewählte Texturierungsmethode immer wieder mal zu einem sichtbaren Flimmern an Kanten vom Boden oder Häusern.
Das Raytracing zieht außerdem gern hässliche Schlieren, wenn man schnell von einer Lichtquelle zur nächsten wechselt. Allgemein ist die Beleuchtung in Innenräumen nicht optimal. Zusätzlich kosten manche Grafikeinstellungen auch enorm viel Leistung. Hatten wir etwa Nvidias Ray Reconstruction aktiviert, brach die Framerate von 50-60 Fps sofort auf unspielbare 15-20 Fps ein. Die genaue Analyse zur PC-Performance findet ihr natürlich bei den Kollegen der PC Games Hardware.
Sehr positiv ist übrigens, dass uns nur sehr wenige spielrelevante Bugs abseits der Technik aufgefallen sind. Einmal ist ein Gegenstand nicht gespawnt, den wir für die Hauptquest gebraucht hätten. Nach einmaligem Neuladen war er dann aber da. Bei der schieren Größe des Spiels ist das aber keine Garantie, dass es bei euch auch problemlos läuft.
Quelle: PC Games
Das ist aus Zelda! Wie im Nintendo-Meilenstein dürft ihr auch mit einem Gleiter durch die Lüfte schweben.
Tja, und dann ist da natürlich noch die Sache mit den Konsolenversionen. Die Entwickler haben im Vorfeld kein Material zu den Konsolenversionen für PlayStation und Xbox veröffentlicht. Wir haben ebenfalls ausschließlich PC-Keys im Vorfeld zur Verfügung gestellt bekommen. Es gibt zwar einen ausführlichen Bericht für die PS5 Pro von den Technikexperten bei Digital Foundry. Was die Basis-Versionen von PS5 und Xbox Series angeht, raten wir aber erst mal zur Vorsicht. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden, wenn wir die Konsolenversionen endlich mal in die Finger bekommen.
Feature-Flut tut selten gut
Bis dahin haben wir aber auch auf dem PC noch so einiges zu tun. Über die Quests und Rätsel an jeder Ecke der Spielwelt haben wir bereits gesprochen. Die verknüpft Crimson Desert aber auch mit wahnsinnig vielen Features. Einen großen Teil der Gameplay-relevanten Skills für unseren Charakter bekommen wir innerhalb weniger Stunden. Das erschlägt einen erst mal und es erfordert einiges an Einarbeitung, alle Mechaniken zu verinnerlichen. Gerade anfangs standen wir öfter mal bei Rätseln wie der Ochs vorm Berg, weil wir die nötige Fähigkeit vergessen hatten.
Dabei schnappt sich Crimson Desert die Ideen rechts und links von anderen großen Genrevertretern. Red Dead haben wir bereits angesprochen, aber auch Zelda stand Pate für einige Features. So bekommen wir gleich zu Beginn einen Gleiter und eine Ultrahand, mit der wir schwere Dinge herumbewegen können. Man kann auch an jeder Fläche hochklettern, was das Erkunden bequem macht. Begrenzt wird man beim Gleiten und Kraxeln wie beim Nintendo-Vorbild durch die Ausdauer des Charakters.
Quelle: PC Games
Die Spielwelt von Crimson Desert sprudelt nur so vor Leben. In den Städten und Dörfern gehen die NPCs ihrem Tagwerk nach.
Dazu kommen noch massenhaft andere Mechaniken. Wir müssen etwa unsere Fraktion wieder aufbauen und unsere Heimat zurückerobern. Dafür schicken wir unsere Leute auf Missionen oder schleusen sie sogar in gegnerische Basen ein. Außerdem dürfen wir unsere Basis aufbauen und dort sogar Felder bestellen. Plötzlich wird Crimson Desert also zur Farming-Sim. Es gibt ein umfangreiches Kochsystem mit zahlreichen Rezepten und Zutaten, das auch enorm wichtig ist. Heilen kann man sich nämlich nur mit Essen.
Es gibt bestimmte Orte, in die man nur mit bestimmter Kleidung kommt. Man kann in der Bank ein Konto eröffnen und dort sein Geld anlegen mittels Investment und Risikoabwägung. Natürlich darf auch ein Schleich- und Kriminalitätssystem nicht fehlen. Letzteres ist aber auch ein hervorragendes Beispiel dafür, warum zu viele Features einem Spiel nicht unbedingt guttun. Das schauen wir uns aber auf der nächsten Seite an.
- Seite 1 Ein holpriger Start in Crimson Desert
- Seite 2 Die Welt ist Crimson Deserts größte Stärke
- Seite 3 Ungebändigter Erkundungsdrang in Crimson Desert
- Seite 4 Wunderschön und Anspruchsvoll: Die Technik von Crimson Desert
- Seite 5 Feature-Flut tut selten gut
- Seite 6 Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
- Seite 7 frustrierende Bosskämpfe & eine schwierige Wertung
