Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert

Test Carlo Siebenhüner
Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
Quelle: PC Games

Crimson Desert ist ein störrisches Biest in Sachen Steuerung - vor allem in hektischen Kämpfen. Wenn es aber flutscht, dann haut es richtig rein.

Die ganzen Funktionen in Crimson Desert wollen natürlich auch vernünftig kontrolliert werden. Bei so vielen Features, die allein unseren Hauptcharakter betreffen, könnt ihr euch aber vermutlich denken, dass eine vernünftige Steuerung dafür keine leichte Aufgabe ist. Crimson Desert empfiehlt zum Spielen einen Controller. Allerdings ist der doppelt und dreifach belegt und das Spiel selbst ist ständig dabei, den richtigen Kontext zu finden. Wollen wir etwa gerade etwas in die Hand nehmen oder doch springen? Beide Aktionen liegen auf dem gleichen Knopf.

Dadurch ist es leider oft so, dass sich manche Dinge umständlich steuern. Kleines Beispiel gefällig? Um magische Wände zu sprengen, müssen wir die stärkere Variante unseres Machtstoßes nutzen. Dafür wechseln wir in den Fokusmodus, indem wir die zwei Analogsticks unseres Controllers kurz eindrücken. Anschließend müssen wir den rechten Analogstick separat drücken und halten. Jetzt müssen wir einen bestimmten Punkt anvisieren. Die Kamera steuern wir dabei aber nicht wie sonst mit dem rechten Analogstick (den halten wir ja gerade), sondern mit dem linken. Haben wir den richtigen Punkt gefunden, lassen wir den rechten Analogstick los.

Eine Steuerung zum Haare raufen

Das ist einfach maximal verwirrend und wir haben ständig wieder Tastenkombinationen vergessen, wenn wir manche Fähigkeiten lange nicht benutzt hatten. Dann hilft nur die Hilfesektion im Glossar. In der muss man aber erst mal die richtige Fähigkeit suchen, was bei immer mehr Features auf Dauer sehr unübersichtlich wird.

Der Protagonist steht vor einem Tisch, auf dem ein Hammer liegt. Quelle: PC Games Nehmen oder springen? Der Controller ist doppelt und dreifach belegt. Da muss man schon genau zielen mit dem Kamerawinkel, damit das Spiel den Kontext versteht. Mit Maus und Tastatur könnt ihr natürlich auch spielen. Da ist die Navigation in den Menüs zwar besser, im Spiel macht die Steuerung aber auch keine bessere Figur. Doch auch bei der Steuerung gilt: Hat man sich mal damit arrangiert, dann geht sie auch immer leichter von der Hand und man verinnerlicht die wichtigsten Handgriffe. Zumindest, bis wir uns in den zahlreichen Kämpfen im Spiel wiederfinden.

Neben der Erkundung, den Quests und den Features nimmt natürlich auch der Kampf eine wichtige Rolle in Crimson Desert ein. Viele Aufgaben laufen schlussendlich immer auf Fratzengeballer hinaus. Das Kampfsystem hat dabei einige Möglichkeiten im Gepäck.

Kliff nutzt standardmäßig Einhandschwert und Schild. Auf Wunsch können wir aber auch zwei Einhandwaffen oder einen Zweihänder nutzen. Oder wir gehen komplett unbewaffnet in den Faustkampf. Die anderen spielbaren Charaktere haben eigene Spezialitäten. Damien nutzt etwa einen schnellen Rapier, eine Pistole und einen Blitzzauber.

Massen an Gegner umringen einen und unser Held mittendrin. Quelle: PC Games Die Standardkämpfe fühlen sich schon fast an wie ein Musou-Spiel wie Hyrule Warriors. Massen an Gegnern umringen einen und unser Held ist mittendrin.

Das Kampfsystem in Crimson Desert haut rein

Wir haben uns zum Großteil mit Kliff durch die Gegner gemetzelt und hatten dabei auch eine Menge Spaß. Egal, womit ihr kämpft, die Auseinandersetzungen sind hervorragend choreografiert. Das Spiel umringt euch meistens mit zahlreichen Standardgegnern, fast schon wie in einem Musou-Spiel wie Hyrule Warriors. Die Kombos aus leichten und schweren Angriffen sowie Spezialangriffen und Magie fließen schön ineinander über, und können einen Flow entwickeln, mit dem wir uns nur so durch die Gegner pflügen.

Das hat Wucht, das hat Schmackes und das macht eine Menge Spaß. Allerdings haben wir uns dadurch auch von Anfang an sehr übermächtig gefühlt. Die Standardgegner haben keinerlei Lebensanzeige und wir haben den Verdacht, dass die meisten Normalo-Gegner mit unserem Schaden skalieren, damit es immer gut aussieht. Als wir nämlich mal einen Ausflug querfeldein in ein späteres Gebiet gewagt haben, konnten wir auch dort ohne Probleme durch die Gegner schnetzeln.

Ein großes spinnenartiges Monster, an dem der Protagonist hochklettert. Quelle: PC Games Hoch das Bein! In manchen Bosskämpfen stehen uns hochhaushohe Gegner gegenüber. An denen klettern wir hoch, um die Schwachstellen zu erreichen. Obwohl die Entwickler deutlich betonen, dass Crimson Desert kein Rollenspiel ist, gibt es doch ein paar Rollenspielelemente in der Charakterentwicklung. Für Quests, Rätsel und mehr bekommen wir meistens sogenannte Artefakte. Die können wir einsetzen, um Gesundheit, Ausdauer und Mana zu steigern. Wir können sie allerdings auch für neue Skills einsetzen.

Die meisten davon erleichtern die Erkundung oder geben neue Fähigkeiten im Kampf. So richtig nützlich kamen uns aber nur die wenigsten Fertigkeiten vor. Die wichtigsten bekommt man schließlich ohnehin automatisch vom Spiel. Auf dem Papier sehr cool ist auch, dass man manche Skills lernt, wenn man NPCs oder Gegner beobachtet. Das geht nur nach hinten los, wenn man sich die coole Attacke vom Boss abschauen möchte, das Tutorialmenü dafür aufploppt und dann keine Zeit mehr hat, auszuweichen. Da haben wir also so manche Spezialattacke fressen müssen.
Steht man dann vor einem der großen Bossgegner im Spiel, dann wird es eh kritisch, aber das schauen wir uns auf der letzten Seite an.

  1. Seite 1 Ein holpriger Start in Crimson Desert
  2. Seite 2 Die Welt ist Crimson Deserts größte Stärke
  3. Seite 3 Ungebändigter Erkundungsdrang in Crimson Desert
  4. Seite 4 Wunderschön und Anspruchsvoll: Die Technik von Crimson Desert
  5. Seite 5 Feature-Flut tut selten gut
  6. Seite 6 Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
  7. Seite 7 frustrierende Bosskämpfe & eine schwierige Wertung
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