Die Features sind zahlreich, doch so richtig gut sind sie nicht gemacht. Trotzdem entwickelt Crimson Desert eine ungeahnte Tiefe.
Die ganzen Features, die man in Crimson Desert geboten bekommt, sind zwar enorm zahlreich, haben allerdings eben ein Problem. Die meisten davon sind höchstens okay ausgearbeitet und nur wenige kommen an die Finesse ihrer großen Vorbilder heran. Das Kriminalitätssystem ist da ein schönes Beispiel.
Ihr könnt in Crimson Desert auch kriminell werden und euch mit dem Arm des Gesetzes anlegen. Lauft ihr durch die Welt, gibt es immer wieder Momente, in denen ihr Sachen stehlen könnt. Allerdings nur, wenn ihr vorher eine Maske aufgezogen habt, sonst bleibt der Button ausgegraut. Seid ihr über dieses Stöckchen gesprungen, dürft ihr euch die Taschen füllen.
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Sobald ihr etwas eingesteckt habt, was euch nicht gehört, ploppt um euch herum ein roter Kreis auf. Sieht euch darin jemand, bekommt ihr ein Kopfgeld und ihr müsst mit den Wachen rechnen. So weit, so bekannt. Allerdings vergessen die NPCs auch sehr schnell, dass ihr ihnen was gemopst habt, sobald ihr aus dem roten Suchkreis raus seid.
Obendrauf gibt es auch in gottverlassenen Lagern mitten im Wald Gegenstände zum Stehlen. Auch da müsst ihr immer die Maske aufziehen, und obwohl euch kein Schwein sieht, ploppt der Suchradius auf und ihr verliert trotzdem etwas Ruf in der jeweiligen Region. Das ergibt halt keinen Sinn, wenn euch niemand sieht.
Quelle: PC Games
Zum Ziegen stehlen. In Crimson Desert dürft ihr auch kleine und mittelgroße Tiere mopsen.
Weit wie ein Ozean, tief wie eine Pfütze
Auch das Klettern und Gleiten wirkt nicht ganz durchdacht. Während man in Zelda zwar mit der Standardausdauer nicht allzu weit gleiten kann, reicht es trotzdem, um etwas Strecke zu machen. In Crimson Desert stürzt unser Kliff anfangs aber noch sehr viel früher ab. Erweitern wir die Ausdauer, bringt auch das überraschend wenig zusätzliche Reichweite. Beim Klettern dagegen sind die meisten Felswände so zerklüftet, dass wir überall kleine Absätze zum Verschnaufen finden. So kommt man also auch mit der Standardausdauer relativ bequem überall hoch.
Crimson Desert macht also alles irgendwie so ein bisschen, aber eben nichts hervorragend gut. Trotzdem funktionieren die meisten Features aber gut genug, dass man am Ball bleibt. Habt ihr euch irgendwann so weit reingearbeitet und mit den Eigenheiten arrangiert, entwickelt das Spiel sogar eine nicht zu verachtende Sogwirkung.
Man findet einfach immer und überall etwas zu tun. Falls man an einer Stelle nicht weiterkommt, dann geht man eben woanders hin, macht hier mal eine Quest, löst da mal ein Rätsel, findet wieder irgendeine Ruine zum Erkunden oder jagt einer der zahlreichen Kopfgeldquests hinterher. In Crimson Desert steckt einfach so viel Content, dass man die Sachen, die man weniger mag oder die nicht so gut funktionieren, ohne schlechtes Gewissen links liegen lassen kann und trotzdem eine Menge Spaß mit dem Rest hat.
Die Erkundung erinnert dabei sehr an Skyrim, denn durch die enorme Weitsicht sieht man überall interessante Orte, die wieder neue Abenteuer versprechen. Man muss aber auch sagen, dass man dabei nicht in so tiefe Nebenquestketten stolpert wie in der Elder-Scrolls-Serie. Crimson Desert ist die Verkörperung vom gern genutzten Spruch: "Weit wie ein Ozean, tief wie eine Pfütze" und trotzdem entwickelt es durch seine unzähligen Features dann wieder auf einer übergeordneten Ebene eine Form von Tiefe, in die man sich herrlich eingraben kann.
- Seite 1 Ein holpriger Start in Crimson Desert
- Seite 2 Die Welt ist Crimson Deserts größte Stärke
- Seite 3 Ungebändigter Erkundungsdrang in Crimson Desert
- Seite 4 Wunderschön und Anspruchsvoll: Die Technik von Crimson Desert
- Seite 5 Feature-Flut tut selten gut
- Seite 6 Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
- Seite 7 frustrierende Bosskämpfe & eine schwierige Wertung
