Nach der eher mäßigen Story kommen wir jetzt zur größten Stärke von Crimson Desert. Die offene Welt ist fantastisch!
Unser Hauptcharakter Kliff ist nämlich mehr als blass. Er nickt es einfach weg, dass er plötzlich Magie am Arm hat oder plötzlich in einem seltsamen Himmelsreich magische Wesen trifft. Obendrauf geben die Entwickler ihm dann meist auch nur die Emotionen, die sie von Kliff gerade brauchen. Er ist nett und aufgeschlossen, wenn er mit Kindern Schere-Stein-Papier spielt, er ist aggro gegen seine Gegner und besonnen, wenn er die Probleme seiner Fraktion löst.
Noch dünner wird es bei den zwei anderen Charakteren, die man im Spielverlauf freischaltet. Damien und Oongka symbolisieren nämlich eigentlich nur andere Kampfstile. Sie tragen zwar auch gewisse Rollen in der Hauptquest und wir können sie auch als Begleiter mitnehmen. Was zu sagen haben sie aber nicht großartig und die Aufgaben der Hauptgeschichte sind ausschließlich Kliff vorbehalten.
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Ein Dialogsystem gibt's übrigens nicht. Kliff plaudert zwar immer wieder mit Leuten in der Welt und in Zwischensequenzen, die sind aber komplett vorgefertigt. Einfluss auf die Geschichte nehmen können wir also nicht und auch eine richtige Charakterentwicklung gibt es nicht so wirklich. Die Story von Crimson Desert plätschert eher vor sich hin.
Die Welt von Crimson Desert
Ihr habt es aber wahrscheinlich schon vermutet. Die Hauptquest ist jetzt auch nicht das Wichtigste an Crimson Desert. In einer Welt, die sogar noch mal größer als die von Red Dead Redemption 2 ist, sollte natürlich auch eine Menge Content abseits der Geschichte drinstecken. Für Crimson Desert ist diese Aussage aber noch untertrieben. Tatsächlich ist die gigantische Welt vollgestopft mit Kram, der nur darauf wartet, von euch entdeckt zu werden.
Aufgeteilt ist der Kontinent in mehrere Länder mit unterschiedlichen Grafschaften und Regionen. Tatsächlich gibt es sogar ein richtiges Fraktionssystem. Auf der Karte könnt ihr euch anschauen, welche Orte zu welcher Fraktion gehören, und letztere sogar direkt mit den eigenen Leuten unterstützen. Der wichtigste Nebenqueststrang dreht sich nämlich um den Wiederaufbau der Graumähnen. Der ist teilweise in die Hauptstory integriert und fühlt sich stellenweise sogar wie die bessere Geschichte an.
Quelle: PC Games
Features über Features. Auch ein umfangreiches Fraktionssystem steckt in Crimson Desert. Hier weisen wir unseren Leuten Aufgaben zu oder schleusen sie in feindliche Basen ein.
Das kann man von den restlichen Nebenquests weniger behaupten. Viele davon erzählen zwar kleine Storys, am Ende laufen die meisten aber auf Standardkost hinaus. Schau mal in dieses Lager und räume dort auf, hol mir diesen Gegenstand oder koche mir dieses Essen. Das ist für die meisten Quests okay, aber auch nichts Besonderes. Es gibt aber auch auflockernde Einlagen. Wie in Red Dead Redemption 2 können wir etwa auch in unserem Lager aushelfen und kleinere Aufgaben erledigen.
Die schiere Anzahl an Quests ist schon allein in der Startregion Hernand erschlagend. Vor allem in den Hotspots wie Städten und Lagern gibt es immer was zu tun. Wir haben bei weitem nicht alles erledigt und haben trotzdem erst so um die 30-Stunden-Marke langsam die Grenzen der Region überschritten.
Erkundung als größte Stärke im Spiel
Sehr schön ist, dass Crimson Desert nicht von Anfang an die Karte mit Fragezeichen vollkleistert. Im Gegenteil: Die Karte ist anfangs noch verdeckt und man lichtet den Nebel selbst. Die Quests kommen also nicht alle auf einmal auf einen zu. Auch hier haben die Entwickler bei Rockstars Western-Meisterwerk gespickt. NPCs in der Welt sprechen uns nämlich einfach an, wenn sie etwas von uns wollen. Wir können per Tastendruck selbst entscheiden, ob wir das Gespräch weiterführen oder nicht.
Quelle: PC Games
Der Abyss ist das mysteriöse Himmelsreich. Dort bekommt ihr meistens große Rätsel aufgetischt.
Allgemein kann man jeden NPC in der Welt ansprechen. Die meisten davon haben aber nicht viel zu sagen und speisen einen mit Standardsätzen ab. Wenn man die Kollegen trotzdem immer nett grüßt oder ihnen sogar kleine Geschenke macht, mögen sie einen irgendwann. Dummerweise bringt das nicht wirklich was. Das Spiel sagt zwar, dass sie dann manchmal Geschenke für den Spieler haben. Wir haben das aber nie erlebt.
Manchmal haben uns zufällige NPCs aber auf erledigte Quests angesprochen und uns etwas Nettes in die Hand gedrückt. Das ist eine schöne Art, den eigenen Fortschritt auch natürlich innerhalb der Welt einzubetten. Die Welt von Crimson Desert kann tatsächlich sehr überzeugen, und warum das so ist, schauen wir uns auf der kommenden Seite an.
- Seite 1 Ein holpriger Start in Crimson Desert
- Seite 2 Die Welt ist Crimson Deserts größte Stärke
- Seite 3 Ungebändigter Erkundungsdrang in Crimson Desert
- Seite 4 Wunderschön und Anspruchsvoll: Die Technik von Crimson Desert
- Seite 5 Feature-Flut tut selten gut
- Seite 6 Großartige Kämpfe & frustige Steuerung in Crimson Desert
- Seite 7 frustrierende Bosskämpfe & eine schwierige Wertung
