Interview mit Irrational Games - Seite 2

Special Luise Künnemann

Heute mit noch mehr Fragen: Die Bioshock-Macher packen aus - warum es in guten Filmen keine Brüste geben muss, was das mit Bioshock 3: Infinite zutun hat und vieles mehr lest ihr in unserem gamescom-Interview mit Ken Levine von Irrational Games!

Hier lest ihr das erste Interview mit Ken Levine vom 19.08.2010: Christian Schlütter von unserem Schwestermagazin PC Games hat auf der gamescom ein Interview mit Bioshock 3: Infinite-Entwickler Ken Levine geführt, dem Creative Director von Irrational Games. Das komplette Interview lest ihr hier:

Bioshock 1 war sehr stark beeinflusst von Ayn Rands The Fountainhead. Gibt es literarische Vorlagen für Bioshock Infinite? Welchen Rahmen habt ihr für das Spiel gewählt und warum?

Bioshock 3 Infinite: "Wir definieren den Begriff Sequel neu" und Multiplayer noch nicht sicher - Interview mit Irrational Games Quelle: CVG Wenn man an die Schriften der amerikanischen Gründerväter denkt, an Thomas Jefferson, an Ben Franklin - ich weiß nicht, wie sehr diese dem deutschen Publikum vertraut sind - jedenfalls ist es so: Wenn zwei verschiedene Amerikaner sich diese Schriften ansehen, werden sie komplett unterschiedliche Schlüsse daraus ziehen. Ähnlich ist es in Europa mit der Bibel. Schau die Protestanten und Katholiken an. Die sprechen über dasselbe Buch, ziehen aber komplett andere Schlüsse daraus.

Das war der eigentlich interessante Punkt für mich. Wie können Leute über dieselben Ideen reden, aber von den Schlussfolgerungen daraus völlig zerstritten werden? Das sind die interessanten Punkte in der Geschichte der Menschheit. Bioshock-Spiele sind keine Spiele über Geschichte. Aber ich denke, sie fangen den Zeitgeist der jeweiligen Epoche sehr gut ein. Und wenn wir uns den Zeitgeist der Epoche von Bioshock Infinite ansehen, dann fallen zwei Dinge auf.

Erstens: Es ist eine Zeit, in der Amerika zum ersten Mal einen Fuß auf die große Weltbühne setzt. Zum ersten Mal wird Amerika von einer regionalen Macht zu einer Kolonialmacht. Und damit einher geht eine Art Optimismus, dass Amerika ein Vorbild sein könnte für andere Länder. Man sagt: „Ihr mit euren Tyrannen, euren Königen, euren Kaisern in Europa. Schaut euch unser System an, schaut euch an, was wir tun können, was unsere demokratischen Werte vollbringen können. Wollt ihr nicht mehr wie wir sein?“ Bioshock 3 Infinite: "Wir definieren den Begriff Sequel neu" und Multiplayer noch nicht sicher - Interview mit Irrational Games Quelle: Irrational Games

Und ähnlich ist es auch mit der Stadt in den Wolken. Zwanzig Jahre vor der Zeit, in der das Spiel spielt, lebten die Menschen noch auf Farmen, mit Plumpsklos und Viehzucht. Und zwanzig Jahre später gibt es Radio, Film, Automobile, Flugzeuge – und das alles in nur zwanzig Jahren! Man stelle sich das einmal vor! Elektrizität! In nur zwanzig Jahren! Wenn man den Menschen damals gesagt hätte, dass man bald in einer Stadt im Himmel wohnen könnte, hätten die wahrscheinlich gesagt: „Ja das erscheint mir möglich!“, weil sich ja schon alles andere so schnell verändert hatte. Aber wie immer in solchen Phasen von Optimismus und Aufbruchsstimmung gibt es ein böses Erwachen. Und genau darum geht es in Bioshock Infinite. Wir dachten, das ist ein sehr interessanter Kontext für ein Spiel.

Weiter geht's mit Details zu Columbia!

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