Heute mit noch mehr Fragen: Die Bioshock-Macher packen aus - warum es in guten Filmen keine Brüste geben muss, was das mit Bioshock 3: Infinite zutun hat und vieles mehr lest ihr in unserem gamescom-Interview mit Ken Levine von Irrational Games!
Die Art, wie diese Stadt gebaut ist und der Kontext erinnern mich sehr an das literarische Konzept des City Upon A Hill, also der amerikanischen Stadt und Lebensweise als Vorbild für die ganze Welt.
Ja, das ist sehr richtig. Die Stadt ist ja schon buchstäblich die höchste City Upon A Hill, die man sich vorstellen kann. Sie ist ein Symbol für dieses Konzept. Aber dieses Symbol trifft auf die Realität. Und was dann passiert, sehen wir im Spiel.
Obwohl sich Bioshock mit vergangenen Zeitperioden beschäftigt, kann man die Kritik darin auch auf moderne Gesellschaften übertragen. Ist das im neuen Teil auch so?
Also ich sehe die Spiele immer als eine Art Gedankenexperiment. Bioshock 1 hat sich mit der Stadt befasst, die Goult in Ayn Rands The Fountainhead als die ideale Stadt visioniert. Und wir dachten: „Hey lasst uns das einmal zu Ende denken. Was würde wirklich passieren?“ Aber das Ganze, ohne wirklich Partei zu ergreifen. Ich habe nie gesagt: „Das ist perfekt!“ oder „Ich denke, das ist die schlimmste Idee der Welt!“ Ich habe nur gefragt: „Was wäre, wenn?“
Quelle: Irrational Games
Und genau so ist es bei Bioshock Infinite. Hier sind die Fragen: „Was, wenn das real wäre? Wenn Amerika so etwas tun könnte? Was, wenn diese Ideale wirklich umgesetzt würden? Was würde Gutes daraus entstehen, was würde Schlechtes daraus entstehen?“ Das ist das Gedankenexperiment. Eine der Sachen, auf die ich bei Bioshock 1 am Stolzesten bin ist, dass mich einige Leute in den USA für einen tollwütigen Kommunisten halten, für Ayn Rand Junior. Ich mag das! Das kommt davon, dass sie nicht wissen, wo wir stehen. Wir machen ein Spiel. Wir sagen den Leuten nicht, was sie darüber denken sollen. Wir bieten ihnen nur ein Gedankenexperiment, ein „was wäre, wenn“.
Als früheren Geschichtsstudenten interessieren mich die Verkettungen von Ereignissen. Zum Beispiel der Ereignisse, die zum Ersten Weltkrieg geführt haben und wie sie das gesamte zwanzigste Jahrhundert bis heute noch beeinflussen. Schau dir Afghanistan an, selbst da sind noch Auswirkungen zu sehen. Eine Sache führt zur nächsten und zur übernächsten. Mich interessiert einfach der Zusammenhang von Ursache und Wirkung in der Geschichte. Und diese Spiele fügen dazu ein Fantasy-Element.
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