Im Jahr 1958 haben wir angefangen, jetzt wird es Zeit, unsere große Historie über Videospiele mit den Jahren 1998 bis 2008 zu vollenden. Dort lest ihr, wie die 3D-Technik ihren Siegeszug feierte und, wie Nintendo eine wahre Revolution eingeleitet hat.
3D, 3D, 3D - wenn man aktuellen Kino- und Videospieltrends folgt, dann entkommt man dem stereoskopischen Sehen kaum noch. Am besten sollte alles in 3D ablaufen, auch die reale Welt. Moment mal ... Ach, egal, denn diesem Hype muss man sich ja auch nicht hingeben - oder wird die 3D-Technik einen ähnlichen Erfolg feiern, wie 3D-Grafik in Spielen? Seit den 90ern ist die Technik auf jeden Fall nicht mehr wegzudenken, oder könntet ihr euch die moderne Gaming-Landschaft ohne Ego-Shooter vorstellen? Doch wie kam es dazu, dass mehr und mehr Spiele die zweite Dimension verließen und stattdessen auf räumliche Grafiken setzten? Das erfahrt ihr in unserem heutigen Special über die Geschichte der Videospiele von 1999 bis ins Jahr 2008. Solltet ihr nochmal einen Überblick über alle bisherigen Specials zum Thema Geschichte der Videospiele haben wollen, dann gibt es unter dem Link die Übersicht. Ansonsten hoffen wir sehr, dass wir euch mit unserer großen Artikelserie ein wenig Spaß bereiten konnten und freuen uns, wenn ihr uns Vorschläge für künftige Specials in den Kommentaren schreibt!
Jetzt aber rein ins Jahr 1998, als der Konsolenmarkt einem Monopol ähnelt. Debütant Sony dominiert die Branche mit seiner PlayStation, Nintendo hechelt mit dem N64 hinterher und Sega gesteht durch die Bekanntgabe der Nachfolge-Konsole Dreamcast praktisch die Niederlage der Saturn-Konsole ein. Noch stärker ist die Dominanz eines Einzelnen im Heimcomputer-Bereich, wo Microsofts Betriebssystem Windows 95 die Stellung als Spieleplattform Nr. 1 noch ausbaut. Pionier Apple, knapp dem Bankrott entronnen, spielt mit seinen Macintosh-Rechnern keine Rolle mehr. Jetzt bestimmen Windows-PCs und Sonys PlayStation, was gespielt wird!
Perfekte Unterhaltung
Eine Übermacht weniger Plattformen bedeutet Planungssicherheit für die Spiele-Entwickler, die nun den Mut aufbringen, neuartige Konzepte umzusetzen beziehungsweise viel Geld in Großproduktionen zu investieren. Ein Big-Budget-Titel kommt vom japanischen Traditionshersteller Konami. Metal Gear Solid macht nicht nur Erfinder Hideo Kojima zum Star, sondern begründet gleich ein neues Genre. Metal Gear Solid, eigentlich der dritte Teil einer Serie, die auf dem MSX 1987 ihren Anfang nahm, beeindruckt Spieler und Fachpresse vor allem durch die kinoreife Inszenierung. Spielerisch ist Kojimas Werk ebenfalls innovativ: Die Ein-Mann-Armee Solid Snake bewegt sich angesichts der vielen Gegner lautlos und unauffällig durch die Abschnitte. Nur das kleinste Geräusch kann an einigen Stellen den sicheren Tod bedeuten.
Anno 1602
Das Genre der 3D-Schleichspiele wird geboren und Metal Gear Solid im Jahr 1998 zu einem herausragenden internationalen Erfolg. Deutschland bleibt trotzdem ein PC-Spielerland, in dem vor allem Strategie- und Aufbauspiele den Ton angeben. Das Echtzeitstrategiespektakel Starcraft von Blizzard unterstreicht einmal mehr die überragenden Qualitäten dieses Studios. Das SciFi-Warcraft überzeugt durch eine perfekte Spielbalance der grundverschiedenen Einheiten. Überragend ist auch der Mehrspielermodus, der selbst zehn Jahre später (eine halbe Ewigkeit bei Videospielen) noch Hunderttausende Spieler regelmäßig vor den Bildschirm fesselt. Blizzard schafft damit eine Referenz, die der Entwickler mit Warcraft III (2002) nicht einmal selbst übertreffen kann. Dass Deutschland Aufbau-Spiele im Besonderen liebt, beweist die Besiedlungs-Oper Anno 1602, die ähnlich funktioniert wie Blue Bytes Die Siedler, aber noch weit erfolgreicher ist. Mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren ist es lange Zeit das erfolgreichste Spiel im Land.
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