Im Jahr 1958 haben wir angefangen, jetzt wird es Zeit, unsere große Historie über Videospiele mit den Jahren 1998 bis 2008 zu vollenden. Dort lest ihr, wie die 3D-Technik ihren Siegeszug feierte und, wie Nintendo eine wahre Revolution eingeleitet hat.
Das Internet verbindet Spieler
The Sims
Auch für Spiele ist das Internet inzwischen ein wichtiger Faktor, weshalb neue Spielkonzepte aufkeimen oder sich durch Online-Features stark weiterentwickeln. Sony Online Entertainment verschafft 1999 dem jungen MMORPG-Genre dank Everquest einen wichtigen Schub. Grafisch anspruchsvolle Rollenspielkost in 3D-Welten mit Spielern auf der ganzen Welt hatte man zuvor nicht gesehen. Die ganz große Revolution in Sachen Mehrspielerspaß löst aber etwa zur gleichen Zeit Counter-Strike aus. Eigentlich eine von zwei Hobby-Programmierern erstellte Modifikation für den revolutionären 1998er Ego-Shooter Half-Life, wird Counter-Strike kurze Zeit später populärer als das Hauptspiel – und die beiden Programmierer werden von Hersteller Valve eingestellt. Seitdem gilt die Hatz zwischen Terroristen und Anti-Terror-Einheit als Nonplusultra im Mehrspieler-Bereich, nur in den letzten Jahren konnten neue Multiplayer-Shooter wie Modern Warfare dem Platzhirsch das Wasser abgraben.Gerade als die Branche wieder ein wenig ideenlos wirkt und neben den genannten Ausnahmen kaum ein neues Franchise kommerziell eine Chance zu haben scheint, veröffentlicht Sim City-Designer Will Wright Die Sims. Mit dem Charme einer interaktiven Seifenoper steuert der Spieler einen selbst erstellten Charakter durch die Tücken des Alltags. Innerhalb kürzester Zeit spült der Titel Rekordsummen in die Kassen von Publisher Electronic Arts, in den ersten zwei Jahren verkauft sich Die Sims mehr als sechs Millionen Mal, was das Spiel zum erfolgreichsten PC-Titel der Welt macht. Der Schlüssel zum Erfolg ist die immer größer werdende weibliche Spielergemeinde, die mit dem virtuellen Leben ihres Sims viel Zeit verbringt.
Generationswechsel
Rez
In der Konsolenlandschaft herrscht eine seltsame Stimmung. Segas Dreamcast beginnt angesichts des nahenden PlayStation-2-Starts zu straucheln, die erste PlayStation hat ihren Höhepunkt überschritten und das Nintendo 64 wird fast ausschließlich von jüngeren Semestern gekauft. Trotzdem erscheinen für alle Plattformen 2000 und 2001 noch große Titel. Das Adventure Shenmue ist zu dieser Zeit mit 70 Millionen U.S.-Dollar nicht nur das teuerste Spiel, es lässt aufgrund der aufwendigen Präsentation Kino-Feeling aufkommen. Obwohl noch ein Nachfolger erscheint, kann Shenmue das Schicksal der Dreamcast nicht mehr positiv beeinflussen.Als 2001 das Kultspiel Rez erscheint, ist das Produktionsende der Dreamcast-Konsole bereits bekannt. Der kunstvolle Shooter, der harte Technobeats zum festen Teil des Spielkonzepts macht, entwickelt sich zu einem kommerziellen Flop, trotz (oder gerade wegen) seines einzigartigen Konzeptes.
Erfolgreicher ist Vagrant Story für die PlayStation. Das Rollenspiel von Square ist zwar schwer zugänglich, spielerisch durch die Genre-untypische Echtzeit-Action-Komponente aber herausragend. Ebenfalls ein besonderes Rollenspiel ist Paper Mario für das Nintendo 64, in dem der pummelige Klempner als papierartiger 2D-Charakter in einer 3D-Welt wieder einmal nicht nur die Prinzessin rettet. Damit setzt Mario im Prinzip den Schlusspunkt unter eine für viele enttäuschende Nintendo-Ära, die zwar viele geschichtsträchtige Titel hervorbrachte, aber in Sachen Quantität und wirtschaftlichem Erfolg hinter den Erwartungen blieb.
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