Im Jahr 1958 haben wir angefangen, jetzt wird es Zeit, unsere große Historie über Videospiele mit den Jahren 1998 bis 2008 zu vollenden. Dort lest ihr, wie die 3D-Technik ihren Siegeszug feierte und, wie Nintendo eine wahre Revolution eingeleitet hat.
Neue Mitspieler
Halo
Nach dem Rückzug Segas aus dem Konsolengeschäft will ein anderes großes Unternehmen ein Stück vom großen Videospielkuchen abhaben. Der Softwareriese Microsoft will schon lange mit seinen Produkten ins Wohnzimmer. Eine Videospielkonsole scheint Bill Gates eine adäquate Möglichkeit, zumal man Sony den Markt nicht mehr länger alleine überlassen will. Die sehr PC-nahe Xbox-Konsole erscheint Ende 2001 und Anfang 2002 in allen wichtigen Territorien. Der Zukauf des ehemaligen Mac-Spiele-Entwicklers Bungie ist ein wichtiger Baustein, denn Bungies Launch-Titel, der Ego-Shooter Halo, hilft immens bei der Xbox-Markteinführung. Microsoft kann Unterstützung gebrauchen, denn Sonys PlayStation 2 ist zu diesem Zeitpunkt bereits länger als ein Jahr auf dem Markt – und dank DVD-Wiedergabe und Abwärtskompatibilität von Beginn an erfolgreich. Spiele verkaufen sich allerdings anfangs eher schleppend, zum Beispiel das kunstvolle Action-Adventure Ico.Diese Situation ändert sich schlagartig mit der Veröffentlichung von Grand Theft Auto III. Die Serie war 1997/1998 bereits auf der ersten PlayStation aufgefallen, damals aber kein Megaseller. Auf der neuen Plattform verlegen die Entwickler von Rockstar das gesamte Spielkonzept in eine 3D-Welt, und Grand Theft Auto III schlägt ein wie eine Bombe. Als angehender Gangster muss der Spieler – politisch völlig inkorrekt – rauben, schlägern und morden. Das Faszinierende ist dabei die beinahe vollkommene Freiheit. Zwischen den Missionen darf prinzipiell alles gemacht werden, einige Nebenmissionen können gar nur erledigt werden, wenn man seinem Forscherdrang nachgibt und entlegene Ecken der riesigen Stadt erkundet.
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