The Finals im Test: Der Gratis-Shooter reißt uns die Füße vom Boden - und das wortwörtlich!

Test Malik Brugger Stefan Wilhelm
The Finals im Test: Der Gratis-Shooter reißt uns die Füße vom Boden - und das wortwörtlich!
Quelle: Embark Studios

Nach dem Shadow-Drop während der Game Awards ist The Finals mittlerweile erhältlich. Doch wie lässt sich der kostenlose Online-Shooter spielen? Unser Test!

Wir stürzen ein Stockwerk hinab und landen direkt in den Armen der Feinde. Im verzweifelten Versuch, den Sicherungsstift zu ziehen, werden wir im Kugelhagel zu Boden gerissen. Die schrillen Jubelrufe des Publikums dringen erneut an unsere Ohren. Ein neuer Gewinner wurde gefunden, ein neues Tribut. Die Euphorie in ihren Stimmen ist das letzte, was wir hören.

Die schnelle Fortbewegung durch die Spielwelt, das rasante Rennen von Vorsprung zu Vorsprung und die farbigen Akzente der Seoul-Map erinnern auf der einen Seite an die Dynamik und das Gamedesign von Mirror's Edge. Vielleicht ist das nicht überraschend, da sowohl Battlefield als auch Mirror's Edge seinerzeit vom gleichen Studio entwickelt wurden.

Das ekstatische Hologramm-Publikum und das vielfältige Waffenarsenal erinnern auf der anderen Seite an die Hungerspiele aus Die Tribute von Panem. Falls euch der neuste Kinofilm der Reihe nicht abholen konnte, dann schafft es vielleicht The Finals.

Spieler betrachtet aus der Egoperspektive seine eigene pinke Waffe Quelle: Embark Studios

Es ist nicht alles Gold

Allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die uns negativ aufgefallen sind: Die Charaktererstellung hätte etwas mehr bieten können als bloß einer Handvoll vorgefertigter Gesichter. Wir dachten, Individualität wird bei Embark-Studios großgeschrieben?

Es ist auch schade, dass während des Kampfes kein Zugriff auf sekundäre Waffen ermöglicht wird. Warum dürfen wir nicht unser Katana schwingen und als Backup-Plan eine Pumpgun auf dem Rücken tragen? Wir können uns zwar vor Matchbeginn eine zweite Waffe aussuchen, zu der darf aber nur nach dem Tod gewechselt werden.

Wir verstehen, dass jeder Waffentyp unterschiedliche Spielmöglichkeiten und Einschränkungen bietet. Aber eine Kombination aus Primär- und Sekundärwaffen würde nochmal eine große Schippe Spaß und Komplexität drauflegen.

In der PS5-Version, auf der wir neben der PC-Version spielten, begegneten uns ab und an kleinere Bugs. In einem Fall funktionierte unsere Zielmarkierung nicht mehr. Ein weiteres Problem ist, dass unsere Spielfigur gerne mal einfriert, und sich nicht mehr richtig steuern lässt. Das kann jedoch sofort behoben werden, indem wir kurzzeitig ein anderes Gadget aus dem Waffenrad auswählen. Da diese Bugs bisher nur selten vorgekommen sind, sind sie nicht weiter schlimm.

Zwei Teams beschießen sich auf einer vertikalen Map Quelle: Embark Studios Weil The Finals ein Free-to-Play-Spiel ist, kann selbstverständlich auch echtes Geld ausgegeben werden. Gegen Bezahlung erhalten wir Outfits und diverse kosmetische Extras. Spielerische Vorteile können wir uns glücklicherweise nicht erkaufen. Jegliche Waffen und Gadgets können durchs Spielen freigeschalten werden. Außerdem kann für ca. zehn Euro ein Battle Pass erworben werden, der Zugang zu zahlreicher kosmetischer Sonderausstattung ermöglicht. Ob man das wirklich braucht? Das ist jedem selbst überlassen.

Wertung zu The Finals (PC)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Bombastischer Spaß: The Finals lässt sich in keine Online-Shooter-Schublade packen. Und das ist richtig erfrischend!

Zusammengefasst lässt sich sagen: The Finals hat uns trotz dieser kleinen Kritikpunkte überzeugt. Der Multiplayer-Shooter beeindruckt durch seine visuelle Gestaltung, das durchdachte Sounddesign, die immersive, zerstörbare Spielwelt sowie die Freiheit, den Spielstil individuell zu gestalten. Zudem sind alle Klassen gut ausgebalanced. Durch den Zugriff auf verschiedenen Waffentypen und Fähigkeiten wird jeder Spielstil unterstützt, ohne, dass gravierende Vorteile für eine Klasse entstehen.

In einem Jahr, in dem Shooter wie Payday 3, Redfall und Modern Warfare 3 enttäuschten, ist The Finals also das beste Weihnachtsgeschenk, das wir uns vorstellen könnten - und zwar ein kostenloses Geschenk! Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Releasefassung von The Finals gespielt.

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