Ich spiele seit Jahren Online-Shooter und jetzt weiß ich endlich, worauf es ankommt
Kolumne
Ein Hinweis: Es ist nicht Fairness und Waffenpräzision
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Gamer-Welt in zwei Lager teilt. Auf der einen Seite stehen die geschichtsliebenden und immersionssuchenden Singleplayer-Spieler, die einfach entspannen und mal die Welt um sich herum vergessen wollen. Auf der anderen Seite sammeln sich Adrenalin-Junkies, die sich hungrig nach kompetitivem Wettbewerb in immer abgefahreneren Multiplayer-Spielen messen wollen.
Aber wie so oft gibt es auch hier kein Schwarz und Weiß. Stattdessen ist es oft einfach stimmungsabhängig, was man lieber spielen möchte, oder man hat Lust auf eine gute Mischung von Story und kompetitivem Erlebnis, wie ich aus eigener Erfahrung sehr genau weiß. Manchmal will ich der nervigen Realität entkommen und mich in Kingdom Come: Deliverance 2 fallen lassen, vor dessen Spielmechaniken-Vielfalt ich alles um mich herum vergesse. Und manchmal will ich in Titanfall 2 (der ganz klar beste Shooter aller Zeiten) einfach nur stylish an Wänden rennen und kopfüber ahnungslose Spieler abknallen.
Obwohl ich beide Arten von Spiel mag, gilt meine Liebe am Ende des Tages den Mulitplayer-Titeln - und vor allem den Multiplayer-Shootern.
Get Good - Einfacher gesagt als getan
Doch diese Liebe bleibt nicht nur unerwidert, sondern gleicht einer Tragödie. Ich bin nämlich so etwas wie die Inkarnation eines Sturmtrupplers, wenn es um Videospiele geht. Dabei gilt: Je mehr Druck, desto zuverlässiger verfehle ich mein Ziel. Dabei helfen mir auch keine Trainingsmodi, in denen ich nicht gegen Nervosität ankämpfen muss - mein "Aim" ist nicht das Hauptproblem.
Während sich das Battle-Royale-Genre als mein mentaler Endgegner herausgestellt hat, weil jede schießerische Auseinandersetzung extrem viel Gewicht hat, habe ich inzwischen ein anderes Zuhause gefunden.
Ich vermeide klassische Modi, in denen es nur auf Präzision ankommt, und spiele vornehmlich Shooter, die einen besonderen Kniff haben und so weniger auf Präzision und Wettbewerb ausgelegt sind.
Deswegen spiele ich in Call of Duty ausschließlich Hardcore, wo jede Kugel tödlich ist und es mehr um Reaktionszeit geht, als tatsächlich den Kopf zu treffen. Alternativ greife ich auf den Modus "Waffenspiel" zurück, wo jeder gegen jeden spielt und man nach jedem Kill eine neue Waffe in der Hand hält. Gerade weil man nicht mehr mit seinem gewohnten Set-up spielt, gewinnt derjenige, der sich am besten anpassen kann.
Kurz gesagt: Ich will kompetitive Shooter ohne Standard-Gameplay. Beispiele wären da das bereits genannte Titanfall 2 (was viel öfter erwähnt gehört), in dem man neben seinem Zerstörung-stiftenden Titan selbst noch Schabernack betreiben kann - oder Splitgate, in dem man sich durch Portale schnell über die gesamte Map teleportieren kann und in dem es viele kreative Modi gibt, die zwar sehr chaotisch, aber auch sehr spaßig sind.
