The Finals im Test: Der Gratis-Shooter reißt uns die Füße vom Boden - und das wortwörtlich!

Test Malik Brugger Stefan Wilhelm
The Finals im Test: Der Gratis-Shooter reißt uns die Füße vom Boden - und das wortwörtlich!
Quelle: Embark Studios

Nach dem Shadow-Drop während der Game Awards ist The Finals für PC, PlayStation 5 und Xbox Series erhältlich. Der Free-to-Play-Online-Shooter hat in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit erregt. War das verdient? Absolut!

The Finals entführt uns rund 75 Jahre in die Zukunft, etwa ins Jahr 2100, wo eine dystopische Spielshow im Rampenlicht steht. Diese weltweite Show hat eine riesige Fangemeinde und öffnet das Tor zu einer virtuellen Realität. Mithilfe von VR-Technologie treten wir in hyperrealistischen Arenen an, um für Ruhm, Reichtum und die Gunst von Sponsoren zu kämpfen.

Der Free-to-Play-Shooter bietet unterschiedliche Spielmodi, die im Grunde das gleiche Ziel verfolgen: Wir müssen mehr Geld als unsere Konkurrenten einsammeln, bevor die Zeit abläuft. Einer der beliebtesten Spielmodi nennt sich Quick Cash. Im 3v3v3-Spielformat bergen wir aus einem Tresor, der zufällig auf der Map spawnt,eine Geldbox. Durch das Ausschalten von Gegnern sammeln wir im Team Münzen, die wir anschließend zu einer Auszahlungsstation bringen. Erreichen wir als erstes Team 20.000 Münzen, ist der Sieg unser. Des Weiteren sind ein 12-Spieler-Rumble und ein Ranglistenturnier mit insgesamt 16 Teams möglich. Obwohl dieses Spielkonzept auf den ersten Blick vielleicht wenig aufregend wirkt, entfaltet es sich beim Spielen als explosiver Spaß!

The Finals ist ein Shooter, der sich nicht in enge Schubladen zwängen lässt. Auch, wenn wir unsere anfänglichen Bedenken hatten. Denn beim Anblick des hellleuchtenden Heilungsstrahls unseres Teammitglieds kam uns eine gewisse Walküre in den Sinn: Dr. Ziegler - besser bekannt als Mercy - die im Multiplayer-Shooter Overwatch 2 spielbar ist. Sie setzt einen zum Verwechseln ähnlichen Heilungsstrahl ein. War das der erste von vielen Hinweisen auf die Einfallslosigkeit der Entwickler? Keineswegs!

Actionreiche Kämpfe

Denn das Rad muss nicht zwingend neu erfunden werden. Es kommt darauf an, welche Spielmechaniken wie implementiert werden. In diesem Punkt hat The Finals eine beeindruckende Arbeit geleistet, die uns blitzschnelle, atmosphärische Kämpfe ermöglicht.

In Dreierteams durchlaufen wir verschiedene Turniere in Arenen, die realen Städten nachempfunden sind. Neben den sonnigen Dächern Monacos erkunden wir beispielsweise das nebelverhüllte Seoul. Die zentrale Besonderheit liegt in der zerstörbaren Spielumgebung. The Finals ermuntert uns dazu, nicht nur den Abzug im hitzigen Gefecht zu betätigen, sondern aktiv ganze Gebäude über den Köpfen unserer Gegner niederzureißen.

Und gerade diese Gameplay-Möglichkeit sorgt dafür, dass sich The Finals von anderen Genrevertretern abhebt: Die Spielwelt besticht nicht nur durch beeindruckende Maps und wechselnde Wetterbedingungen, sondern auch durch ihre Zerstörbarkeit. Hier können wir unserer Zerstörungslust freien Lauf lassen, was man wohl auch von den ehemaligen Battlefield-Entwicklern erwarten würde. Ein Großteil der Spielumgebung kann durch explosive Gadgets, Geschosse oder Fähigkeiten demoliert werden. Diese Spielmechanik verleiht der Welt eine besondere Dynamik: Je nach Spielsituation können Fluchtrouten, geheime Passagen oder alternative Durchgänge geschaffen werden. Außerdem können alle Öffnungen durch Gadgets oder Fähigkeiten temporär wieder verschlossen werden, was zu taktisch-kreativen Spielrunden führen kann.

Nach dem Ableben gibt es übrigens die Möglichkeit, von einem Teammitglied wiederbelebt zu werden oder selbst zu respawnen. Eine besonders praktische Option ist das direkte Spawnen bei einem Teammitglied, was lästige Umwege erspart. Bemerkenswert ist auch, dass das Spiel auf Fallschaden verzichtet - selbst von hohen Gebäuden kann man ohne Bedenken in die Tiefe springen. Das spielt dem rasanten Gameplay und den vertikal designten Maps natürlich wunderbar in die Karten.

Feuergefecht in Seoul. Quelle: Embark Studios

Wichtige Taktiken

Bevor das Match beginnt, steht die Auswahl einer Klasse an. Dabei legen die Entwickler großen Wert darauf, keine vordefinierten Helden anzubieten. Im Gegensatz zu den Spezialisten in Spielen wie Battlefield 2042bietet Embark Studios uns die Möglichkeit, unseren eigenen Helden zu gestalten.

Das spiegelt sich in der Komplexität des Klassensystems wider. Die Verwendung mehrerer Waffen über verschiedene Klassen hinweg verleiht jedem Build eine persönliche Note. Dennoch besitzt jede Klasse - leicht, mittel und schwer - einzigartige Fähigkeiten, die nicht universell funktionieren. Das sorgt für die erforderliche Struktur im Klassensystem. Im Laufe des Spiels werden zusätzliche Waffen und wenige neue Fähigkeiten freigeschaltet, sodass jede Klasse individuell angepasst werden kann, um unserem persönlichen Geschmack zu entsprechen.

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