Erlebt Benny Brynns Lebensgeschichte in buchstäblichen Augenblicken. Mit innovativer Spielmechanik und berührender Geschichte lehrt uns Before Your Eyes den Wert des Moments.
Before Your Eyes - Die Zerbrechlichkeit eines einzelnen Augenblicks
In Before Your Eyes schlüpfen wir in die Rolle des Benny Brynn, der vom Fährmann auf seiner Reise ins Jenseits begleitet wird. Dieser bittet Benny, auf dem Weg seine Geschichte zu erzählen, denn der Fährmann muss diese letztendlich an den sogenannten Gatekeeper weitergeben, welcher dann entscheidet, ob der Protagonist passieren darf.
Anschließend erleben wir Bennys Leben durch dessen Augen. Die Besonderheit dabei? Jedes Blinzeln des oder der Spieler*in treibt die Zeit in der Geschichte voran, egal ob man sich gerade mitten in einer Erinnerung befindet, die man gerne zu Ende erleben möchte - man erlebt die Geschichte in buchstäblichen Augenblicken.
Bereits in jungen Jahren entdeckt seine Mutter sein Talent für das Klavierspielen und beginnt von dort an, ihn in diesem Bereich zu fördern und zu fordern - und vielleicht auch zu überfordern. Denn Bennys Liebe zur Kunst liegt eigentlich in der Malerei. Als er mit einer unspezifizierten Krankheit diagnostiziert wird und ein ganzes Jahr in seinen vier Wänden verbringen muss, beginnt er viel zu zeichnen, und seine Fähigkeiten bescheren ihm letztendlich einen Platz an der Kunstakademie.
Seine Karriere erblüht, bis Bennys Mutter plötzlich verstirbt. Hieraus folgt eine dunkle Zeit der Isolation, die aber nur temporär ist, und schon bald wird die Erzählung wieder sehr bunt und glücklich. Der Fährmann freut sich, eine so spannende Geschichte erzählen zu dürfen. Doch er erfährt schnell, dass diese Version von Bennys Leben lediglich dessen Fantasie entsprungen ist.
Quelle: Skybound Games
Der Gatekeeper stellt das letzte Hindernis auf Bennys Reise ins Jenseits dar. Ihm muss der Fährmann Bennys Geschichte darbieten, damit dieser den Jungen passieren lassen kann. Die Wahrheit ist hier besonders wichtig.
Nach einer Warnung vom Fährmann, wie gefährlich es ist, dem Gatekeeper nicht die Wahrheit zu berichten, beginnt Benny erneut zu erzählen. Tatsächlich ist er nicht nach einiger Zeit im Bett wieder genesen, sondern wurde in jungen Jahren mit einer tödlichen Krankheit diagnostiziert.
Wir erfahren, dass Benny nicht mehr lange zu leben hat, und plötzlich bringt uns jedes Blinzeln nicht nur einen Schritt in die Zukunft, sondern auch immer näher an Bennys Tod - eine Realität, die auch der Protagonist lernen muss zu akzeptieren.
Er macht in dieser Hinsicht genau den Prozess durch, der auch im Kern der Death-Positive-Bewegung liegt, und verkörpert gleichzeitig viele unserer Ängste. Auch Benny traut sich auf eine Weise nicht, sich mit der Realität seines Lebensendes auseinanderzusetzen, und hat sogar Angst, dass er nicht genug gelebt hat und sein Leben nicht bedeutsam genug war.
Quelle: Skybound Games
Einen beachtlichen Teil seines kurzen Lebens muss Benny durch seine Krankheit in seinem Bett verbringen. Seine Familie und seine Katze stehen ihm bis zum letzten Moment beiseite.
Hier werden die letzten Momente von Before Your Eyes besonders wichtig, denn dort nimmt sich Bennys Mutter noch mal die Zeit, aus ihrer Sicht über das Leben ihres Sohnes zu reflektieren. Sie versichert ihm, dass er auch in seinem kurzen Leben alles war, was er sein sollte, und dass es in Ordnung ist, dass er gehen muss. Die Tatsache, dass wir das Blinzeln nicht vermeiden können - auch wenn die meisten es vermutlich mindestens ein Mal versuchen - bringt subtil eine wichtige Botschaft rüber: Das Ende ist unausweichlich. Aber es ist so natürlich wie das Blinzeln selbst. Welche Perspektive auf den Tod A Mortician's Tale für euch bereithält, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
