Tod ohne Game Over: Wie Spiele helfen können, uns mit der Sterblichkeit zu befassen
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Sterben ist in Videospielen meistens nichts Besonderes, hat aber auch nicht viel mit dem wirklichen Tod zu tun. Wir haben uns angeschaut, wie Spiele tatsächlich helfen können, ein Tabuthema aufzuarbeiten.
Wie die Überschrift dieses Artikels schon leicht anklingen lässt, widmen wir uns heute einer etwas schwierigeren Thematik. Deshalb gleich vorneweg: Auch wenn uns die Death-Positive-Bewegung kurz gesagt Mut machen soll, uns offen mit dem Tod als Tatsache des Lebens zu befassen, beschäftigt sie sich dennoch mit höchst sensiblen Angelegenheiten, die einige Menschen belasten könnten.
Sollten Sterben, Verlust, Trauer und Abschied also potenziell emotionale Trigger für euch sein, bitten wir euch, auf euch selbst zu achten und vielleicht lieber bei einem anderen Artikel weiterzulesen. Springt auch gerne zum Ende des Beitrags, denn dort haben wir euch nützliche Ressourcen zusammengestellt, falls ihr professionelle Hilfe sucht. Ihr seid nicht allein!
Oft wird angenommen, dass wir die reale Welt eigentlich möglichst vermeiden möchten, wenn wir uns in Videospielwelten begeben. Das ist grundsätzlich nicht falsch, denn Spiele können durchaus eine gute Form des Eskapismus sein, falls die wirkliche Welt mal wieder zu beschwerlich erscheint.
Doch dabei gerät ein weiteres Potenzial der virtuellen Welten fast vollständig in den Hintergrund. Denn tatsächlich können uns bestimmte Videospiele sogar das genaue Gegenteil bieten: eine Möglichkeit, uns mit den besonders schweren und teilweise in der Gesellschaft tabuisierten, aber sehr realen Themen zu befassen - beispielsweise mit der eigenen Endlichkeit.
Für diese Auseinandersetzung gibt es natürlich kein Geheimrezept und die Bandbreite an sogenannten "death positive"-Spielen wird immer größer. Wir haben uns drei Spiele mit verschiedenen Ansätzen und Perspektiven genauer angesehen. In diesem Zuge müssen wir natürlich noch eine weitere Warnung aussprechen: Der nachfolgende Text enthält große Spoiler für die Spiele Spiritfarer, Before Your Eyes und A Mortician's Tale. Die entsprechenden Kapitel sind an der Überschrift erkennbar.
In diesem Artikel
Death Positivity: Es ist nicht das, wonach es aussieht
Death positive - klingt erst mal paradox und irgendwie falsch, oder? Wir können euch hoffentlich beruhigen: Es ist nicht wortwörtlich das, wonach es im ersten Moment klingt. Wir sollen definitiv nicht positiv gestimmt sein oder uns gar freuen, wenn jemand Geliebtes verstirbt.
Vielmehr geht es bei der Bewegung darum, die Themen Tod und Sterben zu enttabuisieren und Menschen dazu zu ermutigen, sich einerseits überhaupt damit zu befassen, aber auch gemeinsam mit anderen offen über diese Tatsachen des Daseins zu sprechen.
Quelle: PC Games
Auf Stellas Schiff bekommt jeder Geist einen Wohlfühlort zur Verfügung gestellt, der ganz individuell an deren Bedürfnisse angepasst ist und den jeweiligen Charakter widerspiegelt.
Denn tatsächlich ist es so, dass Konversationen über die Vergänglichkeit des Lebens gerade in westlichen Kulturen häufig Ablehnung, Verschwiegenheit und auch eine gewisse Ängstlichkeit entgegengebracht werden. Vielleicht seid ihr sogar kurz erschrocken, als ihr das Thema dieses Artikels gesehen habt.
Genau diese negativen Konnotationen versucht die Begründerin Caitlin Doughty mithilfe der Death-Positive-Philosophie abzubauen, damit es einfacher wird, den Tod in der Gesellschaft so natürlich zu behandeln, wie er ist. Das hilft einerseits, ihn zu entmystifizieren und so idealerweise weniger bedrohlich wirken zu lassen - was wiederum nicht heißen soll, dass das Lebensende einer nahestehenden Person gerade für die Hinterbliebenen nicht große Herausforderungen bereithält.
Andererseits soll so auch sichergestellt werden, dass ebendiese trauernden Menschen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen - denn ohne Tabu fällt idealerweise auch das Fragen nach Hilfe etwas leichter. Dieses Konzept machen sich nun auch zunehmend Spiele zunutze, um einen Weg zu bieten, sich im Leben mit dem Tod zu befassen - und das in einem kontrollierten, sicheren Umfeld. Wieso das gerade in diesem Medium so spannend ist und was uns eine Auseinandersetzung mit dem Thema bringen kann, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
