Professor Layton und das unmögliche Spiel: Serien-Rückblick Seite 4
Special
Als etwas verspätetes Geburtstagsgeschenk zum 15. Jubiläum von Professor Layton lüften wir für euch das Rätsel um das Spiel, das kein Spiel sein sollte.
Mit dem Akkordeon, dem Klavier, der Violine und der Querflöte erinnern die Melodien stellenweise an einen französischen Arthouse-Film. Es gibt aber auch Stücke, die wie eine alte Musikbox klingen. Der Soundtrack wird ebenfalls zu einem Aspekt, der diese Reihe einzigartig macht. Melodien wie das Layton-Theme werden wir ohne Probleme immer und überall erkennen können. Es gehört so sehr zu Layton wie sein Zylinder. Dasselbe gilt für das Puzzle Theme. Es ist beeindruckend, dass es uns, selbst wenn wir Ewigkeiten vor einem Rätsel sitzen, nie auf die Nerven geht. Für den offiziellen Film zur Serie gab es dann sogar zwei Soundtracks. Einen Instrumentalen und ein Album, das vom japanischen Mega-Star Nana Mizuki eingesungen wurde, die gleichzeitig auch die Synchronsprecherin von Janice Quatlane ist. Immerhin geht der Film ja auch um Musik und eine Oper mit einer ziemlich unerwarteten Wendung.
Der Streifen hat aber nicht nur einen gelungenen Soundtrack. Professor Layton und die ewige Diva ist eine der wenigen Videospiele-Verfilmungen, die tatsächlich ihrem Anspruch gerecht werden. Auch, wenn wir ihn als Standalone-Abenteuer anschauen, passt er doch so perfekt in die Reihe, dass wir ihn als siebten Teil der Geschichte des Professors betrachten. Einerseits hat die Handlung die serientypische paradoxe Mischung aus abgedreht und traurig. Andererseits können wir als Zuschauer tatsächlich ein paar kreativ integrierte Rätsel lösen. Vor allem aber sieht der Film genauso aus, wie wir uns die Spiele auf dem großen Bildschirm vorstellen.
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Die Maske der Wunder
Der untypische Artstyle ist eine weitere Charakteristik, die Professor Layton von anderen Spielen unterscheidet. Es ist weder realistisch noch pixelig, noch erinnert er an Anime. Passend zu dem europäischen Setting wird es oft mit dem belgischen Comic-Stil der Ligne Claire verglichen, der zum Beispiel für Tim und Struppi verwendet wurde.
Wie der Name schon vermuten lässt, zeichnet sich der Stil durch klare Linien aus. Die Charaktere werden also beispielsweise mit einer klaren Kontur umrandet. Außerdem wird der Fokus auf starke Farben gelegt, die so gut wie nie schattiert werden. Meist stehen zudem cartoonartige Charaktere detaillierten Hintergründen gegenüber.
Quelle: Level-5
Der Kontrast von cartoonartigen Figuren und Objekten im Vordergrund mit künstlerischen Hintergründen erinnert an den belgischen Stil der Ligne Claire - und sieht dazu noch wunderschön aus.
Es gibt aber auch Parallelen zum Shin-hanga-Stil und Künstlern wie Kawase Hisui. Die japanische Kunstbewegung aus dem 20. Jahrhundert erfreute sich im Westen auch deshalb großer Beliebtheit, weil sie eine romantisierte Darstellung Japans einer modernen oder realistischen vorzog. Ähnliches gilt auch für das England aus Professor Laytons. Es ist keine realistische Darstellung, sondern eine romantisierte.
Es ist allgemein ein Europa aus der Sicht Japans. So wird eine Art Fantasie-Kontinent erschaffen, der uns zwar bekannt vorkommt, aber einladender ist als die Wirklichkeit. Hino sieht darin den Grund für die hiesige Beliebtheit der Spiele.
Der Stil ist auf den ersten Blick simpel. Er bereitet den Weg für absolut abgefahrene Charakter-Designs und Gebäude, die jedem Bau-Ingenieur Albträume bereiten. Bei näherer Betrachtung erlauben die klaren Linien eine erstaunliche Detailvielfalt auf dem winzigen DS-Bildschirm. Im zweiten Teil gibt es sogar ein Minispiel, bei dem wir zwei Bilder ein und derselben Umgebung bekommen und finde-den-Fehler-mäßig Unterschiede markieren müssen.
Das Tolle ist, dass wir alles im Hintergrund antippen können, um so Hinweismünzen und Rätsel zu finden. Es gibt aber auch kleine Kommentare von Luke und Layton. Ein großartiges Kommentarset findet sich zum Beispiel in Professor Layton und der Ruf des Phantoms, wenn wir die Kerzen in der Villa Barde antippen.
Die Antipp-Mechanik ist einer der wenigen Faktoren, die sich im Laufe der Reihe sichtbar verändert hat. Im ersten Teil reagierte beispielsweise noch jede angesprochene Person mit einem Ausrufezeichen. In den nachfolgenden Titeln betrifft dies nur noch Charaktere, die ein Rätsel bereithalten.
Mit dem Wechsel zur neuen Hardware, dem Nintendo 3DS, wurden die gezeichneten Hintergrundbilder zu kleinen Dioramen mit einer fixierten Perspektive. Mit den neuen Räumen bekommen wir auch eine Lupe. Anstatt wild alles anzutippen, fahren wir mit ihr lediglich über den oberen 3DS-Bildschirm. An Stellen, an denen wir mit dem Hintergrund interagieren können, leuchtet sie dann hellblau oder orange. Das macht die Suche nach Hinweismünzen weniger kompliziert, ist aber auch weniger lustig.
Dadurch, dass die Umgebungen und Charaktermodelle dreidimensionaler wurden, verlor die Präsentation etwas von ihrer altmodisch-malerischen Atmosphäre. Glücklicherweise blieb aber die Layton-DNA selbst erhalten und die Designs gleichermaßen charmant. Im Verlauf der Jahre hat sich der Grundcharakter der Spiele nie dramatisch verändert. Der Umfang hat sich allerdings gesteigert, bis es dann im letzten Teil galt, die Welt zu retten. Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant, sollte das große letzte Abenteuer mit Professor Layton und Luke werden und als solches lieferte es ab.
Es war aber auch ein Punkt, von dem aus es für Hino schwierig wurde, weiterzumachen. Er wollte wieder zurück zu Laytons Anfängen, mit einem größeren Fokus auf Rätsel und weniger weitreichenden Mysterien. Dafür nutze das Team das Vermächtnis, das Layton hinterlassen hatte, um eine neue Reihe zu starten. Das gilt sinnbildlich für das Gameplay, aber auch wortwörtlich. Denn im neuen Ableger folgen wir seiner Tochter Katrielle Layton und ihren Begleitern.
Das Vermächtnis von Aslant
In Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre gibt es kein ultimatives Geheimnis aufzuklären. Stattdessen löst das Team der frisch eröffneten Detektei Layton eine Reihe von kleineren Fällen. Leider sind die Fälle auch wirklich klein in ihrer Tragweite. Die Lösungen sind zu oft schnell erkennbar. Es sind aber auch ein paar Szenarien dabei, die so bescheuert sind, dass sie wieder lustig sind.
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