Professor Layton und das unmögliche Spiel: Serien-Rückblick Seite 2

Special Ronja Häußer Michael Grünwald
Professor Layton und das unmögliche Spiel: Serien-Rückblick Seite 2
Quelle: Level-5

Als etwas verspätetes Geburtstagsgeschenk zum 15. Jubiläum von Professor Layton lüften wir für euch das Rätsel um das Spiel, das kein Spiel sein sollte.

Während wir Hinweismünzen ausgeben können, verdienen wir sogenannte Pikarat durch das Lösen von Rätseln. Es gibt mehr, je weniger Anläufe wir brauchen. Allerdings haben Pikarat absolut keinen Einfluss auf das Hauptspiel. Sie schalten lediglich Boni frei, die separat vom eigentlichen Spiel über das Hauptmenü zu erreichen sind. In der Unterkategorie "Streng geheim" finden wir im Bonus-Menü den Ertrag deiner Pikarat-Bemühungen unter anderem in Form von Charakterprofilen und dem gesamten Soundtrack. Das Tolle ist, dass alle Professor-Layton-Teile Spiele sind, die wir ohne Probleme wieder und wieder spielen können. Manche Rätsel bleiben hängen, aber viele der Lösungen vergessen wir auch schnell wieder. Mit jedem neuen Run setzen wir uns zum Ziel, weniger Versuche zu benötigen und mehr Pikarat zu sammeln. Außerdem gibt es natürlich noch den Titel des Hinweismünzenkönigs für alle, die jede einzelne versteckte Hinweismünze finden, aber keine einzige ausgeben.

Es ist ein absolutes Knobelparadies und gleichzeitig steckt etwas sehr Persönliches dahinter. Hino und sein Team wussten nicht, was sie erwartet. Sie haben die Klappe zu einem unbekannten Markt geöffnet und glücklicherweise hat sich ihr Optimismus bewährt und ist Wirklichkeit geworden. Professor Layton ist nicht nur eine absolute Freude für Rätselliebhaber, sondern auch eine gelungene, respektvolle Hommage an den mittlerweile verstorbenen Akira Tago und seine wundervollen Kreationen.

Die verlorene Zukunft

Hinos eigenes Werk hat die Verkaufszahlen des von ihm bewunderten Atama no Taiso bei Weitem übertroffen. Die Reihe hatte einen riesigen Erfolg und brachte auch Level-5 auf die Bildfläche. Neben Professor Layton arbeitete das Entwicklerstudio an weiteren Titeln. Unter anderem erfreute sich Yokai Watch, ihr Pendant zu Pokémon, besonders in Japan großer Beliebtheit. Um Layton wurde es aber immer ruhiger.

Nach dem offiziellen Ende der Abenteuer des Gentlemans schien auch das Franchise generell an Dampf zu verlieren. In nur sieben Jahren hatte das Studio sechs Spiele und mehrere Spin-offs veröffentlicht - zwei davon ebenfalls komplette Spiele. Etwas später sollte dann mit "Layton's Mystery Journey: Katerielle und die Verschwörung der Millionäre" eine neue Layton-Reihe beginnen. Bis heute kam da allerdings nichts nach.
Mit jedem neuen Abenteuer sehen sich Layton, Luke und Emmy beziehungsweise Flora einem neuen übernatürlichen Unheil gegenüber, das einen Schatten über den gesamten Ort wirft. Da kommt es nicht selten vor, dass sich das Team schnell selbst in Gefahr bringt.<br> &nbsp; Quelle: Level-5 Mit jedem neuen Abenteuer sehen sich Layton, Luke und Emmy beziehungsweise Flora einem neuen übernatürlichen Unheil gegenüber, das einen Schatten über den gesamten Ort wirft. Da kommt es nicht selten vor, dass sich das Team schnell selbst in Gefahr bringt.
 

Es gab einen Switch-Release für Katerielle, es gab einen Anime, es gab ein paar vage Aussagen von Akihiro Hino, es gab einen Mobile-HD-Port der Ursprungstrilogie und dann gab es vor gut zwei Jahren die Nachricht, dass Level-5 seinen Sitz in Nordamerika schließt.

Mit diesem Rückzug vom internationalen Markt und ausbleibenden Kommentaren ist die Zukunft von lokalisierten Level-5-Spielen ziemlich düster. Es ist auch schon bekannt, dass kommende Titel wie Yokai Watch 4 nicht außerhalb Japans erscheinen werden

Es ist enttäuschend, erst Layton und jetzt auch Level-5 einfach so im Nebel verschwinden zu sehen. Gleichzeitig können wir in Europa auf neun großartige Spiele zurückblicken und währenddessen Nordamerika und Japan um die Mini-Spin-offs beneiden, die wir nicht bekommen haben.

Der Ruf des Phantoms

Teil dieses wunderbaren Erbes ist natürlich nicht nur das Puzzle-Genie der Spiele. Akihiro Hino betonte selbst, dass die Spiele nur als die Kombination von Rätseln und Story funktionieren, die sie sind. Das Überraschende ist, dass eine Handlung ursprünglich gar nicht geplant war. Eigentlich wollte man einfach nur eine Spieleversion von Atama no Taisou programmieren. Dann gab es aber Probleme mit den Copyright-Rechten zum Namen der Bücherreihe.

Auch konnte man sich einen lukrativen Markt nur zunutze machen, wenn man sich von der restlichen Ware abhob und es gab nun einmal schon viele bloße Gehirn-Trainer. Die ursprüngliche Demo hatte einen Bonus-Modus, in dem Rätsel als Teil einer Story präsentiert wurden und man entschied sich prompt, den Bonus zum eigentlichen Spiel zu machen. Weil es ums Rätsellösen geht, sollte der Hauptcharakter ein Detektiv werden.

Inspiriert durch Sherlock Holmes und seinen Begleiter Watson entschloss sich Hino aber dazu, dass es noch einen zweiten spielbaren Charakter geben sollte. Er sollte dem Detektiv die Stirn bieten können, aber gleichzeitig auch jünger sein. Das würde bedeuten, dass die Charaktere einerseits auf Augenhöhe miteinander kommunizieren und andererseits unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen haben. Die ersten Konzeptzeichnungen der beiden bekamen die Spitznamen Professor Layton und Luke, und der Rest ist Geschichte ...

Eine gute Geschichte und wieder eine Entscheidung, die sich bewährt hat. Der zehnjährige Luke Triton ist ein gelungenes Gegengewicht zu dem gefassten Professor. Als Kind hat er noch viel zu lernen und verschätzt sich gerne mal, was häufig zu lustigen Momenten führt. Gleichzeitig ist er clever, denkt mit und arbeitet hart. In diesem Sinne erfüllt er - wie eben Watson auch - die Rolle als charmante Brücke zum Publikum.

Ungefähr so kommen wir uns vor, wenn wir versuchen jemandem den Plot eines Layton-Spiels zu erklären und warum alles innerhalb der Handlung Sinn ergibt.<br> &nbsp; Quelle: Level-5 Ungefähr so kommen wir uns vor, wenn wir versuchen jemandem den Plot eines Layton-Spiels zu erklären und warum alles innerhalb der Handlung Sinn ergibt.
 
Anders als Doyles Detektivgehilfe erlaubt er aber vor allem auch jüngeren Spielern, sich in dem Spiel wiederzufinden. Generell können die Spiele ohne Probleme von Kindern gespielt werden, solange sie alt genug zum Lesen sind. Die Geschichten beginnen stets mit einem Ruf des Mysteriösen. Meist ist das ein Brief von einem Bekannten des Professors, der in Not geraten ist. Der führt das Duo dann in ein neues Abenteuer, in dem Vampire, Phantome, oder Zeitreisen auf sie warten.

Dieses große Mysterium wird vom Spiel in kleinere sogenannte Geheimnisse unterteilt, die Stück für Stück aufgedeckt werden. Ein tolles Konzept, weil so dem ganzen Struktur gegeben wird und wir wirklich das Gefühl haben, kleine Fortschritte zu machen.

Wir werden indirekt am Lösen des Mysteriums beteiligt, aber wie in einem guten Detektiv-Roman ist es am Ende der Professor, der die Erklärung der Geheimnisse enthüllt.

Das ist auch gut so, denn die Enden reichen von obskur bis zu absolut abgedreht und unerwartet. Die Spiele wandeln auf einer Grenze zwischen dem Realistischen und Fantastischen. Es gibt immer eine "logische" Erklärung für alles. Es funktioniert ähnlich wie in einer Folge Doctor Who, in der sich herausstellt, dass es gar keine Vampire oder Ähnliches gibt und dass stattdessen Wibbly-Wobbly-Timey-Wimey -Zeug die Erklärung für die ganzen übernatürlichen Geschehnisse ist.

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