Professor Layton und das unmögliche Spiel: Serien-Rückblick Seite 3

Special Ronja Häußer Michael Grünwald
Professor Layton und das unmögliche Spiel: Serien-Rückblick Seite 3
Quelle: Level-5

Als etwas verspätetes Geburtstagsgeschenk zum 15. Jubiläum von Professor Layton lüften wir für euch das Rätsel um das Spiel, das kein Spiel sein sollte.

Ähnlich wie im britischen Kultklassiker stört das aber nicht, sondern macht die Handlungen spaßiger. Wenn wir einmal das Konzept durchschaut haben und verstehen, wie solche Welten funktionieren, sind wir gerade deswegen gefesselt vom Plot. Die Glaubwürdigkeit des Unwahrscheinlichen ergibt sich auch aus dem Soft-Worldbuilding der Spielwelt rund um Professor Layton. Wer Ausarbeitung auf einem Level von J.R.R, Tolkien oder Arthur C. Clarke sucht, sollte das woanders tun. Vergleichbar mit beispielsweise den Werken von Hayao Miyazaki verlässt sich das Level-5-Meisterwerk auf visuelle Erzählstrukturen und die Imagination der Spieler, die es vermögen, Lücken auszufüllen. Wir wissen, dass Professor Layton im England der 1960er spielt. Es ist nur so, dass wir eher englischen Charme als das tatsächliche London serviert bekommen.

Und gerade, wenn wir uns die Handlung in Professor Layton und die Maske der Wunder anschauen, bemerken wir auch, dass die 1960er hier nicht wirklich mit dem realen historischen Kontext zusammenhängen. Während des Spielens machen wir uns aber auch eigentlich nicht wirklich Gedanken darum, wann und wo Professor Layton spielt. Es spielt einfach in der Welt von Professor Layton. Genau, wie Das Schloss im Himmel in der Welt von Das Schloss im Himmel spielt.

Dass das Soft-Worldbuilding so gut funktioniert, liegt in vielerlei Hinsicht an dem starken Fokus auf filmische Elementen. Natürlich wird ein Großteil der Handlung in Sprechblasen erzählt. Anders als in vielen anderen Visual Novels dieser Zeit sind aber die wichtigsten Momente stets synchronisiert.

Für die japanische Originalversion organisierte sich Hino dafür einen richtigen Star-Cast, der von Yo Oizumi als Layton und Maki Horikita als Luke angeführt wird. Er erklärt die Entscheidung mit der großen Zahl der weiblichen Light-User, für die er mit TV-Persönlichkeiten einen neuen Zugang zu Videospielen schaffen wollte.

Über zehn Jahre später bleibt der Fechtkampf zwischen Layton und Anthony immer noch eine atemberaubende Szene. Quelle: Level-5 Über zehn Jahre später bleibt der Fechtkampf zwischen Layton und Anthony immer noch eine atemberaubende Szene. Anstelle eines normalen Videospielcovers sind auf der Box dann ebendiese Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Interviews mit ihnen abgedruckt. Wieder eine unkonventionelle Entscheidung, wenn wir bedenken, dass das Spiel auf dem DS gespielt wird. Es gibt nur zwei winzige, technisch schwache Bildschirme und die meisten Leute haben den Ton nicht an, da sie den DS nutzen, wenn sie unterwegs sind.

Trotzdem geht dieses Konzept auf. Es gibt in jedem Teil der Reihe Szenen, die einem genau wegen ihrer Filmqualität in Erinnerung bleiben - sei es die berüchtigte Riesenradszene aus dem ersten Teil oder die Jagd über die Dächer eines Marktes im Vierten. Animiert wurden diese kurzen Sequenzen vom japanischen Animationsstudio P.A. Works, das unter anderem auch an Angel Beats!, Another und Charlotte arbeitete.

Außerdem wird es immer unglaublich bleiben, wie viel Persönlichkeit und Gefühl Professor Layton zeigen kann. Immerhin ist er quasi ein laufender Smiley, der sich streng an den Gentleman-Kodex hält. Gerade ab Professor Layton und die verlorene Zukunft lernen wir mit jedem Teil mehr über den Professor und seinen Hintergrund. Und der ist erstaunlich dramatisch und tiefgründig. Auch wenn die Handlungen oft abgedreht charmant daherkommen, sind sie am Ende immer traurig und herzergreifend.

Die Reihe scheut sich nicht, Themen wie Verlust, Tod, Schuld, Vergebung und Liebe anzusprechen. Sie bleibt dabei aber immer ruhig und respektvoll. Je älter wir werden und je mehr wir sie verstehen, desto berührender werden die Enden. Sie sind manchmal weit hergeholt, zahlen sich aber trotzdem aus. Wie ihr Hauptcharakter selbst hat die Serie einen Sinn für das, was richtig und wichtig ist.

Die ewige Diva

Es sind nicht nur das Script und die Regie, die die Andersartigkeit der Serie ausmachen. Es gibt auch nicht nur eine gelungene Synchronisation, sondern auch einen absolut fantastischen Soundtrack von Level-5s hauseigenem Komponisten Tomohito Nishiura. Um sich dem gewählten europäischen Setting anzupassen, verlieh er auch dem Soundtrack einen europäischen Flair.

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