Karmesin & Purpur sind eine Enttäuschung, aber ich liebe Pokémon trotzdem!
Kolumne
Die neunte Generation von Pokémon verkaufte sich hervorragend für Nintendo Switch, ist aber dennoch eine Zumutung für die Fans. Trotz Karmesin und Purpur liebt unsere Autorin die Pokémon-Reihe sehr. Warum, erklärt sie hier.
Um Weihnachten herum werde ich immer nostalgisch - wem geht das nicht so? Jeden Dezembermorgen ein neues Türchen im Adventskalender öffnen, Plätzchen backen und mit objektiv schlimmer Weihnachtsmusik im Hintergrund den Tannenbaum schmücken. Früher lag häufig etwas darunter, das mit Pokémon zu tun hatte. Heute ist das im Grunde nicht anders.
Wie viele andere auch begleitet mich die Reihe schon fast mein ganzes Leben lang und hat nicht nur für viel Spaß und mittlerweile einigen Frust gesorgt, sondern auch viele schöne Erinnerungen geschaffen.
Diese persönlichen Schätze möchte ich nun mit euch teilen, da sie zu einem großen Teil dazu beigetragen haben, dass ich heute ein Teil der Redaktion von PC Games bin. Und es begründet auch, warum es mir so am Herzen liegt, dass Pokémon wieder so gut wird wie früher.
Bittersüße Kindheitserinnerungen an Pokémon
Vor ziemlich genau 20 Jahren fing ich mit dem Zocken an und bekam sehr schnell Pokémon in die Finger. Von meinem großen Bruder bekam ich einen Game Boy Advance vermacht, bevor ich einige Zeit später mit dem GBA SP den Nachfolger mein Eigen nennen durfte - samt Pokémon Saphir.
Dementsprechend hat die dritte Generation einen besonderen Platz in meinem Herzen. Schließlich legte das Abenteuer von Flemmli und mir den Grundstein für meine Karriere, sowohl als Pokémon-Champ als auch Redaktions-Volontärin. Vor allem der grandiose Soundtrack und das Dekorieren der Geheimbasen blieben mir im Gedächtnis.
Quelle: Nintendo
Pokémon Rubin & Saphir
Genauso wie der sicher herrliche Anblick, wie mein Bruder und ich Pokémon miteinander tauschten. Damals mussten wir die Handhelds dafür noch per Kabel verbinden, also saßen wir da mit einem quietschgelben Pikachu-Kabel und diskutierten, welche Monster wir hergeben würden und welche nicht.
Wir hatten sogar ein riesiges Glurak-Plüschtier, mit dem wir so viel spielten, dass sein Hals irgendwann ganz labberig war - Bart Simpson lässt grüßen! In meiner heutigen Wohnung liegt übrigens immer ein schlafendes Glumanda auf der Couch. Manche Dinge ändern sich eben nie.
Ganz zu schweigen von meinem kaputten Pikachu-Wecker, den ich auf einem Flohmarkt erstand. Die Uhrzeit konnte ich zwar nie richtig einstellen, auf Knopfdruck plärrte dann aber trotzdem das Anime-Titellied aus den Lautsprechern: Ich will der Allerbeste sein, wie keiner vor mir war ... Das Teil steht heute noch in meinem alten Kinderzimmer.
Pokémon-Anekdoten ohne Ende
Fun Fact: Unsere Großeltern brachten uns regelmäßig die neuen Ausgaben der N-ZONE mit. Damals rechnete ich natürlich nicht damit, eines Tages dort zu arbeiten und liebend gern für alles verantwortlich zu sein, auf dem der Name Pokémon steht. Rückblickend bringt mich das zum Schmunzeln und ich wünschte, ich könnte das noch meiner Oma erzählen.
Ich könnte an der Stelle 100 Dinge aufzählen, die mir in diesem Zuge einfallen. Zum Beispiel, dass wir damals öfter einen Pokémon-Adventskalender hatten und es statt Schokolade jeden Tag eine Sammelkarte gab - manchmal sogar zwei, wenn Energiekarten dabei waren. Unsere Eltern lernten schnell, dass die nicht so cool waren wie die anderen!
Quelle: Nintendo
Pokémon Channel
Oder dass ich einen Pokémon Mini geschenkt bekam, den ich zwar nie richtig verstand, aber trotzdem liebte. Als Kind hatte ich noch die Angewohnheit, Spiele zwar super gern anzuschmeißen, aber oft nicht zu beenden. Allerdings stand damals auch rein der Spaß im Vordergrund. Spiele von meiner Liste zu streichen und den Pile of Shame abzuarbeiten, wurden erst viel später im Leben wichtig für mich.
Deshalb kann ich mich heute nur noch an Bruchstücke der Spin-Offs erinnern, die ich damals hatte. In Pokémon XD: Der dunkle Sturm konnte ich mich einfach nicht entscheiden, ob ich Psiana oder Nachtara haben möchte. Pokémon Dash, Channel und ein Mystery-Dungeon-Teil durften natürlich nicht fehlen.
Leider habe ich bis auf Saphir und eine nachträglich gekaufte Gelbe Edition keines der alten Spiele mehr, da ich sie genau wie die Konsolen immer eintauschte, sobald es etwas Neues gab. Die Dinger waren schließlich teuer! Zu gern würde ich noch mal in Der dunkle Sturm reinspielen, aber die Wucherpreise für solche alten Titel möchte ich nicht unterstützen.
Wiedersehen mit einem alten Freund
Je älter ich wurde, umso mehr verlor ich die Reihe aus den Augen. Das lag unter anderem an meinem wachsenden Interesse an Harry Potter, das über mehrere Jahre quasi meine komplette Freizeit in Anspruch nahm. Ich kann eben nur ganz oder gar nicht.
Irgendwann kaufte ich mir dann einen Nintendo 3DS, weil ich neugierig auf The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D war. Zurecht, denn es war nicht nur mein erstes, sondern bis heute auch mein liebstes Zelda. Irgendwann werde ich die Master Quest noch erfolgreich beenden, aber ich habe einfach zu wenig Zeit für zu viele Spiele.
Eine ganze Weile später stolperte ich dann zufällig im lokalen Supermarkt über Pokémon X. Nachdem ich zuvor weder Diamant/Perl noch Schwarz/Weiß durchgespielt hatte, siegte der Nostalgiefaktor und ich entschied mich dafür, es mal wieder mit Pokémon zu probieren. Und wie froh ich bin, dass ich das getan habe!
