Taliban in Medal of Honor, Eklat bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises und Bayerns umschrittenes Veto gegen die Altersfreigabe von Dead Space 2: Diese und andere kontroverse Themen fanden 2010 auch außerhalb der Gaming-Szene reichlich Gehör. Ein Rückblick auf die aufsehenerregendsten Ereignisse des vergangenen Jahres.
Blizzards Kampf gegen Anonymität - Die Real-ID
Im richtigen Leben Max Mustermann, in Azeroth der Orkinator. Bislang tauchten Spieler unter mehr oder weniger coolen Pseudonymen in die fabelhafte Welt des Online-Rollenspiels World of Warcraft ein. In der gefühlten Anonymität konnte man sein, wer immer man wollte und sich somit eine Art Zweitidentität aufbauen. Manche User nutzten die Anoymität auch dazu, um in den offiziellen Foren andere Mitspieler zu denunzieren oder Topics vollzuspamen. Dem wollte Blizzard mit der Einführung der Real-ID einen Riegel vorschieben.
Anfang Juli verkündete ein Sprecher des Unternehmens, dass "in naher Zukunft alle Teilnehmer in den offiziellen Blizzard-Foren ihre Beiträge und Antworten mit ihrem richtigen Vor- und Nachnamen verfassen werden". Ziel sei es "zu einer besseren Umgebung in den Foren zu führen, konstruktive Unterhaltungen zu fördern". Dies glaube man nur erreichen zu können, wenn der "für Online-Unterhaltungen typische Schleier der Anonymität" falle. Blizzards Klarnamenzwang löste einen regelrechten Proteststurm aus. Spieler ließen ihren Unmut nicht nur in tausenden Beiträgen aus, sie drehten den Spieß sogar um.
Als ein Blizzard-Administrator mit seinem richtigen Namen in die Diskussion einstieg, begannen User zu recherchieren - und wurden prompt fündig. Über den Namen kamen sie an seine persönlichen Daten heran, darunter Telefonnummer und Adresse, und veröffentlichten diese im Netz. Allerdings nicht ohne einen Kommentar zu dem geplanten System zu hinterlassen: "Ich denke, jetzt können wir alle sehen, was für eine tolle Idee das ist."
Überrascht von der Welle der Entrüstung ruderte Blizzard kurze Zeit später zurück. Fortan ist Real-ID nur noch optional zuschaltbar.
In diesem Artikel
- Seite 1 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Einleitung
- Seite 2 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Medal of Honor und die Taliban
- Seite 3 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Bayern gegen Dead Space 2
- Seite 4 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Der Mauer-Shooter 1338 (km)
- Seite 5 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Dt. Computerspielpreis: Kinderkram?
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