Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Dt. Computerspielpreis: Kinderkram?

Special Max Falkenstern

Taliban in Medal of Honor, Eklat bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises und Bayerns umschrittenes Veto gegen die Altersfreigabe von Dead Space 2: Diese und andere kontroverse Themen fanden 2010 auch außerhalb der Gaming-Szene reichlich Gehör. Ein Rückblick auf die aufsehenerregendsten Ereignisse des vergangenen Jahres.

Eklat bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises
Die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2010 in Berlin Die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2010 in Berlin
Computerspiele sind in Deutschland seit 2008 als Kulturgut anerkannt. Dieser Grundsatz scheint nach der Meinung diverser Politiker nicht auf gewalthaltige Spiele zuzutreffen. Andernfalls wäre es bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2010 sicherlich nicht zu einem Eklat gekommen, der ein verheerendes Medienecho nach sich zog. "Deutschland feiert Kinderspiele" (Der Spiegel), "Eine verspielte Chance" (Stern), "Eine peinliche Posse" (Die Welt) titelten die großen Nachrichtenblätter. Was war genau passiert?

Die Hauptjury, die sich größenteils aus Politikern zusammensetzt, sollte aus den drei Nominierten in der Kategorie "Bestes internationales Spiel" einen Sieger küren. Zur Auswahl standen dabei das DS-Adventure Professor Layton und die Schatulle der Pandora, das Rollenspiel Dragon Age Origins und sowie das Action-Adventure Uncharted 2. Letztere Spiele erhielten von der USK "Keine Jugendfreigabe" bzw. "Freigegeben ab 16 Jahren", weil sie Gewalt thematisieren. Letztere wurden auch als Favoriten für die Auszeichnungen gehandelt, doch die Entscheidung fiel zu Gunsten eines ganz anderen Spiels.

Weil man den mit 100.000 Euro dotierten Preis offensichtlich nicht an Spiele vergeben wollte, in denen Schüsse fallen oder Menschen durch Schwerthiebe zu Tode kommen, entschied man sich kurzfristig, die internationale Version der Aufbaustrategie Anno 1404 nachzunominieren. Das war zwar erlaubt, angesichts der besseren Alternativen aber eine unverständliche Entscheidung. Wenn Spiele mit der Kennzeichnung USK 16 und 18 ohnehin keine Siegeschance haben, kann man die Auszeichnung genauso gut in "Computerspielpreis für Jugendspiele" umbenennen, wie es Welt-Autor Thomas Lindemann in seinem Beitrag forderte.

  1. Seite 1 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Einleitung
  2. Seite 2 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Medal of Honor und die Taliban
  3. Seite 3 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Bayern gegen Dead Space 2
  4. Seite 4 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Der Mauer-Shooter 1338 (km)
  5. Seite 5 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Dt. Computerspielpreis: Kinderkram?
  6. Seite 6 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Blizzards Kampf gegen Anonymität
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