Taliban in Medal of Honor, Eklat bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises und Bayerns umschrittenes Veto gegen die Altersfreigabe von Dead Space 2: Diese und andere kontroverse Themen fanden 2010 auch außerhalb der Gaming-Szene reichlich Gehör. Ein Rückblick auf die aufsehenerregendsten Ereignisse des vergangenen Jahres.
Bayern gegen Dead Space 2
Quelle: EA
Mehrspieler-Modus ohne Friendly Fire: In der deutschen Version von Dead Space 2 ist die Option deaktiviert.
Ganze fünf Anläufe hat es gebraucht, bis Dead Space 2 von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) die gewünschte Kennzeichnung "Keine Jugendfreigabe" erhielt. Damit stünde die deutsche Verkaufsversion, die bis auf einen Eingriff im Mehrspieler-Modus inhaltsgleich mit der unzensierten US-Fassung ist, Ende Januar in den hiesigen Verkaufsregalen. Zumindest theoretisch. Denn genau das möchte das bayerische Sozialministerium verhindern.
Über das sogenannte Appellationsverfahren, das in den Prüfgrundsätzen der USK verankert ist, konnte das Ministerium die Entscheidung des Gremiums revidieren und eine Neuprüfung des Horror-Actioners erwirken. Ein bislang einzigartiger Fall in der Geschichte von EA und der USK. Über 30.000 Titel habe die USK geprüft, und noch nie habe jemand Einspruch gegen eines der Urteile erhoben. Der Publisher zeigte sich empört über die Einmischung Bayerns und foderte die sofortige Einstellung des Verfahrens.
Quelle: PC Games
Zu gewalttätig? Bayern möchte den Deutschland-Release von Dead Space 2 mit aller Macht verhindern.
Schließlich steht für den Spieleriesen eine Menge auf dem Spiel. Zum einen könnte sich das Gremium bei der sechsten Prüfung entscheiden, kein Kennzeichen zu vergeben. Damit droht Dead Space 2 die Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Zum anderen könnte ein für EA nicht unerheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen, schließlich rückt der Releasetermin immer näher und die Spiele-Discs müssen gepresst werden. Ohne Kennzeichnung nehmen aber nur die wenigsten Händler das Spiel in den Verkauf. Die Folge: Findige Gamer greifen kurzerhand zum Import, der Umsatz in Deutschland bricht durch einen verspäteten Release ein. Eine Entscheidung in dem Fall wird Anfang Januar erwartet.
In diesem Artikel
- Seite 1 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Einleitung
- Seite 2 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Medal of Honor und die Taliban
- Seite 3 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Bayern gegen Dead Space 2
- Seite 4 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Der Mauer-Shooter 1338 (km)
- Seite 5 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Dt. Computerspielpreis: Kinderkram?
- Seite 6 Jahresrückblick 2010: Spiele in der Öffentlichkeit - Blizzards Kampf gegen Anonymität
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