Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das abgelehnte Angebot: Take Two und EA

Special Max Falkenstern

Die Spielebranche hat sich über viele Jahrzehnte zu einem knallharten Business entwickelt. Fusionen, Joint Ventures und strategische Allianzen zwischen den Unternehmen sind keine Seltenheit. Doch nicht jedes geplante Abkommen kommt so zustande, wie anfänglich gedacht - häufig mit Auswirkungen auf die Spielwelt. Wir blicken heute zurück auf eine Reihe der größten gescheiterten Firmendeals.

Das abgelehnte Angebot: Take Two und EA

Als John Riccitiello ein Schreiben an den Take Two-Vorsitzenden Strauss Zelnic aufsetzte, fühlte sich der Chef von Electronic Arts vermutlich wie der Gangsterboss Don Vito Corleone aus dem Film Der Pate. Jener wurde durch den Spruch "Ich mache dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst" weltberühmt. EA verfolgte Anfang 2008 die Absicht den angeschlagenen Konkurenten Take-Two zu übernehmen. Dafür wollte man tief in die Tasche greifen: Stolze zwei Milliarden US-Dollar (das entsprach seinerzeit über 63 Prozent des tatsächtlichen Marktwerts von Take-Two) bot der Branchenriese für die Akquise. Der Grund, weshalb Electronic Arts so viel Geld springen lassen wollte, klingt einleuchtend: Grand Theft Auto 4. Die Vorgänger waren allesamt Goldesel, nun stand die Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten Fortsetzung an.

EA wollte die Übernahme noch vor dem GTA 4-Release durchboxen und entschied sich deshalb mit einer großzügigen Summe in die zunächst geheimen Verhandlungen zu gehen. Doch Take-Two lehnte ab. Um den Druck auf den Publisher zu erhöhen, machte Riccitiello die Offerte publik. Strauss teilte infolgedessen mit, dass man alle Möglichkeiten zur Zusammenarbeit prüfe, jedoch auf jeden Fall bis zur Veröffentlichung von GTA 4 warten wolle. Letztendlich ließ Take-Two alle Angebote auslaufen. Eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellten sollte. Von GTA 4 gingen bis heute über 21 Millionen Exemplare über den Ladentisch. Mit Midnight Club (18,5 Millionen verkaufte Kopien), Red Dead Redemption (12,5 Millionen) und BioShock (9 Millionen) hält Take Two heute gewinnbringende Franchises in den Händen.

  1. Seite 1 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Einleitung
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  3. Seite 3 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Popeye statt Mario: Wie es hätte kommen können
  4. Seite 4 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Der Kampf um Rare: Nintendo und Microsoft
  5. Seite 5 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das Scheitern von SNES-CD: Sonys Einstieg in die Branche
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