Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Popeye statt Mario: Wie es hätte kommen können
SpecialDie Spielebranche hat sich über viele Jahrzehnte zu einem knallharten Business entwickelt. Fusionen, Joint Ventures und strategische Allianzen zwischen den Unternehmen sind keine Seltenheit. Doch nicht jedes geplante Abkommen kommt so zustande, wie anfänglich gedacht - häufig mit Auswirkungen auf die Spielwelt. Wir blicken heute zurück auf eine Reihe der größten gescheiterten Firmendeals.
Bevor es Nintendo mit seiner Heimkonsole NES zu Weltruhm brachte, arbeiteten die Japaner an zahlreichen Arcadegames für die stationären Spielautomaten. In Japan waren sie damit durchaus erfolgreich, der Titel Radar Scope wurde in Nippon zu einem echten Hit. Beflügelt von diesem Erfolg, beschloss Nintendo eine Niederlassungen in den USA zu eröffnen und dort ihre Spiele zu vertreiben. Doch das Geschäft in Amerika lief schleppend. Das japanische Unternehmen blieb auf über 2.000 Radar Scope-Geräten sitzen, dabei hatten sie über 3.000 Stück geordert. Um die finanzielle Pleite abzuwenden, musste also schnell ein neues Spiel her. Shigeru Miyamoto, der seinerzeit für die optische Gestaltung der Automatengehäuse verantwortlich zeichnete und von Programmierung überhaupt keine Ahnung hatte, wurde Anfang der 80er von Nintendo beauftragt, einen Hit zu kreieren. Zur Seite stand ihm der legendäre Gamedesigner und spätere Gameboy-Erfinder Gunpei Yokoi. Miyamoto hatte die Idee, das Spiel rund um den Comic-Seemann Popeye zu entwickeln, der bei den Amerikanern durchaus beliebt war. Die Handlung war simpel: Popeyes Geliebte Olivia wird von dem bulligen Bösewicht Bluto entführt. Um sie zu retten, muss der Matrose diverse Stockwerke eines Gebäudes erklimmen.
Soweit so gut. Doch Nintendo war nicht im Besitz der benötigten Lizenz und der Inhaber King Features, ein amerikanisches Zeitungssyndikat, wollte die Rechte nicht an Nintendo verkaufen. Die Reputation der japanischen Entwicklerschmiede war seinerzeit in den Staaten noch nicht sonderlich hoch und so befürchtete King Features, dass Nintendo mit der Popeye-Lizenz nur schnell das große Geld machen würde. Aus diesem Grund sah sich Miyamoto (zum Glück!) gezwungen, die Rollen ein wenig umzuschreiben. Der muskelbepackte Antagonist Bluto wich dem riesigen Affen Donkey Kong, das Mädel Oliva wurde kurzerhand in Pauline umgetauft. Und Popeye? Der wurde zu Jump Man, einem Charakter, der Mario sehr ähnlich sieht. Kein Wunder, handelt es sich quasi um den Vorreiter. Im Juni 1981 erschien schließlich das Arcadespiel unter dem Namen Donkey Kong und wurde schnell zu einem Megahit. King Features erkannte seinen Fehler und gab Nintendo schließlich die Rechte an den Comic-Figuren. Doch da war es schon bereits zu spät. Die Japaner haben allerdings wenig später ein Spiel auf Basis der Lizenz für ihren Handheld Game & Watch umgesetzt.
In diesem Artikel
- Seite 1 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Einleitung
- Seite 2 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Beinah-Fusion der Megakonzerne: Atari und Nintendo
- Seite 3 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Popeye statt Mario: Wie es hätte kommen können
- Seite 4 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Der Kampf um Rare: Nintendo und Microsoft
- Seite 5 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das Scheitern von SNES-CD: Sonys Einstieg in die Branche
- Seite 6 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das abgelehnte Angebot: Take Two und EA
- Seite 7 Bildergalerie
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- Seite 2 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Beinah-Fusion der Megakonzerne: Atari und Nintendo
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