Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das Scheitern von SNES-CD: Sonys Einstieg in die Branche
SpecialDie Spielebranche hat sich über viele Jahrzehnte zu einem knallharten Business entwickelt. Fusionen, Joint Ventures und strategische Allianzen zwischen den Unternehmen sind keine Seltenheit. Doch nicht jedes geplante Abkommen kommt so zustande, wie anfänglich gedacht - häufig mit Auswirkungen auf die Spielwelt. Wir blicken heute zurück auf eine Reihe der größten gescheiterten Firmendeals.
Anfang der 90er-Jahre wurde die Compact Disc (kurz: CD) allmählich interessant für den Spielemarkt. Die runden Scheiben hatten gegenüber den herkömmlichen Modulen etliche Vorteile. Sie waren vergleichsweise günstig in der Produktion und hatten wesentlich mehr Speicherplatz für Daten aller Art. Aufwendige Features wie grafisch imposante 3D-Grafiken und kristallklarer Ton waren plötzlich kein Problem mehr. Sega gehörte zu den Pionieren, die das Potenzial des Speichermediums für das Gaming erkannten. Der japanische Hardware- und Softwarehersteller brachte im Dezember 1991 die CD-Erweiterung für seine Spielkonsole Sega Maga Drive heraus. Um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren, beauftragte Marktführer Nintendo das Unternehmen Sony mit der Entwicklung eines optionalen CD-ROM-Laufwerks für das SNES. Für Sony war das ein überaus lukrativer Auftrag, zumal sie laut vereinbartem Vertrag dazu berechtigt waren, eine eigene Konsole herzustellen, die sowohl SNES-Module als auch Sony-eigene CDs abspielen konnte.
Nintendo selbst hatte die Tragweite dieser Entscheidung zunächst unterschätzt. Als der damalige Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi den Fehler schließlich merkte, versuchte er den Deal zu kippen. Das japanische Unternehmen trat - ohne Sony eingeweiht zu haben - im Mai 1991 an Phillips heran. Nun sollte Phillips die CD-Erweiterung für den SNES produzieren, im Gegenzug überließ man ihnen das Recht, Spiele auf Basis bekannter Nintendo-Marken (etwa Mario und Zelda) zu veröffentlichen. Auf der Consumer Electronics Show im Juni 1991 ließ Nintendo dann frühmorgens die Bombe platzen und enthüllte vor dem anwesenden Publikum, dass man nun mit Phillips eine Allianz geschlossen hat. Die Reaktion von Sony ließ nicht lange auf sich warten. Um die Schadensersatzforderungen abzuwenden, blieb Nintendo nichts anderes übrig, als die Zusammenarbeit mit Phillips zu beenden. Die Pläne für den CD-ROM-Zusatz wurden fallengelassen. Sony indes bastelte weiter an seiner Spielkonsole, die später einmal PlayStation heißen sollte und den Markt kräftig aufwirbelte. Nintendo reichte gegen die Produktion zwar eine Klage ein, scheiterte jedoch vor Gericht und verlor den Prozess.
In diesem Artikel
- Seite 1 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Einleitung
- Seite 2 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Beinah-Fusion der Megakonzerne: Atari und Nintendo
- Seite 3 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Popeye statt Mario: Wie es hätte kommen können
- Seite 4 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Der Kampf um Rare: Nintendo und Microsoft
- Seite 5 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das Scheitern von SNES-CD: Sonys Einstieg in die Branche
- Seite 6 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Das abgelehnte Angebot: Take Two und EA
- Seite 7 Bildergalerie
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- Seite 2 Gescheiterte Firmendeals mit Einfluss auf die Spielwelt - Beinah-Fusion der Megakonzerne: Atari und Nintendo
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