Eines der legendärsten Stealth-Games aller Zeiten bekommt seine wohlverdiente Neuauflage - mit Unreal Engine 5, moderner Steuerung und trotzdem extrem nah am Original. Im Test klären wir, warum Fans begeistert sein werden, aber auch, was Neueinsteiger beachten müssen.
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Es ist eine tonale Achterbahnfahrt, die euch durch verschiedenste Gefühlslagen ziehen wird, ständig schwankend zwischen bitterernst und völlig absurd. Durch die filmreife Inszenierung und die talentierten Synchronsprecher ist aber beides ausgesprochen unterhaltsam anzusehen.
Und das ist wichtig, denn ihr werdet knapp die Hälfte des 10-12 Stunden langen Abenteuers mit Zuhören und Zusehen verbringen. Wie schon erwähnt hat der durchschnittliche Metal-Gear-Charakter sehr viel Redebedarf!
Wenn ihr etwa bei Para-Medic anruft, um euren Spielstand zu sichern, wird sie euch danach fast jedes Mal mit Film-Trivia zutexten, bevor ihr weiterspielen dürft. Weil bei einem Metal Gear Solid sogar das Speichermenü eine Persönlichkeit hat.
Es ist die Originalstory, wie man sie kennt und hoffentlich liebt, samt aller Cutscenes und Originaldialoge. Präsentiert von aufgehübschten, aber ansonsten unveränderten Charakterdesigns und einer neu eingesungenen Version des Titelthemas, das käsiger ist als eine Quattro Formaggi beim guten Italiener. Und dadurch umso besser.
Quelle: PC Games
Das Intro wurde natürlich auch generalüberholt, inklusive einer neu eingesungenen Version von Snake Eater.
Der Song wird unter anderem in einer Szene abgespielt, in der Snake knapp zwei Minuten lang eine Leiter hochklettert, indem wir den Analogstick nach vorne drücken.
Wieso die Leiter so lang ist? Darüber wurden schon so einige Essays ins Internet getextet, weil es niemand so genau sagen kann. Aber die Fans hätten garantiert Mistgabeln und Fackeln rausgeholt, wenn sie im Remake kürzer gemacht worden wäre. Wir auch.
Fazit: Die Rückkehr, die wir gebraucht haben
Bei Konami hat man das offensichtlich verstanden. Kennern des Spiels wird hier der rote Teppich ausgerollt - sie bekommen eine massiv hübschere und liebevoll aufbereitete Version des Klassikers mit allem, was dazugehört, und müssen sich nicht an große Veränderungen gewöhnen.
Der heftige Startpreis von 80 Euro plus 10 Euro für ein paar neue Outfits, das teils etwas angestaubte Spielgefühl sowie die unbefriedigende Performance sorgen zwar für Abzüge in der B-Note, aber ansonsten ist Delta genau die Neuauflage geworden, die man sich als Fan erträumt hat.
Gleichzeitig bedeutet die Originaltreue natürlich auch, dass Neueinsteiger sich in einiges einfuchsen müssen, was ein eiskalt durchmodernisiertes Remake vermutlich zugunsten höherer Zugänglichkeit über Bord geworfen hätte. Aber damit hätte man automatisch den Liebhabern ans Bein gepinkelt, und Delta macht klar, dass es genau das vermeiden wollte.
Bildergalerie
Insgesamt ist Delta ein gelungener erster Schritt, der uns daran glauben lässt, dass Metal Gear bei Konami doch noch eine Zukunft hat. Als nächstes wird sich zeigen müssen, was der Multiplayer-Modus namens Foxhunt auf dem Kasten hat. Dabei handelt es sich schließlich um den größten Batzen an eigens für Delta entwickeltem Content, der allerdings erst im Herbst nachgereicht wird.
Wir sind nach dem Test jedenfalls zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder optimistisch, was Metal Gear Solid angeht, und das ist ein großartiges Gefühl. Diese Reihe ist eine Schatztruhe, die man auf keinen Fall vergraben und vergessen sollte.
Meinung
Metal Gear Solid Delta: Snake Eater erscheint am 28. August für PC (Steam), PS5 und Xbox Series S und X. Neben der 80 Euro teuren Standardfassung wird auch eine Deluxe-Edition für 90 Euro mit zusätzlichen, für das Remake designten Kostümen angeboten. Transparenzhinweis: Für diesen Test wurden uns Versionen des Spiels von Konami über deren PR-Partner zur Verfügung gestellt.
