MGS Delta: Snake Eater im Test - Seite 4: Schleichen und taktische Möglichkeiten

Test Stefan Wilhelm
MGS Delta: Snake Eater im Test - Seite 4: Schleichen und taktische Möglichkeiten
Quelle: PC Games

Eines der legendärsten Stealth-Games aller Zeiten bekommt seine wohlverdiente Neuauflage - mit Unreal Engine 5, moderner Steuerung und trotzdem extrem nah am Original. Im Test klären wir, warum Fans begeistert sein werden, aber auch, was Neueinsteiger beachten müssen.

Allerdings müssen wir festhalten, dass Snake Eater auch in seiner Delta-Version noch ein Erlebnis ist, das zu einem nicht zu unterschätzenden Teil aus Menü-Geklicke besteht.

Snake muss ständig essen, telefonieren, sich verarzten und seine ausgerüsteten Waffen und Gadgets managen, denn von denen gibt es etliche und Metal-Gear-typisch sind viele davon stark situationsabhängig.

Wir können aber nicht zu viel gleichzeitig ausgerüstet haben und für jede Situation vorbereitet sein, dann würde uns der gewichtsbedingte Ausdauerverbrauch nämlich zu noch häufigeren Mahlzeiten und damit wieder ins Menü zwingen.

Zu süß, um verspeist zu werden: Snake muss sich regelmäßig Nahrung beschaffen, sonst fängt er an zu zittern und macht mit seinem knurrenden Magen auf sich aufmerksam. Quelle: PC Games Zu süß, um verspeist zu werden: Snake muss sich regelmäßig Nahrung beschaffen, sonst fängt er an zu zittern und macht mit seinem knurrenden Magen auf sich aufmerksam. Die Lösung läge auf der Hand: Snake bekommt im letzten Spieldrittel eine Gabel, mit der sich die Flora und Fauna direkt aus der Spielwelt wegspachteln lässt, statt ins Menü gehen zu müssen, wenn der kleine Hunger kommt.

Die dürfen aber wir nicht einmal ins New Game+ mitnehmen. Es hätte der Neuauflage sicher gutgetan, wenn das Besteck gleich von Anfang an an unserem Gürtel gehangen hätte.

Ohnehin ist Konami, die Steuerung, Shortcuts und ein paar neue Manöver mal ausgeklammert, nur sehr behutsam an das eigentliche Spiel herangegangen. Das hat Vor- und Nachteile.

Zeitlos detailverliebter Schleichspaß

Zum einen sorgt es dafür, dass Snake Eater nichts von seinem schrägen Charme und seiner mechanischen Komplexität verloren hat. Uns werden hier Taktiken ermöglicht, die wohl kaum ein Triple-A-Entwickler heute noch in sein Spiel packen würde, wenn er nicht gerade eine Parodie auf das Stealth-Genre erschaffen will.

Klar, die meisten Wachen lassen sich einfach mit einem tödlichen oder betäubenden Kopfschuss aus dem Weg räumen, und das Spiel lässt uns die freie Wahl, wie gewaltsam wir vorgehen wollen.

Das Spiel stellt uns frei, ob wir töten oder nur betäuben wollen, sogar bei Bossgegnern. Kaltblütige Killer müssen aber irgendwann den Konsequenzen ins Auge sehen. Quelle: PC Games Das Spiel stellt uns frei, ob wir töten oder nur betäuben wollen, sogar bei Bossgegnern. Kaltblütige Killer müssen aber irgendwann den Konsequenzen ins Auge sehen. Zumindest, wenn uns unser Rang am Ende egal ist. Für die höchste Auszeichnung müssen wir das Spiel beenden und dürfen dabei unter anderem keinen einzigen Menschen töten.

Auch das Schleichen an sich ist optional - wer mag, ballert einfach alles über den Haufen, was wegen der griffigeren Steuerung auch deutlich mehr Freude bereitet als früher. Aber damit würde man so viel verpassen!

Wir können nämlich auch Giftschlangen einfangen und sie auf Gegner werfen oder hungrige Wachen mit verdorbenem Essen füttern. Wir können uns eine Krokodilsmütze aufsetzen und unerkannt durchs Wasser schwimmen oder arglose Gegner mit der Waffe bedrohen, woraufhin sie nervös die Hüften schwingen und ihre Items fallen lassen.

Wir können sogar auf das Ausrufezeichen über dem Kopf einer Wache schießen, wenn sie uns entdeckt, um sie kurz zu betäuben, und, und, und. Das Verstecken im guten, alten Pappkarton ist bei Snake Eater nur die Spitze des Eisbergs.

Es ist gar nicht so einfach, Wachen in den Schwitzkasten zu nehmen, aber wenn wir es schaffen, können wir ihnen teils nützliche Infos entlocken. Quelle: PC Games Es ist gar nicht so einfach, Wachen in den Schwitzkasten zu nehmen, aber wenn wir es schaffen, können wir ihnen teils nützliche Infos entlocken. Von den Bossen ganz zu schweigen. Ohne nun zu viel verraten zu wollen, bekommen wir es mit einer wirklich bizarren Truppe an Obermotzen zu tun, und jeder einzelne davon hat eine ganze Liste an versteckten Features und Mechaniken, die wir zu unserem Vorteil nutzen können.

Der Berühmteste, den jeder versierte Gamer der 2000er kennen sollte, ist natürlich The End, der tattrige Profi-Scharfschütze, dem wir in einem ausgedehnten Katz-und-Maus-Spiel entgegentreten.

Fürs Aufdecken seiner Feinde verlässt er sich (neben seinen Glubschaugen) auf seinen Spotter, einen grünen Papagei, und Snake Eater lässt uns allein mit diesem Teil des Kampfes auf verschiedene Arten interagieren.

Wir können den Piepmatz zum Beispiel einfangen und wieder freilassen, damit er uns zu seinem Herrchen führt. Wir können den Vogel aber auch erschießen, was es The End erschwert, uns zu finden, ihn aber auch aggressiver vorgehen lässt. Besonders durchtriebene Spieler fangen das Tier schließlich ein und verspeisen es kurzerhand. Schmeckt nicht, sorgt aber dafür, dass wir nicht mehr so schnell enttarnt werden.

  1. Seite 1 Remake-Ansatz und Grafik
  2. Seite 2 Details und Performance
  3. Seite 3 Spielmodi, Steuerung und neue Features
  4. Seite 4 Schleichen und taktische Möglichkeiten
  5. Seite 5 Alles noch drin?
  6. Seite 6 Zugänglichkeit und Story
  7. Seite 7 Fazit und Wertung
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