Eines der legendärsten Stealth-Games aller Zeiten bekommt seine wohlverdiente Neuauflage - mit Unreal Engine 5, moderner Steuerung und trotzdem extrem nah am Original. Im Test klären wir, warum Fans begeistert sein werden, aber auch, was Neueinsteiger beachten müssen.
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Wenn wir durch den Dreck stiefeln oder auf der Suche nach einer leckeren Agentenmahlzeit den Schlangen hinterherkriechen, wird Snake von Laub oder Schlamm bedeckt, den wir ihm mit einem kurzen Flussbad wieder abwaschen können.
Im Sumpf verformt sich glaubwürdig der Matsch, wenn wir hindurchwaten, und die Wunden, die wir uns einfangen, werden detailliert an Snakes Körper dargestellt.
Nun hatten wir nach den ersten Trailern gehofft, dass wir uns regelmäßig mit Schlamm bedecken oder uns richtig im Dreck eingraben können würden, um unseren Tarn-Index zu erhöhen.
Letztendlich sind das alles aber nur optische Effekte, wenn auch wirklich ansehnliche. Die Spielsysteme und Interaktionsmöglichkeiten sind dieselben wie im Original.
Das gilt auch für einen großen Teil der Animationen. Seien es die Mimik der extrem detaillierten Charaktermodelle, die Bewegungen der Tiere oder die wilden Choreografien in den Cutscenes.
Delta profitiert zwar davon, dass die Animationsqualität zu Zeiten des Originals sehr hoch war und viel mit Motion Capture gearbeitet wurde. An vielen Stellen fühlen wir aber uns doch wieder sehr ins PS2-Zeitalter zurückversetzt.
Quelle: PC Games
Die Gesichter sind bis in die kleinsten Hautfalten ausmodelliert. Sie bewegen sich aber größtenteils wie im Original, was die Figuren oft unnatürlich aussehen lässt.
Etwa, wenn Ocelot seinen Colt nachlädt wie ein absoluter Körperklaus oder die Schlangen in perfekt kreisrunden Bahnen über den Waldboden kriechen. Die nicht besonders ausgeprägte Mimik gibt den Charakteren außerdem oft einen Wachsfiguren-Look, weil sie viel realistischer aussehen, als sie sich bewegen können.
Durch die Nostalgiebrille hat uns das nicht groß gestört, weil es eben genau die legendären Szenen sind, die wir schon kennen. So mancher Neueinsteiger wird sich von einem Remake aber vielleicht mehr erhofft haben.
Sand im Metal Gear
Und wo wir schon bei Hoffen sind: Wir hätten uns auch gewünscht, mal wieder ein Triple-A-Unreal-Engine-Spiel zu bekommen, dessen Performance wir guten Gewissens den grünen Stempel verpassen können, aber Delta ist leider wieder nicht dieses Spiel.
Die PC-Version ist auf 60 FPS gedeckelt und erreicht diese Grenze auch nur mit Ach und Krach. Wegen der PS2-Herkunft der Spielmechaniken dreht der Prozessor nur Däumchen, während unsere 4080 und 4070 Ti Super Blut und Wasser schwitzen.
Quelle: PC Games
Die Flora und Fauna in der Spielwelt sieht auch bei genauer Betrachtung klasse aus.
Sobald viel auf dem Bildschirm los ist, sei es durch Vegetation, Gegner oder Wettereffekte, fällt die Bildrate teils weit unter 60 - das ist nicht immer reproduzierbar und auch nicht in jedem Gebiet der Fall, aber es passierte beim Test doch oft genug, um zu stören.
Das Upscaling, das wir brauchen, um in halbwegs hohen Auflösungen spielen zu können, macht Haare und Schatten vor allem in den Zwischensequenzen außerdem gerne mal krümelig, was uns vermuten lässt, dass hier nicht die allerneueste Technologie unter der Haube steckt.
Frame Generation fehlt gleich komplett, aber für Bildraten unter 60 FPS wäre die ohnehin nicht gut geeignet.
Zusammengefasst: Bei einem linearen Abenteuer mit so kompakten Spielgebieten wie Snake Eater hatten wir uns schlicht und ergreifend bessere Optimierung erwartet. Die Technik ist aber natürlich nur eine Facette eines solchen Remakes. Obwohl schnell klar war, dass Konami den Klassiker weitestgehend unangetastet lassen würde, haben die Entwickler doch über manche Gameplay-Facetten gebügelt. Welche das sind, klären wir jetzt!
