MGS Delta: Snake Eater im Test - Seite 3: Spielmodi, Steuerung und neue Features
Test
Eines der legendärsten Stealth-Games aller Zeiten bekommt seine wohlverdiente Neuauflage - mit Unreal Engine 5, moderner Steuerung und trotzdem extrem nah am Original. Im Test klären wir, warum Fans begeistert sein werden, aber auch, was Neueinsteiger beachten müssen.
Auf dieser Seite
Es schlängelt sich geschmeidiger
Grundlegend haben wir bei Delta die Wahl zwischen zwei Spielmodi: Einmal gibt es den klassischen Stil mit der Überkopf-Kamera aus der ersten PS2-Version.
Auch dort profitieren wir von dezenten Neuerungen, die das Spielerlebnis runder machen, wegen der ungewöhnlichen Steuerung und der altmodischen Kamera würden wir den Modus aber eher Puristen empfehlen.
Schon die Subsistence-Version des PS2-Spiels wurde seinerzeit mit einer Third-Person-Kamera geupdatet, ihr verpasst also nichts von der vorgesehenen Erfahrung, wenn ihr die ganz alte Ansicht links liegen lasst.
Hier und da wäre es durchaus nützlich gewesen, auf Knopfdruck die Perspektive wechseln zu können, das klappt in Delta aber nur über das Optionsmenü und hat ein Neuladen des letzten Kontrollpunkts zur Folge.
Quelle: PC Games
Die beiden verfügbaren Modi fühlen sich völlig unterschiedlich an. Anpassbar ist die Steuerung aber in beiden Fällen.
Deutlich mehr Spielern dürfte der neue Stil zusagen, der mit Schulterperspektive und einer zugänglicheren Third-Person-Shooter-Steuerung aufwartet.
Damit spielt sich Delta effektiv wie der letzte Hauptteil, The Phantom Pain, allerdings ein gutes Stück langsamer, denn die im Hintergrund laufende Spielmechanik ist größtenteils genauso gemächlich, wie sie es im Original war.
Wir können nun aber in der Third-Person-Ansicht frei mit unseren Waffen zielen und uns geduckt sowie beim Zielen bewegen. Das ging in Snake Eater bisher nicht, und es wertet das Spielgefühl deutlich auf.
Snakes Einsatz läuft nämlich hauptsächlich in Naturumgebungen ab, wo er schnell im Gebüsch verschwinden und nebenbei Wachen mit präzisen Kopftreffern ausschalten muss, um unentdeckt zu bleiben.
So etwas flutscht geschmeidiger, wenn wir nicht für jede einzelne Aktion erstmal stehenbleiben müssen. Oder uns dran erinnern, welche Tasten auf dem komplett vollbeladenen Controller überhaupt dafür zuständig waren!
Um unseren steuerungsbedingten Machtgewinn nicht zu drastisch ausfallen zu lassen, hat Konami allerdings am Balancing geschraubt. Die Gegner kamen uns etwa ein bisschen aufmerksamer vor als früher, und die Pfeile unserer Betäubungspistole folgen nun einer ballistischen Flugbahn, statt kerzengerade in die Rüben der Wachen zu segeln. Wir müssen also oft näher an den Feind, wenn wir ihn zuverlässig mit einem Schuss betäuben wollen.
Quelle: PC Games
Mit dem Camouflage-Schnellmenü können wir fix die Verkleidung ändern.
Da spielt uns Snake Eaters innovatives Camouflage-System in die Karten. Wir können uns jederzeit mit vielen Gesichts- und Körpertarnungen ausstatten, durch die wir besser mit verschiedenen Umgebungen verschmelzen und weniger schnell entdeckt werden.
Im Original fand jedes Umstyling noch mühsam über das Ausrüstungsmenü statt, Delta stellt uns nun aber auch eine Schnellwechsel-Funktion zur Verfügung, mit der die zuletzt ausgerüsteten Tarnungen im laufenden Gameplay getauscht werden können.
Ebenso nützlich: Werden wir mal angeschossen, gebissen oder brechen uns die Knochen, reicht ein einzelner Knopfdruck, um sofort ins passende Heilungsmenü zu kommen.
Snake Eater vereint sein Stealth-Shooter-Gameplay mit dezenten Survival-Mechaniken, und auch dafür mussten wir uns im Original noch jedes Mal durch die Menüs klicken.
Klasse ist darüber hinaus die neue Schnellfunktion für das Radio, über das wir speichern, mit unserem Unterstützungsteam plaudern und an vielen Stellen Geheimnisse auslösen.
Die Gespräche selbst werden in der klassisch-trockenen Standbildansicht präsentiert und unterbrechen dabei immer noch jedes Mal das Gameplay, allerdings kommen wir nun immerhin schneller zu den Kontakten, die wir gerade brauchen.
Quelle: PC Games
POV: Ihr wolltet einfach nur speichern und werdet gleich minutenlang über einen Film von 1953 aufgeklärt.
Eine kleine, aber sehr willkommene Neuerung im Radio: Wir können die Gespräche nicht nur pausieren, sondern auch einzelne Sätze überspringen, ohne für den Rest des Anrufs die Sprachausgabe zu deaktivieren.
Besonders nützlich: Auch die Zwischensequenzen lassen sich nun auf Pause stellen. Wer Metal Gear kennt, der weiß: Unser Team hat ein wahnsinnig ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis und die ellenlangen Zwischensequenzen interessieren sich auch nicht dafür, dass wir uns gerade schon fast in die Hose machen oder der Lieferdienst mit den gegrillten Schlangenhappen an der Tür klingelt.
