Eines der legendärsten Stealth-Games aller Zeiten bekommt seine wohlverdiente Neuauflage - mit Unreal Engine 5, moderner Steuerung und trotzdem extrem nah am Original. Im Test klären wir, warum Fans begeistert sein werden, aber auch, was Neueinsteiger beachten müssen.
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Neulinge wirft Delta zum Glück aber nicht komplett ins kalte Wasser. So findet sich etwa ein optionaler Kompass in unserem Inventar, der immer grob in Richtung des nächsten Missionsziels zeigt. Unser Funkteam ist außerdem gesprächig wie eh und je, und stets bereit, uns einen Schwank über alles zu erzählen, was Spiel und Story so hergeben.
Es gibt Spezialisten für Waffen und Equipment, die Versorgung, Kampftechniken und auch für den Fortschritt in der Geschichte. Die dürfen wir jederzeit anklingeln und an so gut wie jeder Stelle im Spiel haben sie irgendetwas mal mehr, mal weniger nützliches zu sagen.
Weil es aber nicht möglich ist, die Kollegen direkt nach einem spezifischen Thema zu befragen, lohnt sich ein Blick ins umfangreiche Tipps-Menü. Da werden uns nicht nur die Gameplay-Basics, sondern auf Wunsch sogar Strategien für Bosskämpfe und Setpieces erklärt - ja, das klingt erstmal nach cheaten.
Quelle: PC Games
Das Nachtsichtgerät ist nur eines von vielen Gadgets, die es auf der Mission zu finden gibt.
Weil die Obermotze aber teils sehr spezielle Mechaniken mitbringen, lässt sich für Neulinge damit einiges an Frust vermeiden. Die lernen so außerdem manche der witzigen Tricks und Kniffe kennen, für die Veteranen Snake Eater schätzen, und natürlich werden die Tipps auch nur auf Wunsch eingeblendet.
Rekapitulieren wir das Gameplay also nochmal: Delta wurde an sinnvollen Stellen, aber insgesamt doch nicht allzu drastisch überarbeitet. Kenner bekommen ein deutlich fluffiger steuerbares Spiel, in dem trotzdem noch alles mehr oder weniger genauso funktioniert, wie sie es gewohnt sind.
Neueinsteiger oder die, die erst mit Teil 5 zu der Reihe gestoßen sind, werden hier und da aber sicherlich mit Snake Eater zu kämpfen haben und sich an seine gewisse Behäbigkeit gewöhnen müssen.
"I give my liiiiife, not for honor, but for yooouuuu"
Belohnt wird man für seine Mühen aber nicht nur mit einem immer noch sehr charmanten Stealth-Game voller Spieltiefe, sondern vor allem mit dem, was Snake Eater besonders auszeichnet: seine Geschichte und seine Figuren.
Wir ersparen euch an der Stelle die ganzen Story-Details, die ihr entweder ohnehin schon kennt oder mit denen ihr jetzt noch nichts anfangen könnt, und kommen gleich zu dem, was die Geschichte so außergewöhnlich macht.
Quelle: PC Games
Die Qualität der Charaktermodelle wurde dramatisch erhöht, während die Designs an sich genauso aussehen wie früher.
Snake Eater entführt uns in eine Welt, in der sich zutiefst politischer Spionage-Thrill und absolut schamloser Premium-Bullshit die Klinke in die Hand geben. Für alle, die das Spiel noch nicht kennen, stellen wir nun einfach mal ein paar Momente gegenüber, damit ihr seht, was da auf euch zukommt.
In einer Szene wird uns etwa minutenlang und sehr genau die weltpolitische Lage zur Zeit des Kalten Kriegs erklärt, als hätten wir spät nachts auf einen Nachrichtensender gezappt.
Ein paar Minuten später miaut ein Mann namens Revolver Ocelot dramatisch in den Himmel, um seine Truppe herbeizurufen.
Wir führen wir mit einer Frau, die für Snake Mutterfigur, Geliebte und Mentorin gleichzeitig ist, ein philosophisches Gespräch darüber, was es bedeutet, ein Soldat zu sein und für sein Land einzustehen.
Danach treffen wir auf einen Mann, dessen Spezialfähigkeit es ist, Hornissenschwärme zu beschwören. Hornissen, die der miauende Kerl später mit seinen Revolvern abwehrt, indem er sie wie Helikopter-Rotoren um seine Finger kreisen lässt.
Von einer Spionin, der wir in den Cutscenes per Knopfdruck auf die Brüste starren dürfen, wird Revolver Ocelot in einer anderen Szene per Motorrad-Rückwärtssalto umgehauen. Auf seinem Gesicht befindet sich dann ein Reifenabdruck. Diese Spionin hält gegen Ende des Spiels einen Monolog und es besteht eine sehr gute Chance, dass ihr Tränen in den Augen habt, wenn sie damit fertig ist.
