Hat ein Rennspiel Obama zum US-Präsidenten gemacht? Spionieren uns Spieleserver aus? Die ganze Wahrheit über In-Game-Advertising!
Werbung in Spielen: Der gläserne Kunde
Mussten die Macher eines Rennspiels früher förmlich darum betteln, die Lizenz für ein reales Fahrzeug zu bekommen, machen seit dem In-Game-Advertising-Trend Marken wie Intel und McDonalds Millionen locker, um in einem Titel wie Die Sims vertreten zu sein. Nicht nur die Etats für Werbung in Spielen wachsen stetig, sondern auch die technischen Möglichkeiten.
Längst beschränkt sich Promotion in Games nicht mehr auf vorprogrammierte Product Placements. Das auf Werbung in Spielen spezialisierte, global operierende Unternehmen Double Fusion beispielsweise preist die Vorzüge seiner dynamischen In-Game-Ad-Technologie: Je nach Zielgruppe, Heimatland des Spielers oder sogar Tageszeit können maßgeschneiderte Ads im Spiel auftauchen. Inwieweit diese Möglichkeiten schon in der Praxis zur Anwendung kommen, darüber lassen sich die Werber ungern vom Endverbraucher in die Karten schauen.
Man muss kein Fan von Verschwörungstheorien sein, um zu begreifen: Die zunehmende
Verbindung von PC oder Konsole mit dem Internet oder Online-Spieleservern vernetzt den Spieler zunehmend mit der Werbe-Industrie. Wenn neben Spielstatistiken auch persönliche Daten gespeichert und Werbetreibenden zugänglich gemacht werden, entsteht ein gläserner Kunde, den man nach Wunsch manipulieren kann.
Zumindest in der Theorie. In der Praxis jedoch kann Werbung auch völlig schiefgehen. Bestes Beispiel: das Onlinespiel Moorhuhn. Jeder kennt das lustige Spiel, doch kaum einer hat bemerkt, dass damit eigentlich eine bekannte Whiskeymarke beworben werden sollte. Ganz so einfach, wie die Werbe-Industrie es gern hätte, sind wir Spieler also doch nicht zu beeinflussen. Und das ist doch irgendwie ein beruhigendes Gefühl, oder?
